Ivo Karlovic eine Nummer zu groß für Alexander Zverev - Florian Mayer entdeckt Spielfreude wieder

Für Ausnahmetalent Alexander Zverev war Aufschlagriese Ivo Karlovic noch eine Nummer zu groß. Der 18 Jahre junge Hamburger unterlag beim Rasenturnier in Halle/Westfalen dem "Herrn der Asse" aus Kroatien nach 2:01 Stunden Spielzeit 7:6 (7:5), 3:6, 3:6 und verpasste damit die Chance, Florian Mayer ins Viertelfinale zu folgen. Mayer trifft im Viertelfinale auf Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer.

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Der lange verletzte Bayreuther entdeckt auf dem Grün der Gerry Weber Open seine Spielfreude wieder. Beim 6:3, 7:6 (7:4) gegen Steve Johnson aus den USA hechtete Mayer in Boris-Becker-Manier über den Rasen. "Das mache ich häufig", sagte er später gut gelaunt, "auf anderen Belägen geht das ja nicht so".
Mayer erreichte bereits zum fünften Mal die Runde der besten Acht in Halle. "Das ist ein Riesenerfolg für mich. Viertelfinale bei einem Top 500 Turnier bringt 90 Punkte", sagte Mayer, der nach 387 Tagen Verletzungspause in der Weltrangliste weit zurückgefallen war und sich derzeit den Weg durch die Niederungen der Tenniswelt kämpfen muss.
Federer scharrt schon mit den Hufen
Im April war Mayer in Monte Carlo auf die ATP-Tour zurückgekehrt, genau ein Sieg gelang ihm in der gesamten Sandplatzsaison. Auf Rasen sind es nun derer zwei - und Mayer sieht durchaus Potenzial für weitere Erfolge. "Ich war heute viel zu schlecht am Netz. Ich habe gut aufgeschlagen und bin gut nach vorne aufgerückt, muss aber noch konsequenter sein."
Steigern muss sich der ehemalige Weltranglisten-18. allemal, immerhin wartet im Viertelfinale am Freitag Rekordsieger Roger Federer. Der Schweizer besiegte im letzten Spiel am Mittwoch den Letten Ernests Gulbis 6:3, 7:5. "Jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren", sagte Mayer, egal gegen wen.
Wenig zu verlieren hatte auch Zverev gegen Karlovic, nach dem Satzgewinn träumten die Zuschauer auf dem Center Court allerdings schon vom zweiten deutschen Viertelfinalisten. Letztlich erwies sich der 2,11 m große Hüne vor allem in den entscheidenden Momenten als abgezockter, immerhin ist Karlovic mit 36 Jahren doppelt so alt wie Zverev. 21 Asse gelangen der Nummer 27 der Weltrangliste - Zverev, mit 1,98 m ebenfalls ein Schlaks, hielt mit acht dagegen.
Brown der letzte deutsche Pfeil im Köcher
Youngster Zverev war dagegen der Frust nach seinem Achtelfinal-Aus deutlich anzumerken, er sprach von einer "enttäuschenden Niederlage". "Wenn er so aufschlägt, kann man nicht viel machen", sagte Zverev: "Bei so wenigen Möglichkeiten wirst du nervös und spielst auch bei eigenem Aufschlag schlechter." Die größte deutsche Tennis-Hoffnung wird ihre Lehren daraus ziehen, in Wimbledon (ab 29. Juni) steht Zverev erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers.
Nachdem Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Tommy Haas (Los Angeles) bereits in der ersten Runde ausgeschieden waren, hat nur noch Publikumsliebling Dustin Brown (Winsen/Aller) am Donnerstag die Chance, Florian Mayer ins Viertelfinale zu folgen. Der Deutsch-Jamaikaner trifft auf den an Position zwei gesetzten Japaner Kei Nishikori.
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