Kohlschreiber stoppt die Zukunft
"Souverän abgewehrt." Philipp Kohlschreiber ist bester Laune, hat das deutsche "Duell der Generationen" gegen den 18-jährigen Alex Zverev klar mit 6:2, 6:4 gewonnen. Es sei "ein Prestigevergleich" gewesen, kein Match wie jedes andere, gibt Kohlschreiber zu.
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Vom ATP-Turnier in München berichtet Tobias Laure
Die Gegenwart schlägt die Zukunft, die Erfahrung die jugendliche Unbekümmertheit, die Selbstbeherrschung die Emotion.
Philipp Kohlschreiber hat im Achtelfinale des Sandplatz-Turniers am Münchner Aumeisterweg seinen Status als aktuelle Nummer eins im deutschen Tennis bestätigt - und das war dem Augsburger extrem wichtig. Obwohl es "nur" ein Achtelfinale war, obwohl es "nur" um ein Turnier der 250er-Kategorie geht.
"Ich hatte mehr zu verlieren"
"Ich bin sehr froh, dass ich die Partie klar gewinnen konnte. Denn es war klar, dass ich wesentlich mehr zu verlieren hatte als Alex", erklärt Kohlschreiber, derzeit auf Rang 26 der Weltrangliste notiert, auf Nachfrage von eurosport.yahoo.de.
Zverev ist die große Zukunfts-Hoffnung im deutschen Herren-Tennis, doch im Moment ist Kohlschreiber mindestens noch eine Nummer zu groß für das Hamburger Toptalent.
Während der Favorit auf dem Center Court variabel, fehlerarm und mit klasse Stops überzeugte, staute sich auf der anderen Seite des Netzes der Frust auf - und entlud sich dann auch. Dreimal hämmerte Zverev seinen Schläger in der Anfangsphase des zweiten Satzes brachial auf den Boden, brechen wollte das Racquet aber nicht. Im siebten Spiel drosch der Weltranglisten-119. dann frustriert einen Ball in die Bande.
Kohlschreiber der Wunschgegner
Geholfen haben die Wutausbrüche am Ende freilich nicht, auch wenn Kohlschreiber das Verhalten seines Herausforderers durchaus nachvollziehen konnte. "Ich verstehe und kenne das, in jungen Jahren bist du einfach heißsporniger", so der 31-Jährige. Zverev sei eben "sehr fokussiert" und habe sich gerade für dieses Match etwas ganz anderes vorgenommen. "Alex hatte sich ja speziell mich als Gegner gewünscht."
Die Emotionen Zveres während der Begegnung habe er allerdings "gar nicht erst an mich herangelassen. Das lehrt dich die Erfahrung" betont Kohlschreiber, der den Wettbewerb in München bereits in den Jahren 2007 und 2012 gewonnen hat und nun im Viertelfinale auf den Belgier David Goffin trifft.
"Niederlagen gegen Dortmund tun doppelt weh"
Kohlschreiber, der zum ersten Mal auf Zverev getroffen war, kann hochzufrieden sein mit dem bisherigen Turnierverlauf, bislang klappt einfach alles.
Eine Sache trübt die Freude dann aber doch. "Das war gestern schon ein bitterer Abend für mich als Bayern-Fan", spielt der Augsburger auf das dramatische Pokal-K.o. des FC Bayern gegen Dortmund an. "Wissen sie, Niederlagen gegen Dortmund tun einfach doppelt weh." Das hätte wohl auch im Falle eines Misserfolges gegen Alex Zverev gegolten ...
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