"Es fühlt sich noch unrealistisch an, dass ich jetzt im Finale stehe", erklärte Thiem nach der Partie im Sieger-Interview. "Es war sehr schwer, Alexander zu breaken, da er eine sehr hohe Quote beim ersten Aufschlag hatte."
Das Halbfinale der beiden Freunde in der Rod Laver Arena begann mit Breaks auf beiden Seiten und entwickelte sich zum erwartet engen Duell - bis zum siebten Spiel.

Spannung pur über vier Sätze: Die Highlights von Thiem gegen Zverev

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Dann verschaffte sich Zverev den entscheidenden Vorteil, indem er Thiem erneut das Aufschlagspiel zum 4:3 abnahm und den Satz danach mit einem weiteren Break sicher nach Hause spielte.
Der Österreicher leistete sich in dieser Phase zu viele Fehler und schien beeindruckt von der Klasse seines Gegners, wie Eurosport-Experte Boris Becker konstatierte:
Thiem ist überrascht von der Stärke und Konstanz von Zverev.
Der Weltranglistenfünfte stabilisierte sich im zweiten Satz und ging mit 3:1 in Führung. Zverev wehrte sich nach Kräften, kam auf 3:3 heran und vergab beim Stand von 4:5 zwei Breakbälle - ehe Thiem mit einem Ass zum Satzausgleich kam.

Einfach nur wow! Der beste Schlag des Turniers von Zverev

"Ich sehe bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Spieler, der das Match dominieren würde oder der klar bessere Spieler wäre", zog Becker ein Zwischenfazit.

Lichtausfall sorgt für Spielunterbrechung

Kurios wurde zu Beginn des dritten Satzes. Beim Stand von 1:0 aus Sicht von Zverev fiel ein Teil der Lichtanlage im Stadion aus, was eine zehnminütige Unterbrechung nach sich zog.

Auf Messers Schneide: Zverev gibt alles am Netz - aber Thiem kontert

Nach Wiederaufnahme der Partie war es Thiem, der das Geschehen diktierte. Der 26-Jährige holte sich das Break zum 2:1 und erhöhte auf 3:1, während Zverev Probleme beim Aufschlag bekam und mit seinem Spiel haderte. "Das ist jetzt die erste Krise für Zverev", urteilte Becker.

Zverev vergibt zwei Satzbälle

Zverev befreite sich allerdings in beeindruckender Manier und hatte beim Stand von 5:4 sogar zwei Satzbälle, die Thiem eiskalt abwehrte und sich kurz darauf in den Tiebreak rettete.

Zu gut! Tiebreak-Monster Thiem holt sich Satz drei

Dabei drehte der Österreicher richtig auf, setzte seine grandiose Rückhand perfekt ein und holte sich mit 7:3 die Satzführung - verdientermaßen, wie Becker befand:
Satz drei ging hin und her, mit dem besseren Anfang für Thiem. Zverev hat sich dann erholt und bei den zwei Satzbällen hatte man den Eindruck, dass er nun emotional im Vorteil ist. Allerdings hat sich Thiem in dieser Phase nervenstark präsentiert und es geht in Ordnung, dass er den Tiebreak gewonnen hat.
Das Match ging ausgeglichen weiter, beide Spieler hielten ihr Service im vierten Satz ohne Breakchancen zuzulassen. Zverev blieb in brenzliger Lage cool und spielte bei 4:5 und Einstand ein Ass und einen Serve-and-Volley-Winner.

Thiem fordert im Finale den König

Nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit ging es erneut in den Tiebreak. Thiem erspielte sich wieder eine schnelle Führung (3:0). Nach exakt 3:42 Stunden verwandelte der Lichtenwörther seinen zweiten Matchball und gab danach zu:
Wir hätten das Match beide gewinnen können, aber vielleicht hat meine größere Erfahrung am Ende dann den Ausschlag gegeben.
Am Sonntag (ab 9:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de, im TV und im Eurosport Player) kommt es nun zum Kräftemessen mit dem siebenmaligen Melbourne-Champion Djokovic.
Der direkte Vergleich spricht zwar mit 4:6 gegen Thiem, nimmt man allerdings nur die letzten fünf Matches zum Maßstab, führt der Österreicher mit 4:1. "Novak ist der König von Australien", betonte Thiem. Aber man weiß ja, dass mitunter auch Könige gestürzt werden...

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