Australian Open | Zverev schlägt Wawrinka und steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale
Alexander Zverev (Nr. 7/Hamburg) hat bei den Australian Open 2020 seinen größten Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier perfekt gemacht. Mit einem 1:6, 6:3, 6:4, 6:2 im Viertelfinale über Stan Wawrinka (Nr. 15/Schweiz) zog der 22-Jährige erstmals in seiner Karriere in ein Major-Halbfinale ein. Zverev brauchte dafür nach einem verkorksten ersten Satz eine klare Leistungssteigerung - und lieferte sie.
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Es begann mit einem Fehlstart - Alexander Zverev musste gegen Stan Wawrinka im ersten Durchgang seinen ersten Satzverlust im Verlaufe der Australian Open 2020 hinnehmen. "Er war körperlich abwesend im ersten Satz", analysierte Eurosport-Experte Boris Becker beinahe fassungslos, nur elf Punkte hatte Zverev im ersten Durchgang gemacht.
"Ich habe zum ersten Mal bei heißem Wetter am Tag gespielt und der Ball war viel, viel schneller", erklärte Zverev später selbst die Startschwierigkeiten: "Ich musste mich erst daran gewöhnen, aber dann wurde es besser und ich habe mich auch besser gefühlt."
Alexander Zverev variiert und dreht das Spiel
In der Tat: Ab dem zweiten Satz zeigte der 22-Jährige eine enorm reife Leistung, reduzierte seine Fehlerquote und kämpfte sich mit präzisen Grundlinienschlägen in beeindruckender Manier zurück ins Match. Zudem spielte Zverev sehr variabel.
"Wenn Stan seinen Rhythmus bekommt, kann er dich einfach weghauen", wusste Zverev, wie er später bei Eurosport verriet: "Ich bin dann aber in längere Rallys reingegangen und habe das Match gedreht."
Dabei konnte sich der Deutsche einmal mehr auf seinen zum Jahresende 2019 noch so wackeligen Aufschlag verlassen: Zverev servierte erneut stark und schlug 13 Asse bei nur einem Doppelfehler. Während Wawrinka nur 56 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld brachte, waren es beim Deutschen satte 80 Prozent mit durchschnittlich 204 km/h.
Alexander Zverev macht die wichtigen Punkte
Der Schweizer dagegen haderte. Auch wenn der dreimalige Grand-Slam-Sieger mal seine Klasse aufblitzen ließ, blieb Zverev cool und machte nicht unbedingt die schönen, aber die wichtigen Punkte. Ergebnis: Wawrinka kam nach dem 6:1 im ersten Satz nur noch zu zwei Breakchancen (von denen er im dritten Satz eine nutzte).
Zverev blieb stabil - nach 2:19 Minuten verwandelte der 22-Jährige seinen ersten Matchball und zog damit als siebter Deutscher in ein Grand-Slam-Halbfinale ein.
Zverev beeindruckt Becker
"Es ist unglaublich, ich bin überglücklich", sagte Zverev, der 2018 die ATP Finals gewonnen hatte, bei Eurosport. Auf dem Court hatte er bereits im Interview mit Tennis-Legende John McEnroe verdeutlicht, wie sehr er auf diesen Halbfinal-Einzug hingefiebert hatte:
Boris Becker, beim DTB Head of Men's Tennis, persönlicher Freund der Zverevs und zuletzt ATP-Cup-Kapitän, zeigte sich bei Eurosport beeindruckt "von der Art und Weise", wie sich Zverev im Viertelfinale behauptet hatte.
Als bis dato letzter DTB-Spieler hatte Tommy Haas 2009 in Wimbledon in der Runde der letzten Vier gestanden.
Finaleinzug drin - macht's Zverev wie Schüttler 2003?
Im Halbfinale am Freitag trifft Zverev nun auf den Weltranglistenersten Rafael Nadal (Nr. 1/Spanien) oder den Weltranglistenfünften Dominic Thiem (Nr. 5/Österreich). Gegen beide hat der 22 Jahre alte Weltranglistensiebte allerdings eine negative Bilanz.
Als bislang letzter Deutscher hatte 2003 bei den Australian Open Rainer Schüttler das Endspiel bei einem Grand Slam erreicht.
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