Djokovic, Federer, Murray und Nadal schienen den großen Tennisthron fest eingenommen zu haben. Roger Federer saß zurückgelehnt und zufrieden in der Mitte dieses Throns. Novak Djokovic hatte es sich mit einem schnippischen Lächeln bereits auf der linken Lehne gemütlich gemacht.
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Rafael Nadal grüßte angriffslustig von schräg gegenüber, der rechten Lehne. Andy Murray saß, sich die Hände reibend, oben empor auf der Rückenlehne des Throns. Mit seinem US-Open-Triumph im Jahre 2009 rüttelte Juan Martin del Potro so beherzt wie kaum jemand vor ihm am Königreich der großen Vier.
ATP Delray Beach
Del Potro feiert Sieg bei Comeback: "Wie ein Geschenk"
17/02/2016 AM 07:22

Warum Del Potro ein großes Vorbild ist

Den Leidensweg des Argentiniers zu skizzieren, würde vermutlich den Rahmen eines Artikels sprengen. Es soll auch nicht allzu viel Platz für die negativen Erlebnisse verschwendet werden. Sie sind, so hofft es vermutlich jeder Tennisfan, Geschichte. Del Potro ist nicht nur ein großartiger Tennisspieler, er ist ein noch viel imposanteres Vorbild. Den leichten Weg gehen? Aufhören? Die Hoffnung begraben?
Alles Fragen, über die sich der Argentinier, wenn überhaupt, nur Millisekunden Gedanken gemacht haben wird. Um sich anschließend erneut raus auf den Tennisplatz zu begeben, um weiter an seinem Comeback zu feilen. Sein Auftritt in der ersten Runde des ATP-Events in Delray Beach gegen die aktuelle Nummer 65 der Welt, Denis Kudla, war überraschend positiv. Und machte doch irgendwie nachdenklich. Auf der einen Seite schlug er einen alles andere als schwachen Spieler glatt 6:1 und 6:4.

Juan Martin Del Potro feierte ein erfolgreiches Comeback

Fotocredit: SID

Auf der anderen Seite sah man als aufmerksamer Beobachter, dass del Potro viel Rückhand-Slice spielte. Allgemein erschienen die Bewegungen bei der Rückhand zaghaft, beinahe ängstlich. Grandios war dafür zu sehen, wie schnell und flüssig sich der Argentinier, trotz seiner Größe, an der Grundlinie bewegte. Blitzschnelle Kreuzschritte, um sich wieder zurück Richtung Platzmitte zu orientieren, nachdem er in die Defensive geraten war.

Die langen Reisen des "Turms von Tandil"

Kurze, flinke Füße, welche ihn perfekt für seine brachiale Vorhand in die richtige Position brachten. Eine harmonische, technisch perfekte Aufschlagbewegung, die zu den absoluten Grundlagen seiner Spielidee zählt. Nach diesem Match war klar, dass Juan Martin del Potro dem Tennis mehr gefehlt hat, als man die gesamte Zeit seiner Abwesenheit annahm.
Würde ein 11-jähriger, talentierter und wissbegieriger Tennisspieler seinen Trainer nach einem Vorbild fragen, so sollte dieser seinem fragenden Schüler unweigerlich den Namen "Juan Martin del Potro" mit auf seinen Weg geben. Hart zu arbeiten, ohne ein Versprechen auf zukünftigen Erfolg zu haben, zeichnet zu großen Teilen einen Champion aus. Der mittlerweile 27-jährige "Turm von Tandil" hat bereits mehrere, lange Reisen auf sich genommen, um seinen Weg zurück in die großen Tennisstadien dieser Welt zu finden. Von Herzen ist ihm für die Zukunft zu wünschen, dass er dieses Ziel erreichen wird.
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