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Federer lehnt Superhelden-Status ab: "Perfekt - das gibt es nicht"

Federer lehnt Superhelden-Status ab: "Perfekt - das gibt es nicht"
Von tennisnet.com

08/03/2019 um 12:31

In Dubai gelang Roger Federer vor kurzem sein 100. Turniererfolg. Für viele seiner Fans wirkt der Schweizer oft übermenschlich, beinahe wie ein Superheld. Nicht zuletzt dank der vielen Siege erhielt Federer auch den Spitznamen "Maestro". Doch der 37-Jährige erklärte im Vorfeld des ATP Masters in Indian Wells: "Perfekt zu sein - das gibt es nicht." Zu seinem Erfolg habe auch viel Glück gehört.

"PeRFect" - dieses Wort wird gerne als Synonym für den Schweizer Meisterspieler verwendet, so mühe- und makellos erscheint sein Spiel für seine Fans.

Federer selbst sieht sich jedoch nicht als Mensch ohne Fehl und Tadel. "Die Leute erheben Superstar-Athleten oft in den Superman-Statur, als ob wir übernatürliche Kräfte hätten", sagte der 100-fachte Titelträger der Tennistour im Rahmen des Media Days vor Turnierstart.

Nishikori bewundert Federer

"Dann treffen sie uns und merken: 'Das ist nur ein normaler Typ - er ist nur großartig in dem, was er tut.'" Jeder habe seine Schwächen, so der 37-Jährige weiter - er auch:

"Perfekt zu sein - das gibt es nicht."

Ein Sache, die Federer außergewöhnlich "gut" macht: verletzungsfrei zu bleiben, was auch Federers potenzieller Viertelfinal-Gegner Kei Nishikori bewundert, der seinerseits oft von seinem Körper im Stich gelassen wird.

"Er arbeitet so viel härter als die anderen", findet der Japaner, der auch Federers Spielstil für die weitgehende Verletzungsfreiheit des Schweizers verantwortlich macht. "Es sieht aus, als würde er seinem Körper keinerlei Stress zufügen." Gerade für die vielen Powerspieler hingegen sei es verdammt schwierig, verletzungsfrei zu bleiben.

Federer: Jugendzeit kritisch für Verletzungen

Federer war in seinen knapp 20 Profijahren kaum längerfristig draußen, allenfalls der Rücken zwickte ab und an - und nachdem er sich in Folge seines Meniskusrisses zu Beginn der Saison 2016 und einem holprigen Comeback ein halbes Jahr Auszeit genommen hatte, scheint er noch mal etwas fitter als zuvor.

Federer selbst macht für seinen körperlichen Zustand im Laufe seiner Karriere auch das Glück verantwortlich. Vor allem die Jahre als Teenager, wenn man sich noch nicht so professionell verhalte, seien kritisch - weil man sich nach Regenpausen nicht aufwärme oder sich beim Snowboarden verletze. Wenn man diese Zeit durchstehe, sei es gut:

"Und wenn man dann genug Schlaf hat, das richtige Essen isst, sich gut erholt, seinen Spielplan einhält, dann hilft das."

Wichtig sei es auch, den eigenen Körper zu kennen. Zu wissen, was Schmerzen und was Schmerzen wegen einer Verletzung seien - oder was zu einer Verletzung führen könne. Man müsse wissen, wann man durchspielen könne und wann man den Fuß vom Gas nehmen müsse. "Am Ende des Tages braucht man schlaue Menschen um sich herum, die einen in diese Richtung erziehen."

Roger Federer feiert 100. Titel

Roger Federer feiert 100. TitelGetty Images

Mit Djokovic in Indian Wells der Rekordsieger

In Indian Wells ist Federer zusammen mit Novak Djokovic mit jeweils fünf Titeln der Rekordsieger. Zuletzt siegte er 2017 gegen Stan Wawrinka. Im Vorjahr verlor er das Endspiel trotz dreier Matchbälle gegen Juan Martin del Potro.

Nach einem Freilos zum Auftakt trifft der 20-fache Major-Champ in dieser Auflage auf Andreas Seppi oder Peter Gojowczyk. Danach könnte es gegen Wawrinka gehen.

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