Grün ist out - blau ist in

Spieler und Zuschauer werden sich umgewöhnen müssen - die schlägerschwingenden Protagonisten gleich in doppelter Hinsicht. Denn im Melbourne Park gilt ab sofort: Grün ist out, blau ist sexy. Bei dem neuen Bodenbelag - Marktname "Plexicushion" - ist jedoch

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Fotocredit: Eurosport

Während sich in Paris die Organisatoren der French Open inzwischen dazu durchgerungen haben, der Anlage Roland Garros bis 2011 ein Dach zu verpassen, sind die Australier in puncto Renovierung schon zwei Schritte weiter. Einen Regenschutz für die Courts gibt es im Melbourne Park schon lange, jetzt machten sich die Betreiber daran, das nächste Stück Tradition zu kippen - das traditionelle Grün von Rod Laver-Arena und Co. ist einem stechenden blau gewichen.
Der neue Belag musste nach einer Überprüfung der Anlage her - der alte Untergrund "Rebound Ace" entsprach nicht mehr den Anforderungen. Ein langwieriges Ausleseverfahren und zahlreiche Diskussionen später erstrahlt der Melbourne Park nun eben in blau.
Ob sich Federer, Henin, Nadal und Co. an der Farbe stören? Über diese Geschmacksfrage ist bisher noch nichts bekannt, wohl aber, dass es auch bei dem neuen Belag vor allem auf die inneren Werte ankommt.
Der Hitzeregelung ein Schnippchen schlagen
Die Innovation in blau ist ein synthetisches Material auf Kautschuk-Basis. Der Clou: Der neue Untergrund soll die Hitze besser absorbieren können und damit auch das häufige Umknicken der Spieler verhindern. Zudem erreiche die Acrylmischung eine größere Konstanz beim Aufprallverhalten und bei der Geschwindigkeit des Balles, so die Veranstalter. Da der neue Belag hohen Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius standhält, hofft Turnierdirektor Craig Tiley der in Melbourne gefürchteten "Hitzeregelung" ein Schnippchen schlagen zu können.
Die Cracks auf dem Platz werden also in Zukunft nicht mehr so leicht die sengende Hitze als Grund für ihr schlechtes Abschneiden in Melbourne anführen können. Allerdings darf man getrost darüber streiten, ob die Absorptionsfähigkeit des neuen Belages als "Klimaanlage XXL" durchgeht.
"König Federer" jedenfalls hat sich mit dem neuen Terrain offenbar schon angefreundet. "Ich freue mich auf den neuen Belag", ließ der Weltranglisten-Erste verlauten. Ob diese Freude lange währt? Die neuen Plätze sollen weiter im mittelschnellen Bereich liegen und ein wenig härter sein. Allerdings mehren sich die Stimmen, wonach die Oberfläche nicht die Geschwindigkeit des alten Belages erreiche. Nach Angaben Tileys sollte eigentlich das Gegenteil der Fall sein. Novak Djokovic jedenfalls kam nach einer ersten "Kostprobe" zu dem Urteil: "Momentan ist der Belag noch ziemlich langsam."
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