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Rolf-Kalb-Blog: John Higgins überrascht mit Turniersieg bei den World Open - Hut ab vor dem viermaligen Weltmeister
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Publiziert 02/03/2025 um 14:47 GMT+1 Uhr
Nach vierjähriger Pause ist John Higgins in den Kreis der Turniersieger zurückgekehrt. Der Schotte gewann das World Open im chinesischen Yushan. Im Finale setzte er sich mit 10:6 gegen Joe O'Connor durch. Für den "Wizard of Wishaw" war es der 32. Sieg bei einem Ranglisten-Turnier. Mit seinem Triumph hat Higgins auch den Eurosport-Experten Rolf Kalb überrascht.
Century ins Glück: Higgins besiegelt Final-Triumph
Quelle: Eurosport
Ich gebe es zu: Als Turniersieger in Yushan hatte ich John Higgins nicht auf dem Schirm. Und ich war ja nicht der einzige, der daran gezweifelt hat.
John Higgins selber hat oft genug zugegeben, dass er befürchtet habe, keine Titel mehr holen zu können. Er sei „mental fragil“, so Higgins. Umso befriedigender muss der Sieg nun für ihn sein.
Es ist nicht so, dass Higgins über die letzten Monate und Jahre schlecht gespielt hat; ganz im Gegenteil. Aber in entscheidenden Momenten schwächelte er öfter, vergab Matches sogar noch trotz klarer Führung. Der Killerinstinkt schien ihn verlassen zu haben.
Deutlich wird dies auch mit Blick auf die letzten Endspiele, an denen er beteiligt war. Seine letzten fünf Finals nämlich hatte er allesamt verloren, drei davon gar in einem Decider.
Sieg gegen Surety gibt Stabilität
Besonders bitter war das 9:10 bei der Tour Championship 2022 gegen Neil Robertson, nachdem er da schon mit 9:4 geführt hatte. Wenn es eng wurde, dann fiel das System Higgins so manches Mal auseinander.
Dass sich in Yushan ein anderer John Higgins präsentierte, das wurde schon in den frühen Runden deutlich. Drei seiner Siege auf dem Weg ins Finale holte er nämlich jeweils in einem Decider. Besonders wichtig war dabei sein 6:5 im Halbfinale über Zak Surety, nachdem er schon mit 3:5 hinten gelegen hatte.
Diese Siege haben Higgins viel Stabilität verliehen. Natürlich profitierte er im Halbfinale auch davon, dass Surety eine Vielzahl sehr guter Chancen am Ende nicht nutzte. Aber für Higgins war es das Glück des Tüchtigen.
Es ist müßig, darüber zu spekulieren, was für Joe O’Connor drin gewesen wäre, wenn er das 2:3 geschafft hätte. Er hat nun einmal den Frameball verschossen und Higgins räumte den Tisch mit einer für ihn so typischen 63er-Clerance ab, um seine Führung über Schwarz auf 4:1 auszubauen. Das war ein entscheidender Schritt, denn diese Führung gab Higgins die Sicherheit, die ihm zuvor so oft fehlte.
Chapeau, John Higgins
Es ist bemerkenswert, wie sich John Higgins zurück an die Spitze gekämpft hat. Er hat ja in den letzten Monaten wirklich jeden Stein umgedreht, mit Queues und Technik experimentiert, um wieder die Erfolgsformel zu finden.
Das war ein schmerzlicher Prozess. Deshalb Chapeau! Higgins war ja schon zuvor eine Snooker-Legende. Dann mit fast 50 Jahren eine solche Energie aufzubringen, das sollte anderen als Vorbild dienen.
Für Joe O’Connor ändert die Niederlage im Endspiel des World Open nichts daran, dass er derzeit das beste Snooker seines Lebens spielt. Schon bei den Welsh Open hatte er Kyren Wilson geschlagen. In Yushan schaltete er nun Judd Trump, Shaun Murphy und Ali Carter (gegen den er in Wales noch verloren hatte) aus. Ein Spaziergang sieht anders aus.
Die meisten Spieler auf der Maintour konzentrieren sich jetzt schon auf die WM-Qualifikation. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig. Denn bis dahin gibt es ja nur noch die Elite-Turniere für die Saisonbesten bei der Players-Serie. Die meisten Spieler also haben jetzt eine lange Wettkampfpause. Von Vorteil ist das für sie sicherlich nicht. Das aber wird auch Thema bei unserem nächsten Podcast sein.
Herzliche Grüße
Ihr / Euer Rolf Kalb
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Quelle: Eurosport
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