Snooker-WM: 5 Dinge, die die Weltmeisterschaft im Crucible Theatre für die Snooker-Stars so besonders machen

Die Snooker-Weltmeisterschaft ist mehr als nur das letzte und größte Turnier der Saison. Im legendären Crucible Theatre in Sheffield entscheidet sich, wer Geschichte schreibt. Eigene Bedingungen, extreme Distanzen und einzigartige Belastungen sorgen dafür, dass Form allein selten reicht, um den WM-Titel gewinnen - hier sind auch Anpassungsfähigkeit und besondere mentale Stärke gefragt.

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Quelle: Eurosport

Wenn am Samstag, den 18. April 2026 die Snooker-Weltmeisterschaft startet, beginnt für Snooker-Fans auf der ganzen Welt die wohl schönste Zeit des Jahres.
Der Mythos Crucible prägt die Sportart seit jeher - das Turnier in Sheffield ist ein Garant für außergewöhnliche Geschichten und Momente.
Warum genau die WM Jahr für Jahr eine derartige Ausnahmestellung im Snooker-Kalender genießt, erklären die Eurosport-Experten Lukas Kleckers und Felix Frede.
Sie geben Einblick, was das Turnier für die Spieler so besonders macht.

Crucible Theatre

Das Crucible ist einzigartig - und gnadenlos ehrlich. "Die Platzverhältnisse sind extrem eng, die Zuschauer sitzen förmlich mit am Tisch", sagt Kleckers. Die Spieler müssen daher ihr Spiel anpassen. Vor allem für größere Akteure wie Neil Robertson, der mit seiner aufwendigeren Stoßvorbereitung immer wieder Probleme hatte, wird "Kathedrale des Snookers" da schnell zur engen Kapelle. "Das zeigt,", sagt Kleckers, "dass die räumlichen Bedingungen direkt ins Spiel eingreifen." Wer sich hier nicht anpassen kann, bezahlt dafür mindestens mit Frameverlusten, wenn nicht gar mit dem frühen Aus.
Hier geht es nicht nur um ein paar gute Breaks

Lange Distanzen

Matches über mehrere Sessions und Tage - auch das ist die WM. "Hier geht es nicht nur um ein paar gute Breaks, sondern um Konzentration über lange Zeiträume", erklärt Frede. Dabei lauert gerade für die Topspieler in der ersten Runde eine gewisse Gefahr: "Die Qualifikanten kommen mit viel Matchpraxis an den Tisch, während die gesetzten Spieler erst einmal ins Turnier finden müssen", sagt Frede. Die Taktik am Tisch ändert sich jedoch trotz der längeren Matches kaum - hier kommt oft die Erfahrung ins Spiel, wie Kleckers erläutert: "Routinierte Spieler wissen häufig eher, wann Geduld und eine vielleicht wenig spektakulär wirkende Safety wichtiger ist als der schnelle Angriff."
Wer das nicht schafft, verliert nicht wegen fehlender Fitness, sondern im Kopf

Belastung und Regeneration

"Druck würde ich es nicht nennen - Topspieler mögen die langen Distanzen", sagt Kleckers über die physischen und psychischen Herausforderungen, vor die das Mammut-Turnier die Spieler stellt. Trotzdem: Die mentale Belastung enorm. Wenige Pausen, hohe Erwartungen und der Gedanke daran, die Saison womöglich mit einer schwachen WM zu beenden, sitzen tief. "Du musst den Fokus immer wieder neu finden. Wer das nicht schafft, verliert nicht wegen fehlender Fitness, sondern im Kopf", so Kleckers.
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Quelle: Eurosport

Atmosphäre in Sheffield

Sheffield lebt die Weltmeisterschaft - und das spüren die Spieler vom ersten Tag an. "Die Intensität rund um das Turnier ist kaum mit etwas zu vergleichen", sagt Frede. Fans reisen gezielt an, die mediale Aufmerksamkeit ist riesig. Besonders der jeweilige Titelverteidiger steht dabei unter Dauerbeobachtung. "Von dieser Seite ist der Druck ist so groß, dass man ihn von außen kaum nachvollziehen kann", sagt Frede. Dass in Luca Brecel und Kyren Wilson die letzten beiden amtierenden Weltmeister jeweils in Runde eins ausschieden, ist nicht unbedingt ein Zufall - es spricht Bände.
...sehr viel mehr als jeder andere Sieg

Bedeutung und Tradition

"Es ist DAS Event des Jahres", stellt Frede klar. Einige Topspieler lassen bewusst Turniere aus, um sich voll auf die WM zu fokussieren. Preisgeld, Weltranglistenpunkte und vor allem das Prestige sind unerreicht – oder wie Kleckers es zusammenfasst: "Das Crucible, die Geschichte, der Titel... Weltmeister zu werden bedeutet im Snooker einfach sehr viel mehr als jeder andere Sieg."


Sendehinweis: Felix Frede und Lukas Kleckers kommentieren die Matches der Snooker-WM vom 18. April bis zum 4. Mai gemeinsam mit Matthias Breusch, Thomas Hein und Harry Weber für Eurosport. Eurosport 1 überträgt von jeder Session live im Free-TV. Alle Partien sind bei HBO Max und discovery+ live und auf Abruf zu sehen.
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