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Marco Werner im Interview
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Publiziert 13/06/2007 um 09:03 GMT+2 Uhr
Zwei Mal hat er bereits mit Audi die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. In diesem Jahr zählt Marco Werner wieder zum absoluten Favoritenkreis. Im Interview mit Eurosport sprach der 41-jährige Dortmunder über seine Vorbereitung, sein Team und seine Ziele.
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Fotocredit: Eurosport
Wie läuft die Vorbereitung auf das Rennen am Wochenende?
Marco Werner: In der letzten Woche stand noch einmal Fitnesstraining auf dem Plan. Ansonsten haben wir ein sehr gutes Testprogramm durchgezogen, ohne dabei ans Limit zu gehen. Wir haben versucht, so lange wie möglich auf der Strecke zu bleiben, um genügend Informationen über die Reifen zu bekommen. Das hat super geklappt. Deshalb können wir mit ruhigem Gewissen sagen: Wir sind vorbereitet.
Audi gehört auch in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis. Ist diese Konstellation eher Lust oder Last?
Werner: Ich denke, dass es beides ist. Auf der einen Seite ist es schön zu wissen, in einem konkurrenzfähigen Auto zu sitzen. Wir haben letztes Jahr gewonnen. Das ist natürlich eine schöne Basis, um hier wieder an den Start zu gehen. Aber ich denke, dass es auch eine Last ist, denn man ist auf Grund der Erfolge immer etwas mehr unter Druck. Das sieht man, wenn man bei uns in die Boxengasse schaut, wo man bei einem Stopp manchmal nicht den nötigen Platz hat. Das kann auch ein Handicap sein.
Was macht den speziellen Charakter dieses Langstrecken-Klassikers aus?
Werner: Ich würde sagen, dass Le Mans ein ganz besonderes Flair besitzt. Das Rennen ist 1906 zum ersten Mal gefahren worden. Es ist einfach ein Rennen mit Tradition, was sehr alt ist. Le Mans ist das längste und das härteste Rennen, und es war auch lange Zeit das gefährlichste Rennen der Welt. Wir haben leider Jahre gehabt, wo hier jedesmal ein Fahrer tödlich verunglückt ist. Da müssen wir sagen, dass wir in einer sehr guten Zeit fahren. Wir haben sichere Autos und es ist an der Strecke viel gemacht worden. Da kann man sich gücklich schätzen, dass man in der heutigen Zeit unterwegs ist, wo das Risiko um einiges geringer ist.Trotzdem darf man nicht vergessen, dass es eines der schnellsten Rennen der Welt ist. Wir fahren im Schnitt 225 bis 230 km/h und das sagt eigentlich schon viel aus. Das darf man nicht unterschätzen.
Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen des Audi R10?
Werner: Ich denke, der Wagen ist wie für Le Mans gemacht. Es macht unheimlich viel Spaß, mit diesem Auto zu fahren. Die schnellen Passagen liegen dem Auto. Klar ist das Motor-Reglement so ausgereizt worden, dass man sich für den Diesel entschieden hat und man hier das Optimum herausholen will. Zudem ist die Aerodynamik super, mit der man durch die langen Kurven schießen kann. Das sind Kurven, die mir besonders liegen. In den engen Passagen sind wir auf Grund der Gewichtsverteilung nicht ganz so optimal aufgestellt, weil wir ein sehr schweres Heck durch den Motor und das Getriebe haben. Der R10 TDI mag lieber die schnelleren Sachen.
Peugeot geht in diesem Jahr mit Sebastien Bourdais an den Start. Wie stark schätzen Sie die Konkurrenz ein?
Werner: Das, was Peugeot macht, machen sie vernünftig. Genauso wie Audi auch. Man braucht sich nur einmal die Historie anzuschauen, ob das in der Rallye-Weltmeisterschaft war oder woanders, die haben eigentlich alles gewonnen bis auf die Formel 1. Ansonsten haben die Franzosen alles optimal gemacht. Da wissen wir, dass wir einen ganz schweren und harten Gegner haben. Die Fahrerbesetzung ist natürlich auch 1a, was aber zu erwarten war. Man darf dieses Team nicht außer Acht lassen, genauso wenig wie die kleineren Mannschaften. Pescarolo steht bei mir ebenso auf der Liste. Manchmal ist es so, dass sich zwei streiten und es freut sich der Dritte. Das wollen wir nicht hoffen, aber die Konkurrenz ist eigentlich groß genug für uns.
Sie haben das Rennen zwei Mal (2005, 2006) gewonnen. Welche Rolle spielt die Erfahrung bei den 24 Stunden von Le Mans?
Werner: Die Erfahrung ist sehr wichtig, obwohl man gesehen hat, dass ich bei meinem allerersten Einsatz 2002 gleich aufs Podium gefahren bin. Deshalb denke ich, dass man auch als Neuling ein sehr gutes Ergebnis einfahren kann. Voraussetzung ist natürlich, dass man in einem sehr guten Team und in einem sehr guten Auto sitzt. Wenn man dann einen fehlerfreien Job macht, kann man auch ein gutes Resultat erzielen.
Im letzten Jahr verhinderten einige technische Defekte den Doppelsieg von Audi. Hat man in Ingolstadt seine Hausaufgaben gemacht und die Probleme in den Griff bekommen?
Werner: Ganz klar, im letzten Jahr hatten wir einige Probleme. Das hatten wir in dieser Saison nicht mehr - weder in den Rennen, noch bei den Testfahrten. Deshalb denke ich, dass wir gut vorbereitet sind und dass alles funktioniert. Schauen wir mal... Wir hoffen natürlich, dass wir fehlerfrei durchkommen. Aber wir wissen, dass beim längsten und härtesten Rennen der Welt alles passieren kann. Das macht die ganze Sache natürlich interessant, obwohl einige Leute sagen, Audi ist der Favorit... die gewinnen sowieso. Wir wissen aber, dass das nicht so einfach ist.
Wenn Sie zehn Euro hätten und auf den Sieg wetten müssten, wer macht in diesem Jahr das Rennen?
Werner: (lacht...) Da ist man natürlich als Rennfahrer Egoist und ich würde die zehn Euro auf die Nummer eins setzen. Ich möchte aber nicht nur an uns denken, denn wir haben drei gut besetzte Autos - hinzu kommt Peugeot. Das wird auf alle Fälle ein hartes Rennen. Trotzdem denke ich, dass wir den Klassiker gewinnen können.
Eurosport - Das Interview führte Dirk Adam
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