Snowboarder Leon Vockensperger spricht über Belastung bei den Olympischen Spielen: "Der krasseste Psychoterror"
VonNiklas Bien
Publiziert 25/03/2026 um 12:16 GMT+1 Uhr
Snowboarder Leon Vockensperger hat die Olympischen Spiele in diesem Jahr verpasst - und doch hat er das Großevent in Italien mehr genossen als noch bei seiner Teilnahme 2022 in Peking. "Für Athleten sind Olympische Spiele der krasseste Psychoterror. Erst wenn der eigene Wettkampf vorbei ist, kann man dieses Ereignis wirklich ohne Druck genießen", betonte der 26-Jährige im Gespräch mit "Sport1".
Sturz bringt Aus für Vockensperger: Finale im Slopestyle verpasst
Quelle: Eurosport
Leon Vockensperger kennt die Olympischen Winterspiele aus zwei Perspektiven: als aktiver Teilnehmer und seit diesem Jahr auch als Markenbotschafter vor Ort.
Ein wenig überraschend hat er letztere Perspektive deutlich mehr genossen, für Athleten seien die Spiele "der krasseste Psychoterror", so Vockensperger im "Sport1"-Interview.
"Insofern war es eine spannende Erfahrung, die Spiele einmal von außen zu betrachten und meine Teamkollegen sowie Freunde anzufeuern. Ich habe das sehr genossen", erklärte der 26-Jährige.
2022 gewann der gebürtige Rosenheimer als erster Deutscher im georgischen Bakuriani einen Slopestyle-Weltcup. Im selben Jahr startete der Profi-Snowboarder bei den Olympischen Winterspielen in Peking, wo er jedoch in Slopestyle (29.) und Big Air (25.) in der Qualifikation scheiterte.
Sportler "rund um die Uhr" mit Kritik konfrontiert
Der Druck habe Vockensperger bei seiner Olympia-Premiere belastet, sagte er. Bei den diesjährigen Spielen wurde die deutliche Kritik an deutschen Sportlern ohne Medaillenerfolge zum Thema.
"Öffentlicher Druck auf Sportler ist grundsätzlich nichts Neues. Was sich allerdings verändert hat, ist die Geschwindigkeit und die Intensität der Kritik", erklärte der 26-Jährige.
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Leon Vockensperger im Jahr 2023
Fotocredit: Getty Images
Gerade in den sozialen Medien würden Sportler "rund um die Uhr" mit Kritik konfrontiert, so Vockensperger.
"Einerseits braucht man diese Plattformen, um sich zu präsentieren. Andererseits macht einen genau das auch sehr angreifbar für Kritik oder Hasskommentare", sagte der Snowboarder.
Vockensperger plant neuen Anlauf
Der 26-Jährige, der bei "Instagram" und "Tik Tok" zusammengenommen knapp 450.000 Follower hat, habe Wege gefunden, mit den Schattenseiten der sozialen Medien umzugehen.
"Während der Wettkämpfe versuche ich, mich möglichst gar nicht mit Social Media zu beschäftigen. Ich bin sehr dankbar, dass ich mir ein Team aufbauen konnte, das sich um diese Themen kümmert und mir den Rücken freihält", sagte Vockensperger.
Seine Rolle als Zuschauer bei den Olympischen Spielen soll für den bisher einfachen Weltcupsieger indes kein Dauerzustand werden. In Italien vor Ort zu sein, "hat in mir auch wieder den Ehrgeiz geweckt", betonte er.
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Quelle: Eurosport
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