Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray haben zusammen 49 Grand-Slam-Titel gewonnen - die Bezeichnung "Big Four" kommt nicht von ungefähr. Alexander Zverev kann von diesen Erfolgen bislang nur träumen, allerdings: Bei den bisherigen sechs Masters-Wettbewerben der laufenden Saison gab es nur drei Sieger: Zverev, Nadal, Federer. Da ist es nicht vermessen, wenn der Hamburger im Hinblick auf die Big Four sagt:

Ich hoffe, dass ich eines Tages auch so vieleTitel wie sie gewinnen kann
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Vor dem Erfolg in Montréal gewann Zverev im Mai bereits das Masters in Rom, nach dem jüngsten Coup erklärte er auf der Pressekonferenz: "Zwei Masters-Turniere in einem Jahr zu gewinnen, ist etwas Unglaubliches." In Cincinnati wartet nun schon das nächste Masters auf den Deutschen, der nach dem klaren Erfolg gegen Federer vor Selbstvertrauen strotzt:

Ich fühle mich großartig, ich spiele momentan das beste Tennis meines Lebens.

Gegen Federer zu spielen, so Zverev, sei immer "etwas ganz Besonderes". Der Maestro aus der Schweiz hatte nach dem verlorenen Finale nur lobende Worte für Zverev: "Es ist extrem schwer ein Masters zu gewinnen und er hat das in diesem Jahr bereits zwei Mal geschafft. Es ist eine großartige Leistung von ihm." Federer ist sich sicher:

Leute wie er werden den Sport in der Zukunft auf ein neues Level heben.

Mit Coach Ferrero noch ungeschlagen

Der Aufschwung von Zverev hängt mit seinem neuen Coach Juan Carlos Ferrero zusammen. Der French-Open-Sieger von 2003 und ehemalige Weltranglistenerste bereitet Zverev auf die US Open vor. Mit dem Spanier an seiner Seite ist Zverev noch ungeschlagen, der Jungstar gewann zuletzt zehn Matches in Serie. Ferrero hilft Zverev nicht nur im spielerischen Bereich, wie der Weltranglisten-Siebte betonte:

Er weiß, wie es sich anfühlt, die großen Spiele zu spielen und das hilft mir sehr, mit jemanden in solchen Situationen zu sprechen.

Alexander Zverev

Fotocredit: Imago

NextGen-Finals nicht genug

Zverev ist das Aushängeschild der sogenannten "ATP Next Generation", also der Nachwuchsspieler, die die Big Four irgendwann ablösen sollen.

Die NextGen-Finals finden im November in Mailand statt. Im Ranking steht Alexander mit 4165 Punkten deutlich vor dem zweitplatzieren Russen Karen Khachanov (890 Punkte).

Doch das reicht Zverev nicht mehr, er will zu den Großen gehören und sich für die ATP Finals in London qualifizieren. Im "Race to London" steht Zverev derzeit auf Platz drei, vor ihm liegen nur Nadal und Federer. Zverev hat die Teilnahme ins Visier genommen:

London ist eines meiner größten Ziele und ich befinde mich in einer guten Position. Doch dafür muss ich meinen Spielstil beibehalten und weiter versuchen Turniere zu gewinnen.

Bis zu den ATP Finals im November steht mit den US Open noch ein Grand-Slam-Event und drei Masters-Turniere auf dem Plan, alle auf Hartplatz. Auf dem Belag triumphierte der 20-Jährige in dieser Saison bereits in Montpellier, Washington und Montréal. Zverev ist auf dem besten Weg sich unter den besten Spielern der Welt festzusetzen.

Becker begeistert: "The Future is now"

Seit Boris Becker (1996) war es keinem deutschen Spieler mehr gelungen, fünf ATP-Turniere in einem Jahr zu gewinnen. Die Karriere des 20-jährigen Hamburgers jetzt schon mit der von Boris Becker zu vergleichen, ist verfrüht.

Doch der ehamalige Weltklassespieler Becker ließ selbst keine Zweifel daran, dass Zverev vor einer großen Zukunft steht und twitterte: "The future is now".

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