Tsonga: Nichts als Freude

Er war der Shootingstar und Publikumsliebling in Melbourne - auch wenn ihm im Finale der ganz große Triumph versagt blieb. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport spricht Jo-Wilfried Tsonga über das Duell mit Novak Djokovic, den schwersten Moment des Endspiel

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Mit welcher Einstellung sind Sie ins Finale gegangen?
Jo-Wilfried Tsonga: Ich habe mir gesagt: Egal was kommt, es wird ein großartiges Erlebnis werden. Leider hat Djokovic ein grandioses Match gespielt, ich kann ihm nur gratulieren. An diesem Tag war er stärker als ich - gegen einen anderen Gegner hätte ich vielleicht gewonnen. Aber trotz der Niederlage empfinde ich nichts als Freude.
Das Publikum stand geschlossen hinter Ihnen...
Tsonga: Die Stimmung war magisch, die Zuschauer waren fantastisch mir gegenüber. Eine solche Unterstützung gibt einem Kraft - das war super.
Welche Situation war am schwierigsten?
Tsonga: Als ich nach dem Matchball auf meinem Stuhl saß. Ich musste wirklich auf die Zähne beißen, um nicht zu weinen. Auf einmal fiel die ganze Anspannung von mir ab.
Was hat die Anwesenheit Ihrer Eltern für Sie bedeutet?
Tsonga: Ich habe versucht, gar nicht zu viel daran zu denken, dass sie da waren. Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass ich für sie spiele - also habe ich für mich gespielt.
Was ging in Ihnen vor, als sich Djokovic im vierten Satz behandeln ließ?
Tsonga: Er hat den Physiotherapeuten nach einem Spiel gerufen, in dem er sehr viel laufen musste. Die paar Minuten Pause haben ihm gut getan, er war wieder recht fit - davor hatte er bereits zu stolpern begonnen. Er hat von der Unterbrechung profitiert und konnte am Ende des vierten Satzes wieder Vollgas geben.
Wie war die Situation bei Ihrer Breakchance bei 5:5 im vierten Satz?
Tsonga: Ich habe mich für eine Ecke entschieden - und er hat sie antizipiert. Ich trauere der Chance nicht nach, denn er hat stark gespielt. Ich trauere überhaupt diesem Finale nicht nach. Ich muss mir nichts vorwerfen, denn ich habe alles gegeben.
Welches Spiel war Ihr bestes in diesen zwei Wochen?
Tsonga: Das Viertelfinale gegen Juschni. Denn da war ich sehr stark, obwohl er gut gespielt hat. Gegen Nadal war es fast einfach, denn da gelang mir alles.
Ihr Ansehen als Spieler und Ihre Bekanntheit außerhalb des Platzes werden sich ändern: Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Tsonga: Ich versuche, mich darauf einzustellen - aber so ganz ist mir das noch nicht bewusst geworden. Mir hat das Leben abseits der Öffentlichkeit bislang ganz gut gefallen (lacht). Natürlich sind jetzt die Scheinwerfer auf mich gerichtet - aber eigentlich kann ich mich darüber nicht beschweren, denn als Kind habe ich davon geträumt.
Worauf haben Sie jetzt Lust?
Tsonga: Mich auszuruhen! Das Handy auszuschalten! Und nur noch mit den Leuten zu reden, die mir nahe stehen.
Sehen Sie sich jetzt als neuer Anführer des französischen Tennis?
Tsonga: Nein. Ich habe noch kein einziges Turnier gewonnen bislang. Ich habe noch nie im Davis Cup gespielt - also muss ich erst noch viele Dinge beweisen.
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