ATP München - Nachwuchs-Hoffnung Max Rehberg im exklusiven Interview: "Vor ein paar Jahren war Druck ein größeres Thema"
Max Rehberg spricht nach seinem Überraschungssieg mit Justin Engel gegen das beim ATP-Turnier in München an Nummer zwei gesetzte Doppel Marcel Granollers/Horacio Zeballos im exklusiven Interview mit Eurosport.de über seinen Karriereweg. Der 21-Jährige erklärt, wo er sich am stärksten verbessert hat und wo er noch Reserven sieht. Zudem schätzt er den deutschen Tennis-Nachwuchs ein.
Sensation perfekt! Deutsches Teenie-Duo nimmt Top-Doppel raus
Quelle: Eurosport
Mit Blick auf die jüngsten Erfolge von Engel oder Diego Dedura-Palomero (Sieg gegen Denis Shapovalov in München), sieht Rehberg "Tennis-Deutschland wieder gut aufgestellt".
Das Zusammenspiel mit dem 17-jährigen Engel im Doppel imponiert Rehberg. "Das passt einfach", sagt er nach dem 7:5, 7:5 gegen Granollers/Zeballos gegenüber "Eurosport.de".
Außerdem spricht Rehberg über seinen Umgang mit Konkurrenzkampf und Druck als DTB-Nachwuchshoffnung.
Max Rehberg im Interview mit Eurosport.de.
Herr Rehberg, Sie und ihr Doppel-Partner Justin Engel wirken, als wärt ihr gut befreundet. Hilft das bei der Zusammenarbeit auf dem Court?
Max Rehberg: Die Chemie ist gerade im Doppel ganz wichtig. Wir verstehen uns neben dem Platz sehr gut und das unterstützt einen auf dem Court. Man trägt sich gegenseitig, was in knappen Situation hilfreich ist. Ich habe totales Vertrauen in Justin und er hat totales Vertrauen in mich – das passt einfach.
Was sind die nächsten unmittelbaren Ziele?
Rehberg: Ich bin hauptsächlich auf der Challenger Tour unterwegs. Deswegen möchte ich mich dort noch mehr hochspielen und das eine oder andere Turnier gewinnen. Im Jahr spielst du 25 bis 30 Turniere, aber ein Sieg ist einfach etwas anderes. Das tut einem sehr gut.
Ende des vergangenen Jahres haben Sie in einem Interview gesagt, dass ein großes Ziel in diesem Jahr die Teilnahme am ersten Grand Slam ist. Wie sieht es diesbezüglich aus?
Rehberg: Vor allem das letzte halbe Jahr war enorm gut. Ich mache Schritte nach vorne. Man darf natürlich nicht nervös werden, nur weil es vielleicht ein bis zwei Monate länger dauert, als man gehofft hat. Insofern bin ich da meiner Meinung nach voll im Lot.
Insgesamt fühle ich mich eher auf dem Hartplatz mit den schnelleren Belägen wohl.
Wo haben Sie sich konkret verbessert?
Rehberg: Ich habe das Gefühl, dass ich insgesamt besser geworden bin, aber vor allem beim Aufschlag zugelegt habe. Service und Return sind einfach am wichtigsten, weil es der erste Schlag im Ballwechsel ist. Da habe ich den größten Schritt nach vorne gemacht. Früher wollte ich das nicht so gerne üben, weil das ekelhaft zu trainieren ist. Inzwischen habe ich ein anderes Mindset, was für mich sehr viel ausmacht.
In welchem Bereich haben Sie noch am meisten Luft nach oben?
Rehberg: Das Netzspiel. Auch wenn Justin und ich das Doppel gegen Granollers/Zeballos gewonnen haben. Das Spiel nach vorne ist das größte Thema, das ich momentan angehe, weil ich darüber die Punkte kürzer machen kann und es weniger anstrengend ist, als die ganze Zeit von links nach rechts zu laufen.
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Justin Engel und Max Rehberg klatschen bei ihrem Auftaktmatch in München ab
Fotocredit: Imago
Der Sand in München scheint Ihnen zu liegen. Auf welchem Belag sehen Sie sich am stärksten?
Rehberg: Tendenziell mag ich Indoor-Hard-Court am liebsten, auch wenn ich mich in den letzten Jahren immer mehr auf Sand und Rasen eingespielt habe. Aber insgesamt fühle ich mich eher auf dem Hartplatz mit den schnelleren Belägen wohl.
Tennis-Deutschland wartet sehnsüchtig auf seinen nächsten Grand-Slam-Sieger. Sie gehören zu der jungen Generation, die jetzt nachkommt und standen auch schon früh im Rampenlicht. Haben Sie das Gefühl, unter Druck zu stehen?
Rehberg: Vor ein paar Jahren war Druck schon ein größeres Thema. Aber mittlerweile sehe ich es gelassener: Ich bin ich, ich bin meine eigene Person und muss auf mich schauen – egal was andere wollen. Ich tue alles, was in meiner Macht steht und so kann ich mir auch selber den Druck nehmen. Was einen Grand Slam angeht: Ich finde, Deutschland ist auf einem sehr guten Weg. Wir haben Justin Engel, wir haben Diego Dedura-Palomero, der hier in München unfassbar gespielt hat. Deswegen glaube ich, dass Tennis-Deutschland wieder gut aufgestellt ist.
Wenn ich mir ein Vorbild aussuchen müsste, wäre es Roger, weil ich es einfach geliebt habe, ihm zuzusehen.
Welchen Stellenwert haben die BMW Open für Sie? Gerade jetzt im ersten Jahr in der 500er-Kategorie.
Rehberg: Es ist unglaublich, was hier aufgebaut wurde, wenn man das mit den letzten Jahren vergleicht. München ist meine Heimat. Ich verbinde mit der Stadt mein gesamtes Leben und ich bin 15 Minuten vom Tennis-Klub entfernt groß geworden. Es ist zwar auch die stressigste Woche, weil es wahnsinnig viele Leute gibt, die mit einem sprechen wollen, aber das ist auch ein Privileg. Insofern hat München einen großen Stellenwert für mich.
Das Trio aus Justin Engel, Diego Dedura-Palomero und Ihnen bildet ja so etwas wie die Speerspitze des deutschen Tennis-Nachwuchses auf der Herrenseite. Sehen Sie sich da als klare Nummer eins?
Rehberg: Ich versuche, das ganze nicht als Konkurrenzkampf wahrzunehmen. Für mich persönlich ist es immer gut, wenn junge Spieler nachkommen, weil das für mich auch nochmal ein extra Ansporn ist, mich zu verbessern.
Diego Dedura-Palomero hat erzählt, dass er sich sehr stark an Rafael Nadal orientiert. Haben Sie ein Vorbild, dem Sie nacheifern?
Rehberg: Schwierig. Ich bin in der Federer-Zeit aufgewachsen. Wenn ich mir ein Vorbild aussuchen müsste, wäre es Roger, weil ich es einfach geliebt habe, ihm zuzusehen. Aber auch Djokovic und Nadal waren toll anzuschauen, deswegen kann ich mich da nicht wirklich festlegen.
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Gauff exklusiv: "Es waren viel Aufs und Abs"
Quelle: Eurosport
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