"IndoPak-Express" in Paris

Der Inder Rohan Bopanna und der Pakistaner Aisam-Ul-Haq Qureshi werben auf dem Tennisplatz weiter für den Frieden - auch wenn sie in Paris-Bercy zumindest sportlich einen kleinen Dämpfer verkraften mussten. Doch ihre Botschaft kam an.

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Fotocredit: Eurosport

Aus Paris berichtet Petra Philippsen
Zwei Monate ist es her, als Qureshi auf dem Center Court von Flushing Meadows nach Worten rang. Der Pakistaner hatte sich mit seinem indischen Jugendfreund Bopanna zusammengetan, und das nicht nur, um erfolgreich bei den US Open Tennis zu spielen. Sie waren vielmehr in einer Friedensmission unterwegs, um ihre seit der Aufteilung Britisch-Indiens 1947 im blutigen Konflikt verfeindeten Heimatländer einander anzunähern.
Auf den Tribünen in New York jubelten ihnen tatsächlich indische und pakistanische Fans gemeinsam zu, erstmals saßen gar die Botschafter der Vereinten Nationen, der Inder Hardeep Singh Puri und der Pakistaner Abdullah Hussain Haroon, einträchtig nebeneinander. Es hatte Qureshi damals überwältigt, dass ihre Botschaft auf großer Bühne gehört worden war.
Qureshi nun Goodwill-Botschafter der UN
Und umso stolzer sind Bopanna und Qureshi inzwischen, dass diese nicht sofort wieder in Vergessenheit geraten war, sondern etwas angestoßen hatte. "Wir haben tolle Reaktionen bekommen", freute sich Qureshi, der gerade zum Botschafter des guten Willens im Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen ernannt wurde. Wieder eine bessere Möglichkeit, Dinge zu bewegen. "Wir haben wirklich das Gefühl, dass gerade die junge Generation zuhause diesen ganzen Hass satt hat und dankbar für unsere Aktion ist", fügte Bopanna hinzu, "es bewegt sich endlich etwas." Das Gruppenbild mit ihnen und den beiden UN-Botschaftern wurde kürzlich von einer internationalen Journalistenvereinigung zum Foto des Jahres gekürt.
Für den Hindu Bopanna und den Moslem Qureshi bestand nie ein Zweifel an ihrer Freundschaft. Die Verhältnisse in ihrer Heimat haben das politische Denken der beiden inzwischen 30-Jährigen von klein auf geprägt, und damit sind sie in der oft oberflächlich-glamourösen Tenniswelt fast schon eine Ausnahme. Für sie ist ihr Engagement jedoch so selbstverständlich wie nötig, und sie scheuten es auch nicht zu Zeiten, in denen ihnen dafür noch Sanktionen drohten. Doch ihre enorme Popularität und ihr wachsender sportlicher Erfolg verliehen ihren Stimmen immer größere Kraft. Mittlerweile zählt der "IndoPak-Express", wie sie sich nennen, zu den acht besten Doppel-Teams der Welt. Dass sie beim Masters in Paris-Bercy in der 2. Runde dem Duo aus Mark Knowles und Andy Ram unterlagen und so das Tour-Finale in London verpassten, enttäuschte sie jedoch zutiefst.
Shirts und Kappen längst ausverkauft
Es tröstete sie aber, dass auch in Paris ihre Botschaft angekommen war. Als sie am Donnerstag Court 1 im Palais Omnisports unter tosendem Jubel betraten, wussten die gut 300 Zuschauer, die sich um die wenigen Sitzplätze drängten, wen sie da vor sich hatten. Auch wenn Bopanna und Qureshi ihre inzwischen berühmten Trainingsjacken mit der Aufschrift "Stop War, Start Tennis!" gar nicht trugen. Die Nachfrage nach Shirts und Kappen mit diesem Schriftzug nahm derart überhand, dass sie den Shop auf ihrer Webseite kurzfristig schließen mussten. Entstanden war ihre Initiative im Sommer in Wimbledon in Zusammenarbeit mit der Organisation "Peace and Sport", deren Schirmherr Fürst Albert II. von Monaco ist. Die neutrale und internationale Initiative will mit Hilfe von Sportlern weltweit auf Krisengebiete aufmerksam machen und für Verständigung sorgen.
Noch vor Jahresende ist ein weiteres Großprojekt mit ebenso großer Wirkung geplant. Auf dem kleinen Grenzübergang in Wagah wird Anfang Dezember ein Benefizmatch stattfinden, mit Bopanna und Qureshi auf jeweils vertauschten Seiten. "Ich denke, dass das noch mal einen wichtigen Anstoß gibt und besonders an dieser Stelle ein ganz besonderes Symbol sein wird", hofft Qureshi.
TV-Tipp:
Das Duell der Besten: Verfolgen Sie am 21. Dezember (20:30) und 22. Dezember (19:00) die beiden Benefiz-Matches zwischen Rafael Nadal und Roger Federer live im TV bei Eurosport und online im Eurosport Player!
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