Roger Federer kommt nach seiner Knie-Operation zurück

Wochenlang rätselten Fans, Medien und seine Kollegen: Wie kam es denn überhaupt zur Verletzung von Roger Federer, die sogar eine Knie-Operation nötig machte? Welche Gedanken gingen dem Schweizer durch den Kopf, und wie ist es möglich, dass er in Miami nur knpp sieben Wochen nach dem Eingriff sein Comeback feiern kann? In Florida gab der ehemalige Weltranglistenerste Antworten.

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Fotocredit: Eurosport

Roger Federer liebt Emojis. Kein Wunder also, dass der Schweizer der Welt dann auch via der bunten Ideogramme quasi pantomimisch mitteilte, wie er sich Anfang Februar den Meniskus im linken Knie gerissen hatte. Der Mann spricht locker drei Sprachen fließend, aber seien wir ehrlich - seine nette Emoji-Anekdote war doch etwas schwer zu entschlüsseln. Da blieb viel Raum für Spekulation.
Aber wie hat sich Federer denn nun wirklich verletzt? In Miami löste er das Rätsel auf - und als hätte man es nicht schon immer gewusst: Die meisten Unfälle passieren eben doch im Haushalt. Am Tag nach dieser bitteren Halbfinalabfuhr durch Novak Djokovic bei den Australian Open schlug das Schicksal gleich nochmal zu.
Federer ging ins Badezimmer, wollte ein Bad für seine Zwillingstöchter einlassen, machte eine simple Bewegung und hörte auf einmal einen Knacks im Knie. Alles noch nicht so dramatisch, dachte sich Federer und ging mit seinen Töchtern in Melbourne auf Zoobesuch. Danach - oh oh Emoji - schwoll sein Knie allerdings an. Er flog zurück in die Schweiz und dort überbrachte ihn sein Arzt dann die Hiobsbotschaft: Operation.

OP-Premiere für Federer

Nun hatte Federer das Kunststück also knapp verpasst und war doch nicht völlig ohne chirurgischen Eingriff durch seine Karriere gekommen. Doch die OP gelang, obwohl Federer meinte, es habe sich zuerst angefühlt, als gehöre sein linkes Bein gar nicht mehr zu seinem Körper - da habe er dann plötzlich doch Angst bekommen. Autsch. War eben alles Neuland für ihn, dieses ganze Verletzungsthema.
Nie hat Federer mal irgendetwas Schlimmeres gehabt. Außer vielleicht einen Männerschnupfen. Aber andere haut ja schließlich schon heimtückischer Brokkoli mit Käse um. Zwölf Tage musste sich Federer mit Krücken fortbewegen und startete sofort in die Reha durch. Aber mal fünf Wochen lang am Stück daheim in der Schweiz zu sein, ausgiebig Zeit für die Familie und sonst keine Verpflichtungen zu haben, trug sicher auch zu dieser Turbo-Genesung bei.
Und Federer selbst sagt, dass er Glück im Unglück hatte. Schließlich verletzte er sich direkt nach einem längeren Fitnessblock, als er körperlich in Höchstform war. Daher sei er nun sehr viel schneller wieder auf sein altes Form-Level gekommen. Dass er aber bereits wieder beim Masters in Miami einsteigen würde, kam dann doch etwas überraschend.

Duell der Rekonvaleszenten

Sieben Wochen und drei Tage später ist Federer also zurück im Wettkampf. Und er muss zum Auftakt gleich gegen einen schweren Brocken ran: Juan Martin del Potro. Eben jenen Argentinier, der ihm das Leben oft furchtbar schwer gemacht und der ihm 2009 den historischen Coup bei den US Open verdorben hatte. Aber: die Krankenakte del Potros hat mittlerweile Telefonbuch-Umfang.
Und so ist der Hüne gerade erst von einer weiteren schweren Handgelenksverletzung zurück auf der Tour. Es wird also das Duell der Rekonvaleszenten. Und Federer selbst ist ganz entspannt. Er genießt das Gefühl, dass er einmal keinen Druck hat, nichts zu erwarten braucht. Er will einfach sehen, wie sich das Knie anfühlt. Schauen, was schon geht. Was aber nicht heißt, dass er nicht gewinnen will. Federer liebt den Wettkampf. Und er hat mit Djokovic auch noch die ein oder andere Rechnung offen. Ebenso ein Grund, warum sich Federer bei der Reha so ins Zeug gelegt hat. Die Jagd auf die Nummer eins soll so schnell wie möglich weiter gehen.
Und die Bilder von seinem Aufbautraining machten ordentlich Eindruck. Wie Spiderman fühle er sich schon, schrieb Federer. Klar, ein Superheld. Und er kommt in Miami zwar ohne Umhang daher, aber dafür mit seinem eigenem Emoji. Seien wir gespannt, ob der nach dem Match auch noch so kess grinst.
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