London ist elektrisiert

Roger Federer hat die meisten Rekorde der Tennis-Welt in den letzten Jahren zerschmettert. Vor den World Tour Finals in London schickt er sich einmal mehr an, eine Bestmarke zu egalisieren. Die Kontrahenten sind Sampras und Lendl. Welche Rolle spielt der wieder genesene Rafael Nadal in der Rechnung?

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Rafael Nadal gegen Roger Federer - das Duell der weltbesten Tennisspieler elektrisiert in diesen Tagen London.
Selbst der britische Premierminister David Cameron ließ es sich nicht nehmen, die beiden Dominatoren des Tennis-Zirkus und die übrigen sechs Teilnehmer in der Downing Street 10 zu begrüßen. "Es ist fantastisch, dass das ATP-Tour-Finale wieder in London stattfindet", sagte der bekennende Tennis-Fan Cameron.
Petzschner nicht nur Tourist
Bei der zweiten Auflage an der Themse ist erstmals auch ein deutscher Tennis-Profi in der 17 500 Zuschauer fassenden O2 Arena dabei: Philipp Petzschner tritt mit dem Österreicher Jürgen Melzer im Doppel an. "Das ist natürlich ein tolles Erlebnis", sagte Petzschner, der mit Melzer völlig überraschend Wimbledon gewonnen hatte.
"Die Gefühle nach diesem Triumph kann man gar nicht in Worte fassen", sagte der 26-Jährige, der zuletzt wegen einer Knöchelverletzung pausieren musste. "Inzwischen bin ich aber wieder vollkommen fit und freue mich auf das Event. Wir fahren nicht nach London, um uns die Stadt anzugucken", betonte Petzschner.
Wie reagiert Nadals Schulter?
Dagegen steht hinter dem Leistungsvermögen des Weltranglisten-Ersten Nadal ein Fragezeichen. Der überragende Spieler der Saison, der mit den French Open, Wimbledon und den US Open die vergangenen drei Grand-Slam-Turniere gewonnen hat und im Moment uneinholbar auf dem Tennis-Thron sitzt, hat seit einem Monat kein Spiel mehr bestritten. Eine Schulterverletzung zwang das mallorquinische Kraftpaket zur Pause, doch inzwischen fühlt sich Nadal wieder fit.
Der 24-Jährige trifft in seinem Auftaktmatch am Montag auf den Amerikaner Andy Roddick, zudem sind der Weltranglisten-Dritte Novak Djokovic aus Serbien und der tschechische Wimbledon-Finalist Tomas Berdych Nadals Gegner. "Es wird eine große Herausforderung, aber ich werde mein Bestes geben", sagte der Olympiasieger von 2008.
Im vergangenen Jahr schied der Spanier allerdings bereits in der Vorrunde aus, hat bei der mit rund 2,7 Millionen Euro dotierten Veranstaltung also noch einiges gutzumachen. Druck verspürt Nadal dennoch keinen. "Egal, wie es ausgeht, ich hatte trotzdem ein fantastisches Jahr", sagte der neunfache Grand-Slam-Sieger.
Schweizer auf Rekordjagd
Federer präsentierte sich just vor dem letzten Höhepunkt des Jahres in bestechender Form. Erfolge in Stockholm und seiner Heimat Basel schraubten die Zahl der Turniersiege in diesem Jahr auf vier, darunter die Australian Open zu Beginn 2010.
"In Melbourne habe ich mit das beste Tennis meines Lebens gespielt", sagte der Schweizer, der den Saisonabschluss bislang viermal gewinnen konnte. Nur Pete Sampras und Ivan Lendl siegten noch einmal öfter.
Federer: "Kann Rafa schlagen"
Federer trifft in seinem ersten Match der Gruppe B am Sonntag auf den Spanier David Ferrer. Der Schwede Robin Söderling und Lokalmatador Andy Murray sind die weiteren Kontrahenten. Veranstalter und Zuschauer hoffen natürlich auf ein Traumfinale zwischen dem langjährigen Tennis-Primus und Nadal.
"Rafa verdient es absolut, die Nummer eins zu sein. Aber ich weiß, dass ich ihn schlagen kann, wenn ich mein bestes Tennis spiele", sagte Federer.
TV-Tipp:
Das Duell der Besten: Verfolgen Sie am 21. Dezember (20:30) und 22. Dezember (19:00) die beiden Benefiz-Matches zwischen Rafael Nadal und Roger Federer live im TV bei Eurosport und online im Eurosport Player!
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