Snooker-WM: Gary Wilson gibt nach Aus gegen Judd Trump tiefen Einblick - Yips stellen Engländer vor große Probleme

Für Gary Wilson ist seine Reise bei der Snooker-Weltmeisterschaft 2026 bereits in Runde eins zu Ende gegangen. Im Anschluss an seine 5:10-Niederlage gegen Titelfavorit Judd Trump sorgte er mit einem emotionalen Interview für Aufsehen. "Ich kaschiere die ganze Zeit nur Probleme", analysierte der Engländer seinen Auftritt, bei welchem er zwischenzeitlich sogar 4:1 gegen Trump geführt hatte.

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Zuvor war Wilson von Rachel Casey, Reporterin bei TNT Sports, darauf angesprochen worden, dass er vor allem zu Beginn der Partie "befreit aufgespielt" habe. Diese Aussage verneinte der 40-Jährige vehement.
"Auf keinen Fall", unterstrich er. "Ich habe überhaupt nicht befreit aufgespielt. Ich bin - und das schon seit ich 13 bin - ein besserer Spieler als das hier. Und es ist immer wieder dieselbe Geschichte."
Am Tisch überspiele er ständig seine Probleme. "Bei jedem Stoß habe ich kleine Zuckungen. Die Bälle fallen zwar, aber ich bin positionell völlig daneben, weil ich jeden Stoß komplett verhaue", führte er weiter aus.
Wortwörtlich sprach Wilson in seinen Ausführungen von "Yips". Dabei handelt es sich um plötzliche, unwillkürliche Muskelzuckungen, die bei feinmotorischen Vorgängen für Probleme sorgen - so etwa beim Snooker oder auch beim Putten im Golf.
"Die eine Form der Yips ist die, bei der man den Queue nicht mehr richtig durchstoßen kann. Ich habe die andere Variante: Ich stoße zu schnell, hetze ihn unkontrolliert durch."

Wilson fühlt sich "einfach nur verloren"

Anschließend holte er zu einem Rundumschlag aus: "Die Leute in der Snooker-Welt, vor allem Spieler und Kommentatoren, die das Spiel eigentlich kennen und wissen sollten, wie sich das anfühlt, sind unglaublich naiv", so Wilson, der in seiner Karriere drei Ranglistenturniere gewonnen hat. "Sie sind naiv in dem Sinne, dass sie solche Dinge sagen wie 'Ruhe' oder 'Pot Selection' und nicht verstehen - obwohl ich es immer wieder sage -, welche Probleme ich durchmache."
Auf die Frage hin, ob er seine Probleme näher benennen könne, antwortete Wilson nur, dass er "einfach nur verloren" sei. "Fragt Stephen Hendry, Ding Junhui oder Stuart Bingham - sie alle hatten solche Probleme. Sie sollten wissen, dass es nicht an Ruhe oder Pot Selection liegt. Wenn ich rausgehe und es so aussieht, als würde ich die Nerven verlieren, dann verliere ich nicht die Nerven."
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Insgesamt habe Wilson das Gefühl, dass er ein deutlich besserer Spieler sei, als er am Dienstagabend zeigen konnte. "Im WM-Halbfinale 2019 habe ich gedacht, dass ich mit bestimmten Stößen Probleme habe. Mein Gott, jetzt habe ich zehnmal so große Probleme. Ich würde das von damals sofort nehmen."
Damals hatte er "Ruhe, Nervenstärke - ich hatte alles", so Wilson weiter. "Jetzt ist es einfach frustrierend, ständig frustrierend."
Ein mentales Problem sei nicht die Ursache für sein Hadern. "Es geht nicht darum, mit jemandem zu reden. Es geht darum, dass dieser Arm das macht, was er tun soll. Und das passiert einfach nicht", unterstrich Wilson.
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