Rafael Nadal erstaunt mit Last-Minute-Absage in Indian Wells - Jim Courier zeigt volles Verständnis
Der Weg von Rafael Nadal zum dauerhaften Comeback und zurück zu alter Klasse wird immer steiniger. Nachdem der Spanier in der vergangenen Saison nur vier Matches absolvieren konnte, hat es auch 2024 erst zu drei Partien gereicht - das Masters in Indian Wells sagte er einen Tag vor seinem ersten Spiel ab. Ein herber Rückschlag, aber in puncto Risiko-Management ein cleverer Schachzug.
Djokovic bedauert Nadals Absage in Indian Wells
Quelle: Perform
Es sah gut aus, sehr gut sogar. Schon bei der Anreise in die USA postete Rafael Nadal zusammen mit Novak Djokovic ein Foto aus dem Flugzeug. Die beiden Superstars Schulter an Schulter, bestens gelaunt.
Anfang März dann der nächste Auftritt: das Show-Event "Netflix Slam" in Las Vegas. Nadal präsentierte sich im Match gegen seinen jungen Landsmann Carlos Alcaraz (6:3, 4:6, 12:14) in guter Verfassung. Nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, aber: Er war wieder da, vor tausenden Fans, in Spiellaune.
Wiederum vier Tage später schrieb der 22-fache Grand-Slam-Turniersieger Autogramme in Indian Wells.
Nicht vor und nach seinem ersten Match, sondern weil er das erste Masters der Saison im letzten Moment absagen musste und seinen Fans zumindest ein kleines Ersatzprogramm bieten wollte. Er fühle sich "nicht bereit, auf höchstem Niveau bei einem so wichtigen Event zu spielen", erklärte der Nadal den Rückzug.
Courier versteht Nadal: "Risiko wäre es nicht wert gewesen"
Im Hinblick auf das Ziel, spätestens zur Sandplatzsaison wieder in Bestform da zu sein, sind das schlechte Nachrichten - aber kein Grund, in Panik zu verfallen, wie Jim Courier meint.
"Wir alle wissen, dass das große Ziel darin besteht, für Roland-Garros bereit zu sein, und ich glaube nicht, dass es jetzt das Risiko wert gewesen wäre, zu spielen", sagte der viermalige Grand-Slam-Champion in seiner Analyse für den "Tennis Channel".
Er sei beim "Netflix Slam" vor Ort gewesen und habe festgestellt, dass Nadal beim Aufschlag vorsichtiger und "in den Bewegungen nicht so frei wie sonst" gewesen sei. Von daher könne er die Absage in Indian Wells nachvollziehen, führte Courier aus.
Lindsay Davenport, einst die Nummer eins der Welt, sieht es ähnlich. "Wenn man ihn beim Training beobachtet hat, dann sah es so aus, als könne er sich nicht richtig bewegen - auch wenn er in Las Vegas spielen konnte", sagte die 47-Jährige. Es sei vermessen, zu erwarten, dass Nadal in dieser Verfassung einen Masters-Wettbewerb bestreite.
Nadal: Die Weltspitze gerät außer Sicht
Klar ist: Die Folgen der körperlichen Probleme der Jahre 2023 (Muskelverletzung am Hüftbeuger) und 2024 (Muskelverletzung im Oberschenkel) kann Nadal nur schwer abschütteln.
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Alcaraz verrät: Das habe ich mir bei Nadal abgeschaut
Quelle: Perform
Gleichzeitig wird der Rückstand zur Weltspitze immer größer.
Noch sei aber genug Zeit, um bis zu den French Open Ende Mai in Form zu kommen, stellte Courier klar: "Es gibt viele Gelegenheiten für ihn, die Matchpraxis zu bekommen, die er so sehr schätzt. Wir haben Monte-Carlo, Barcelona, Madrid, Rom."
Nadal: "Kann mich nicht selbst belügen"
Vor Nadal breite sich "ein ganzes Buffet an Möglichkeiten" aus und natürlich werde jedes Turnier dem Sandplatzkönig einen Startplatz geben, unabhängig von dessen Platzierung im ATP-Ranking.
Derzeit habe der "Körper definitiv andere Vorstellungen" als der Spieler selbst, befand Courier. Nadal muss das akzeptieren, und er handelt entsprechend.
"Ich kann mich nicht selbst belügen und auch nicht die Tausenden von Fans", schrieb der Routinier auf "X".
Courier: Hoffentlich sehen wir nicht nur Nadals Statue
Nadal muss folglich wieder in die Warteschleife abbiegen.
Einen neuen Comeback-Termin hat er noch nicht bekanntgegeben, der ATP-Kalender aber legt nahe, dass er wahrscheinlich auch Miami auslässt und auf die Sandplatzsaison wartet, die im April beginnt und mit dem Masters von Monte-Carlo (ab 7.4.) seinen ersten Höhepunkt hat.
Courier denkt indes schon an die French Open, die er 1991 und 1992 gewinnen konnte. Der 53-Jährige verbindet mit Roland-Garros in diesem Jahr einen Wunsch, den er mit den meisten Tennisfans auf der Welt teilt: "Wir blinzeln, sind in Paris und sehen Rafa dort hoffentlich in natura - und nicht nur diese schöne Statue von ihm, die dort steht."
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Highlights: Alcaraz beats Nadal in Vegas exhibition
Quelle: Eurosport
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