Alexander Zverev gewinnt zum zweiten Mal das Masters in Rom - und ist plötzlich ein Top-Favorit für die French Open

Alexander Zverev hat sich zum zweiten Mal in seiner Karriere den Masters-Titel in Rom gesichert. Der Deutsche schlug Nicolás Jarry aus Chile in zwei Sätzen und konnte sich dabei einmal mehr auf seine unglaubliche Aufschlagstärke verlassen. In dieser Form ist der 27-Jährige einer der Top-Favoriten auf die kommenden French Open - zumal die Konkurrenz in den vergangenen Wochen Federn lassen musste.

Masters-Titel Nr. 6 - Zverev wieder König von Rom

Quelle: Eurosport

Die Bedeutung dieses Titels war Alexander Zverev anzusehen. Ungläublich warf er die Hände über den Kopf und sank auf die Knie, nachdem er seinen vierten Matchball im Finale gegen den kämpferischen Nicolás Jarry auf dem Campo Centrale verwandelt hatte.
An selber Stelle hatte der damals gerade einmal 20-Jährige seinen ersten Masters-Titel errungen. Nun durfte Zverev zum zweiten Mal die Trophäe der Internazionali BNL d’Italia in die Höhe recken. Dabei war vor ziemlich genau zwei Jahren nicht klar, ob der neue Weltranglistenvierte überhaupt noch einmal an sein Leistungsniveau herankommen würde.
Im Halbfinale der French Open gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal hatte sich der Deutsche alle drei Außenbänder im rechten Sprunggelenk gerissen und musste ein halbes Jahr pausieren. In der italienischen Hauptstadt sicherte er sich nun seinen ersten Masters-Titel nach drei Jahren und den ersten Titelgewinn seit September 2023.
Eine Woche vor Beginn der French Open ist der Aufschlagriese nun einer der Top-Favoriten auf den Titel in Roland Garros. Zumal die Konkurrenz um Carlso Alcaraz, Jannik Sinner und Novak Djokovic in den vergangenen Wochen mit großen Problemen zu kämpfen hatte.

Zverev mit wahnwitziger Quote: "Das ist eigentlich unmöglich"

"Wenn man auf den Platz kommt und gleich drei Asse serviert, dann hilft das natürlich", gab sich Zverev im Siegerinterview bei "Sky" nach seinem Erfolg beinahe bescheiden. Der Aufschlag blieb allerdings über das gesamte Match die stärkste Waffe des 27-Jährigen.
Bis tief in den zweiten Satz hinein konnte der gebürtige Hamburger gar eine 100 prozentige Punktequote bei seinem ersten Aufschlag vorweisen. Am Ende machte er bei 37 von 39 ersten Aufschlägen den Punkt.
"Wenn Sascha so serviert, dann ist er fast unspielbar", sagte die TV-Expertin und frühere Weltklassespielerin Andrea Petkovic am Mikrofon bei "Sky" und weiter: "Das ist eigentlich unmöglich." Auch Novak Djokovic, der Rekord-Grand-Slam-Champion, hätte gegen Zverev in dieser Form kaum eine Chance als Returnspieler gehabt, führte Petkovic weiter aus.
Die Stärke des einen war das Leid des anderen - Gegner Jarry war beim Stand von 2:2 im zweiten Satz der Verzweiflung nahe, weil er bei Aufschlag Zverev einfach keinen Weg in die Partie fand.
"Ich bin glücklich über meine Performance und über das Niveau, auf dem ich die ganze Woche gespielt habe", sagte der Rechtshänder nach der Partie über seine eigene Leistung, nur um kurz darauf auf die Euphorie-Bremse zu treten: "Lasst mich mal einen Tag glücklich sein und dann geht es voller Fokus nach Paris."

Zverev plötzlich Favorit in Paris - Konkurrenz gebeutelt

In der französischen Hauptstadt scheint der erste Grand-Slam-Titel für Zverev plötzlich näher als vor ein paar Wochen noch gedacht. Das liegt zum einen an der bestechenden Form, in der sich der Deutsche während der Woche in Rom präsentierte - im gesamten Turnierverlauf gab er nur einen Satz ab. Zum anderen an den Problemen, die die Konkurrenz in den letzten Wochen immer wieder zurück warf.
Jannik Sinner, der dominante Spieler der aktuellen Saison und Sieger des ersten Grand Slams des Jahres in Australien, wurde zuletzt mit Hüftproblemen behandelt. Kurz vor dem Viertelfinale des Masters in Madrid zog der Südtiroler daher zurück, in Rom trat der Lokalmatador gar nicht erst an.
Selbst, wenn Sinner in Paris an den Start gehen sollte, fehlt ihm im Vergleich zu Zverev der Rhythmus und die Matchpraxis, zumal Sand der am wenigsten geliebte Belag des 22-jährigen Durchstarters ist.
Ähnlich sieht es bei Carlos Alcaraz aus. Der Spanier kämpft seit Monte Carlo mit Ellenbogenproblemen, auch er ging in Rom nicht an den Start und wird - wenn überhaupt - ganz ohne Wettkampfhärte in die französische Hauptstadt reisen.

Djokovic und Nadal angeschlagen – Zverev könnte profitieren

Und dann wären da noch Djokovic, der sich in diesem Jahr in einem erstaunlichen Formtief befindet, sowie der 14-malige French-Open-Sieger Nadal. Während Ersterer sich in Rom im Halbfinale überraschend dem Chilenen Alejandro Tabilo geschlagen geben musste, kassierte Letzterer gegen Hubert Hurkacz eine krachende Niederlage.
Nadal ließ die Teilnahme bei "seinen" French Open im Anschluss offen, Djokovic meldete hingegen spontan für das Vorbereitungsturnier in Genf. Aktuell erscheint es unwahrscheinlich, dass einer der beiden verbliebenen "Big Three"-Spieler tatsächlich noch einmal in Roland Garros triumphieren kann. Auch wenn Expertin Petkovic einräumte: "Einen ungesetzten Nadal in Paris braucht man nicht in seinem Leben."
Was sie damit meinte, war klar: Die beiden Alt-Stars sind nach wie vor das Nonplusultra im Tennis-Zirkus und trotz körperlicher Probleme oder schwächelnden Vorleistungen immer in der Lage, bei einem Grand-Slam-Turnier aufzutrumpfen.

Zverev hofft auf "zweieinhalb Wochen" in Paris

Zverev hat hingegen an seinem "happy place" gezeigt, dass er wieder in der Lage ist, große Turniere zu gewinnen. Eine Kampfansage sei sein Turniersieg in Rom zwar nicht.
Er hoffe aber dennoch auf erfolgreiche "zweieinhalb Wochen" in Paris.
Viel besser waren die Vorzeichen wohl selten. Die Zeit für den ersten Grand-Slam-Titel für Zverev ist reif.
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Highlights: Swiatek beeindruckt bei Triumph in Rom

Quelle: Perform


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