Loek Hartog rettet Konkurrent Ollie Millroy aus brennendem Ferrari bei GT-Rennen - Brite emotional: "Verdanke Dir mein Leben"
Von Alex Frieling
Update 06/09/2026 um 08:30 GMT+2 Uhr
Dramatische Szenen beim China-GT-Rennen in Shanghai: Nach einem schweren Unfall ist der Ferrari des britischen Rennfahrers Ollie Millroy in Flammen aufgegangen. Konkurrent Loek Hartog reagierte geistesgegenwärtig, stoppte seinen Porsche und eilte dem im Auto festsitzenden Millroy zu Hilfe. Der Niederländer bekämpfte die Flammen und zog seinen Kollegen schließlich aus dem Cockpit.
Olli Millroy veröffentlichte anschließend ein Bild von Hartogs Rettungsaktion (Foto: Instagram / olliemillroy)
Fotocredit: Instagram
Millroy erlitt bei dem Unfall mehrere Knochenbrüche und eine Lungenprellung. Der schwere Crash ereignete sich rund 20 Minuten nach dem Start des ersten Rennens am Samstag.
Neil Verhagen versuchte im BMW, den Ferrari von David Chen vor Kurve 14 zu überholen, geriet dabei teilweise auf das Gras und verlor auf feuchtem Untergrund die Kontrolle über sein Fahrzeug.
Der BMW kollidierte mit Chens Ferrari, beide Autos rutschten in Richtung der Haarnadelkurve. Dort wurde Millroys Ferrari seitlich getroffen und fing Feuer. Das Rennen wurde umgehend mit der Roten Flagge unterbrochen.
Onboard-Aufnahmen aus Hartogs Porsche zeigen, wie der Niederländer in der Nähe des Unfalls anhält, aus seinem Fahrzeug springt und zu dem brennenden Ferrari läuft.
Hartog zögert keine Sekunde nach Unfall von Millroy
Zunächst versucht Hartog, von der Fahrerseite an Millroy heranzukommen. Anschließend wechselt er auf die andere Seite, nimmt einem heraneilenden Streckenposten einen Feuerlöscher ab, bekämpft die Flammen und zieht Millroy schließlich aus dem Cockpit. Vom Verlassen seines Porsche bis zur Rettung vergingen rund 50 Sekunden.
"Als ich vor mir ein Auto in einem riesigen Feuerball sah, gab es eigentlich keine andere Entscheidung", erklärte Hartog später. Er sei davon ausgegangen, dass sich der Fahrer nicht selbst befreien könne: "Also hielt ich an, stieg aus und ging zum Auto. Ich hatte nie irgendwelche Zweifel."
Hartog räumte allerdings ein, dass er während der Rettungsaktion zeitweise nicht gewusst habe, ob er Millroy tatsächlich aus dem Wagen bekommen würde. "Es war beängstigend und es gab Momente, in denen ich fürchtete, dass ich Ollie vielleicht nicht herauskriege", sagte er. Entscheidend sei für ihn letztlich aber nur, dass sein Kollege den Unfall überlebt habe.
Millroy: "Ich verdanke dir mein Leben"
Millroy selbst fand anschließend emotionale Worte für seinen Retter. "Ich bin heute Abend nur dank eines einzigen Mannes noch am Leben: Loek Hartog", erklärte der Brite. Hartog habe sofort angehalten und "sein eigenes Leben riskiert, um mich aus dem Auto zu ziehen".
An die rund 30 Sekunden vor dem Unfall und die folgende Stunde könne er sich nicht erinnern. "Aber an seinen unglaublichen Mut werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern", betonte Millroy.
Der Rennfahrer zog sich bei dem Unfall fünf gebrochene Rippen, ein gebrochenes Schlüsselbein, Brüche an Hand und Finger sowie eine Lungenprellung zu. Eine Operation soll folgen.
Der Vorfall hat unterdessen eine Diskussion über die Reaktion der Rettungskräfte ausgelöst. Millroys AAI-Motorsports-Team kritisierte, dass nach Ausbruch des Feuers nicht schnell genug fremde Hilfe durch die Sportwarte am Fahrzeug gewesen sei.
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