Australian Open 2020 | Alexander Zverev verliert Halbfinale gegen Dominic Thiem
Alexander Zverev hat bei den Australian Open in Melbourne das erste Grand-Slam-Endspiel seiner Karriere verpasst. Der 22-Jährige musste sich im Halbfinale Dominic Thiem mit 6:3, 4:6, 6:7 (3:7) und 6:7 (4:7) geschlagen geben. Der Österreicher trifft am Sonntag im Finale auf Novak Djokovic. Der Rekord-Turniersieger hatte am Tag zuvor im Prestigeduell Roger Federer mit 7:6 (7:1), 6:4, 6:3 bezwungen.
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"Es fühlt sich noch unrealistisch an, dass ich jetzt im Finale stehe", erklärte Thiem nach der Partie im Sieger-Interview. "Es war sehr schwer, Alexander zu breaken, da er eine sehr hohe Quote beim ersten Aufschlag hatte."
Das Halbfinale der beiden Freunde in der Rod Laver Arena begann mit Breaks auf beiden Seiten und entwickelte sich zum erwartet engen Duell - bis zum siebten Spiel.
Dann verschaffte sich Zverev den entscheidenden Vorteil, indem er Thiem erneut das Aufschlagspiel zum 4:3 abnahm und den Satz danach mit einem weiteren Break sicher nach Hause spielte.
Der Österreicher leistete sich in dieser Phase zu viele Fehler und schien beeindruckt von der Klasse seines Gegners, wie Eurosport-Experte Boris Becker konstatierte:
Der Weltranglistenfünfte stabilisierte sich im zweiten Satz und ging mit 3:1 in Führung. Zverev wehrte sich nach Kräften, kam auf 3:3 heran und vergab beim Stand von 4:5 zwei Breakbälle - ehe Thiem mit einem Ass zum Satzausgleich kam.
"Ich sehe bis zu diesem Zeitpunkt noch keinen Spieler, der das Match dominieren würde oder der klar bessere Spieler wäre", zog Becker ein Zwischenfazit.
Lichtausfall sorgt für Spielunterbrechung
Kurios wurde zu Beginn des dritten Satzes. Beim Stand von 1:0 aus Sicht von Zverev fiel ein Teil der Lichtanlage im Stadion aus, was eine zehnminütige Unterbrechung nach sich zog.
Nach Wiederaufnahme der Partie war es Thiem, der das Geschehen diktierte. Der 26-Jährige holte sich das Break zum 2:1 und erhöhte auf 3:1, während Zverev Probleme beim Aufschlag bekam und mit seinem Spiel haderte. "Das ist jetzt die erste Krise für Zverev", urteilte Becker.
Zverev vergibt zwei Satzbälle
Zverev befreite sich allerdings in beeindruckender Manier und hatte beim Stand von 5:4 sogar zwei Satzbälle, die Thiem eiskalt abwehrte und sich kurz darauf in den Tiebreak rettete.
Dabei drehte der Österreicher richtig auf, setzte seine grandiose Rückhand perfekt ein und holte sich mit 7:3 die Satzführung - verdientermaßen, wie Becker befand:
Das Match ging ausgeglichen weiter, beide Spieler hielten ihr Service im vierten Satz ohne Breakchancen zuzulassen. Zverev blieb in brenzliger Lage cool und spielte bei 4:5 und Einstand ein Ass und einen Serve-and-Volley-Winner.
Thiem fordert im Finale den König
Nach rund dreieinhalb Stunden Spielzeit ging es erneut in den Tiebreak. Thiem erspielte sich wieder eine schnelle Führung (3:0). Nach exakt 3:42 Stunden verwandelte der Lichtenwörther seinen zweiten Matchball und gab danach zu:
Am Sonntag (ab 9:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de, im TV und im Eurosport Player) kommt es nun zum Kräftemessen mit dem siebenmaligen Melbourne-Champion Djokovic.
Der direkte Vergleich spricht zwar mit 4:6 gegen Thiem, nimmt man allerdings nur die letzten fünf Matches zum Maßstab, führt der Österreicher mit 4:1. "Novak ist der König von Australien", betonte Thiem. Aber man weiß ja, dass mitunter auch Könige gestürzt werden...
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