Lehrstunde für Dominic Thiem: Novak Djokovic stürmt ins Finale von Rom

Der Weltranglisten-Zweite Novak Djokovic hat mit einer überragenden Leistung das Finale der ATP Masters in Rom erreicht. Der Serbe setzte sich eindrucksvoll gegen den Österreicher Dominic Thiem glatt in zwei Sätzen mit 6:1, 6:0 durch. Djokovic trifft im Endspiel (Sonntag 16:00 Uhr) auf Alexander Zverev, der erstmals in einem ATP-Masters-1000-Turnier steht.

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Novak Djokovic wirkte am Samstagabend plötzlich wie ein Mann auf einer Mission - und diese Mission lautete: Die alten, wahren Machtverhältnisse im Welttennis wieder herzustellen. Der zwölffache Grand-Slam-Champion spielte wie vor ziemlich genau einem Jahr, nämlich unantastbar, und ließ Dominic Thiem beim 6:1 und 6:0 keine Chance.
20 Mal flog der Ball gleich in der ersten Rallye über das Netz, Thiem holte sich den Punkt mit einem Vorhand-Cross. Danach allerdings übernahm Djokovic das Kommando, stand konsequent nahe an der Grundlinie, spielte aggressiv wie selten in der laufenden Saison. Und zwang damit Thiem, viel Risiko einzugehen. Zu viel Risiko, zumindest im ersten Satz. Bis zum 0:5 konnte sich der Österreicher keinen einzigen Spielball erarbeiten. Nach 25 Minuten konnte Thiem eine Vorhand nur noch in das Netz schieben. 6:1, Djokovic.

Kein Rückfall

Auch der zweite Satz begann mit einem Aufschlagverlust der österreichischen Nummer eins, Djokovic konnte die erstaunliche Qualität seines Spiels weiter aufrecht erhalten, holte sich auch das zweite Service-Game von Thiem, obwohl dieser mit 40:0 geführt hatte. Im vierten Spiel erarbeitete sich der 23-jährige Lichtenwörther seine ersten zwei Breakbälle im gesamten Match, Djokovic wehrte beide mit präzisen Aufschlägen auf die Rückhand-Seite ab. Nach exakt 59 Minuten war die Meisterleistung des serbischen Weltranglisten-Zweiten amtlich.
Vergangene Woche in Madrid hatte Djokovic bei seiner Halbfinal-Niederlage gegen Rafael Nadal noch leicht ratlos gewirkt, gegen Dominic Thiem blieben keine Fragen offen. Damit spielte sich der French-Open-Titelverteidiger der Herren wieder zurück in den Favoritenkreis für Roland Garros 2017, am selben Tag, an dem Garbine Muguruza, die im vergangenen Jahr triumphiert hatte, in ihrem Halbfinale gegen Elina Svitolina verletzt aufgeben musste.
Im Endspiel wartet nun Alexander Zverev auf Novak Djokovic. Die deutsche Nummer eins, drei Jahre jünger als Dominic Thiem, hatte sich am Nachmittag gegen John Isner in drei Sätzen durchgesetzt. Zverev und Djokovic treten am Sonntag (16:00 Uhr) erstmals auf der ATP-Tour gegeneinander an.
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