Die Chancen der Deutschen

Nach der verletzungsbedingten Absage von Tommy Haas richten sich die Augen der deutschen Tennis-Fans auf Nicolas Kiefer und Co. eurosport.yahoo.de nimmt die Akteure unter die Lupe.

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Nicolas Kiefer:
Der beste deutsche Spieler neben Haas hat sich für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres einiges vorgenommen. Der Hannoveraner bereitete sich akribisch auf Melbourne vor. "Kiwi" will nach seiner langen Leidenszeit mit zahlreichen verletzungsbedingten Rückschlägen wieder angreifen. Ob es für den ganz großen Wurf reicht, darf jedoch bezweifelt werden - die Top-Favoriten geben sich momentan keine Blöße, bei Kiefer hängt vieles von der Tagesform ab.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Wenn Kiefer im ersten Match seinen Rhythmus findet, ist dem 30-Jährigen einiges zuzutrauen. Allerdings zeigte der Weltranglisten-43. in den vergangenen Jahren immer wieder, dass Konstanz nicht gerade seine vorzüglichste Eigenschaft ist - Kiefer schwankt zu häufig zwischen Weltklasse und solidem Durchschnitts-Tennis. Außerdem erwartet ihn in der ersten Runde Auckland-Finalist Juan Carlos Ferrero - ein Traumlos sieht anders aus.
Philipp Kohlschreiber:
Der Augsburger begann die direkte Vorbereitung auf Melbourne mit einem Paukenschlag, als er das Turnier in Auckland gewann. Der 24-Jährige entwickelte nach eigenem Vernehmen sein Spiel weiter, tritt nun aggressiver und offensiver auf. Kohlschreiber ist für die Gegner oftmals die große Unbekannte - kaum einer hat ihn auf der Rechnung, in der Öffentlichkeit wirkt der Daviscup-Spieler eher wie der nette Junge von nebenan. Doch Kohlschreiber zeigt sich angriffslustig, spätestens nach Auckland muss man mit ihm rechnen.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Kohlschreiber ist "on fire". Nach dem starken Auftritt in der Vorbereitung muss man den Augsburger auf der Rechnung haben. Konditionell macht der 24-Jährige einen sehr guten Eindruck, das deutlich variablere und noch kraftvollere Spiel in Auckland steht ihm gut zu Gesicht. Gut möglich, dass Kohlschreiber für die eine oder andere Überraschung sorgt. In der ersten Runde erwartet den Augsburger Qualifikant Roko Karanusic aus Kroatien - das sollte für Kohlschreiber eigentlich kein Problem sein.
Rainer Schüttler:
Das Tennis-Jahr 2007 war für den 31-Jährigen weniger erfolgreich. Zum ersten Mal seit 1998 beendete Schüttler die Saison nicht unter den Top 100. Sein größter Erfolg war die Halbfinalteilnahme beim ATP-Event in Mumbai, wo er an Olivier Rochus scheiterte. In der ersten Runde in Melbourne trifft der Rechtshänder auf Arnaud Clement. "Wir kennen uns gut und sind befreundet. Die Tagesform wird entscheiden, das ist eine offene Partie", sagt Schüttler auf seiner Homepage.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Schüttler muss an die Grenze gehen, um bei den Australian Open dieses Jahr etwas zu reißen. Bereits in der ersten Runde könnte für den 31-Jährigen Schluss sein. Trotz seines soliden Grundlinienspiels fehlt ihm das gewisse Etwas.
Benjamin Becker:
Dieser Name verpflichtet: Der dynamische Grundlinienspieler lebt von Emotionen und Power. 2007 war der Höhepunkt das Erreichen des Finales beim ATP-Turnier in Bangkok. Allerdings war die abgelaufene Saison von zahlreichen Höhen und Tiefen geprägt: Insgesamt acht Mal scheiterte der 26-Jährige in der ersten Runde.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Das frühe Aus dürfte den Daviscup-Spieler auch bei den Australian Open 2008 ereilen: Becker bekommt es gleich in der ersten Runde mit einem der Top-Favoriten auf den Turniersieg, Novak Djokovic, zu tun - alles andere als eine Niederlage gegen die Nummer drei der Welt wäre eine faustdicke Überraschung.
Florian Mayer:
2004 ging der Stern des Bayreuthers auf: Mayer machte einen Sprung von über 200 Plätzen in der Weltrangliste. Die Belohnung war der Titel "Newcomer of the year". Im vergangenen Jahr zeigte der 24-Jährige eine solide Leistung mit vier Viertelfinal-Teilnahmen bei ATP-Events.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Neben Kiefer und Kohlschreiber darf sich Mayer die vielleicht besten Chancen ausrechnen. Im vergangenen Jahr scheiterte der Rechtshänder in der dritten Runde an Tommy Haas. Der neue, langsamere Belag im Melbourne Park dürfte dem Bayreuther entgegenkommen: Mayer verfügt über ein sehr facettenreiches Spiel von der Grundlinie, kann das Tempo gut variieren.
Mischa Zverev:
Der Nachwuchsspieler trifft zu Beginn auf Tommy Robredo: Die Karten sind also klar verteilt. Zverev machte 2007 mit dem Viertelfinal-Einzug beim ATP-Turnier in Bangkok zum ersten Mal bei der Tour auf sich aufmerksam. Bei "Future"-Events zeigte der 20-Jährige das Potenzial, das in ihm steckt.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Für Zverev muss die Devise heißen: Lernen. Der gebürtige Russe kann von einem Match wie dem gegen Robredo nur profitieren - trotz der unausweichlich erscheinenden Niederlage.
Michael Berrer:
Der Stuttgarter schlich sich 2007 fast unbemerkt in die Top 100. Mit einer Kombination aus ATP- und Challengerturnieren sammelte Berrer Punkt für Punkt. In 's-Hertogenbosch erreichte der Schwabe sein erstes ATP-Viertelfinale, in Moskau stand er sogar im Halbfinale. In der ersten Runde trifft Berrer auf den erst 18-jährigen US-Amerikaner Donald Young - für den Stuttgarter sollte zumindest das Erreichen der zweiten Runde drin sein.
Denis Gremelmayr:
Der Heidelberger schaffte es als einziger deutscher Qualifikant in das Hauptfeld. Gremelmayr zeigte 2007 eine gute Performance bei diversen Challenger-Turnieren, holte sich den Titel in Eckental und Düsseldorf.
eurosport.yahoo.de-Prognose:
Zum Auftakt trifft Gremelmayr auf den Argentinier Sergio Roitman - und auch wenn der Argentinier nicht dieselbe Klasse wie Robredo hat, gilt wie für Zverev auch für Gremelmayr: Dabeisein ist alles.
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