Es war nur ein Satz, aber er kam spontan und aus tiefstem Herzen, und er sagte viel, wenn nicht alles aus über den derzeitigen Gemütszustand von Alexander Zverev. "Gott, bin ich froh, wieder in München zu sein", verriet der beste deutsche Tennisspieler, nachdem er beim heimeligen ATP-Turnier in der bayerischen Landeshauptstadt sein Auftaktmatch gewonnen hatte.
Der Weltranglistendritte hat bislang kein gutes Jahr, die vergangenen drei Wochen auf Sand waren erst recht miserabel - seine Erleichterung war also allzu verständlich.

Zverev nun gegen Garín

ATP München
Mit Video | Zverev kämpft sich ins Viertelfinale von München
01/05/2019 AM 13:08
In München, betonte der Titelverteidiger nach seinem 7:5, 6:1 gegen den Weltranglisten-80. Juan Ignacio Londero aus Argentinien, in München habe für ihn ja einst alles angefangen. Hier stand er 2014 zum zweiten Mal im Hauptfeld eines ATP-Turniers.
Hier gewann er 2017 sein erstes Turnier auf Sand, gefolgt vom ersten Sieg bei einem Masters (in Rom). Und hier will er nun seinem bislang verkorksten Jahr, das zuletzt auch von einem Rechtsstreit mit dem bisherigen Manager Patricio Apey geprägt war, eine Wende zum Guten geben.
Am Freitag trifft Zverev im Viertelfinale der BMW Open auf Cristian Garín aus Chile, 22 Jahre alt, Nummer 47 der Weltrangliste. Es wäre das erste Mal seit seinem Finaleinzug in Acapulco vor zwei Monaten, dass er nach dem Auftaktmatch auch das zweite gewinnt.
In den vergangenen fünf Turnieren ist ihm dies nicht gelungen. Zverev hat dies auch mit zwei weiteren Ereignissen in seinem Leben erklärt: der Trennung von Freundin Olya - und der gesundheitsbedingten Abwesenheit von Vater Alexander. Zverev senior aber ist wieder auf dem Damm und seit Dienstagabend in München.

Steigerung ja, Topform nein

Ein Sieg ist erst mal nur ein Sieg, aber der 22 Jahre alte Zverev wertete seinen Auftakterfolg in München als ersten Schritt in die richtige Richtung:
In den letzten Wochen, wenn es eng geworden ist, wurde ich defensiv.
Und auch gegen Londero wurde es für ihn nach einer 4:1-Führung ungemütlich, der Argentinier kam auf 4:4 heran, plötzlich musste der Hamburger kämpfen. Diesmal allerdings sei er "aggressiv geblieben", konstatierte er, er habe trotz "vieler schwerer Momente immer einen Weg gefunden".

"Positive Energie" in München

Auch Zverev wusste anschließend, dass er noch weit entfernt ist von seiner Bestform und vom erhofften Titel-Hattrick in München. "Es kann noch sehr viel passieren", sagte er. Und doch verhehlte er nicht, wie gut es ihm tut, gerade jetzt, wo er eine schwierige Phase erlebt, in München zu sein. Hier, sagte er, fühle er eine "positive Energie".
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