Australian Open 2019 | Novak Djokovic im Genuss-Modus auf Rekordjagd
Im vergangenen Jahr scheiterte Novak Djokovic angeschlagen im Achtelfinale der Australian Open, in dieser Saison ist er nur noch einen Schritt vom Finale entfernt und greift nach dem Turnierrekord. Bemerkenswert: Djokovic hat seinen Blick auf den Tennis-Zirkus komplett verändert, setzt auf Genuss statt übermäßigen Ehrgeiz. Erfolg hat der Superstar trotzdem.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
"Ich fühle mich fantastisch, ich habe mich in meinem ganzen Leben nie frischer gefühlt", scherzte Novak Djokovic und reckte wie ein Boxer nach gewonnenem Fight beide Arme in die Höhe.
Mit der spaßigen Einlage kompensierte der Serbe seine körperliche Abgeschlagenheit nach dem Viersatzerfolg im Achtelfinale gegen einen starken Daniil Medwedew. Das Match zeigte: Djokovic ist und bleibt Favorit auf den Titel, ist aber angreifbar und verwundbar.
Djokovic mit "neuer Perspektive"
Damit kommt er klar. Vor einem Jahr noch plagten ihn in Melbourne Schmerzen im Ellbogen, auf die Achtelfinale-Niederlage gegen Hyeon Chung folgte eine Operation, die ihn monatelang außer Gefecht setzte.
In dieser Zeit seien im viele Dinge durch den Kopf gegangen, er habe "eine neue Perspektive" auf den Tennissport gewonnen: "Ich genieße es aber natürlich immer noch, zu spielen, mich zu messen."
Im Halbfinale (Freitag ab 9:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de und im Eurosport Player) wartet nun ein Gegner, mit dem es die Nummer eins der Welt noch nie zu tun bekommen hatte: Lucas Pouille. Der 24-jährige Franzose kassierte in den vergangenen fünf Jahren fünf Erstrunden-Niederlagen in Melbourne und kämpft nun sensationell um ein Final-Ticket.
Vor allem seit der 3. Runde, als er sich mit 7:6 (7:3), 6:3, 6:7 (10:12), 4:6, 6:3 gegen Alexei Popyrin durchsetzte, strotzt der Weltranglisten-31. vor Selbstvertrauen. "Dieses Fünfsatz-Match gab mir sehr viel Selbstvertrauen. Ich habe so einen harten Kampf gebraucht, um es mir zurückzuholen", sagt Pouille.
Mauresmo macht Pouille stark
Der Schlüssel für den überraschenden Durchmarsch bis ins Halbfinale ist die Zusammenarbeit mit Amélie Mauresmo, die ihren französischen Landsmann seit diesem Jahr coacht. Pouille ist voll des Lobes:
Ob es freilich reicht, Djokovic zu stürzen, darf bezweifelt werden. Auch wenn es das Duell noch nie gab, wird es schwer, den Favoriten zu überraschen. Djokovic kennt das Spiel von Pouille nur allzu gut. "Es ist schon lustig, dass wir jetzt erstmals gegeneinander spielen. Wir haben nämlich schon so oft zusammen trainiert, kennen uns schon lange", berichtet Djokovic.
Djokovic nimmt den Rekord ins Visier
Für den 31-Jährigen gehört Melbourne zu den wichtigsten Orten der Karriere: "Das hier ist der Grand-Slam-Wettbewerb, bei dem ich den meisten Erfolg hatte und 2008 auch den ersten Major-Titel meiner Karriere gewann." In diesem Jahr will Djokovic die Chancen nutzen, mit dem siebten Titel zum alleinigen Rekordsieger des Turniers aufzusteigen.
Ein Riesenerfolg für den Superstar vor dem Hintergrund der schwierigen Australian Open 2018. Heute genieße er es, "einfach den Schläger in der Hand zu halten und auf jedem Court zu spielen, sei es nun einfach ein öffentlicher Platz oder ein Grand-Slam-Court".
Keine schlechte Einstellung, um sich das Ticket für das Traumfinale gegen Rafael Nadal zu holen.
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/22/image-98b602cb-ae46-4c06-8857-c6197f655aaf-68-310-310.jpeg)