Australian Open | Sofia Kenin gewinnt ersten Grand-Slam-Titel
Sofia Kenin (Nr. 14/USA) hat die Australian Open 2020 gewonnen und damit den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere gefeiert. Die 21-Jährige schlug im Endspiel der Überraschungsfinalistinnen die ungesetzte Spanierin Garbiñe Muguruza in drei Sätzen mit 4:6, 6:2, 6:2. Kenin war zuvor bei elf Grand-Slam-Teilnahmen nie über das Achtelfinale hinausgekommen.
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Sofia Kenin ist damit die jüngste Siegerin in Melbourne seit Maria Sharapova (20) aus Russland vor zwölf Jahren.
Garbiñe Muguruza beendete das kurzweilige, aber nicht immer hochklassige Finale nach 2:03 Stunden mit ihrem achten Doppelfehler. Kenin leistete sich derweil keinen einzigen.
Garbiñe Muguruza faire Verliererin
"Du hast ein tolles Turnier gespielt, du verdienst die Trophäe", lobte Muguruza ihre Gegnerin: "Es werden noch ein paar Finals folgen."
Kenin freute sich sichtlich über ihren ersten Grand-Slam-Titel. "Wenn man einen Traum hat und ihn verfolgt, kann er wahr werden", sagte die 21-Jährige:
Sofia Kenin stabiler im Finale
Für die zweifache Grand-Slam-Siegerin Muguruza (French Open 2016, Wimbledon 2017) war es nach der Final-Niederlage in Wimbledon 2015 gegen Serena Williams die zweite Enttäuschung in einem Major-Endspiel. Die ehemalige Weltranglistenerste war im Ranking vor dem Turnier nur auf Rang 32 geführt worden.
Die Spanierin schlug gegen Kenin zwar neun Asse, in den entscheidenden Momenten, wie beim Matchball, verließ sie aber ihr Service. So brachte sie insgesamt nur 57 Prozent ihrer ersten Aufschläge ins Feld.
In einem selten hochklassigen Endspiel, das bisweilen einem Abnutzungskampf glich, war Kenin am Ende deutlich mutiger. Die Spanierin war bis Mitte des zweiten Satzes die etwas aktivere Spielerin, danach schlichen sich bei ihr mehr und mehr Ungenauigkeiten ein. Zum 1:3 und zum 2:6 verlor sie jeweils ihren Aufschlag.
Muguruza lässt zu viele Chancen liegen
Mäßig war auch Muguruzas Ausbeute bei den Breakchancen: Die Spanierin nutzte nur zwei von zwölf Breakbällen, während Kenin fünf von sechs nutzen konnte und auch gleich mit dem ersten Matchball erfolgreich war.
Die US-Amerikanerin leistete sich auch deutlich weniger einfache Fehler (23 zu 45) und gewann letztlich 15 Punkte mehr als die Spanierin (92:77).
Bezeichnend für das Match war das fünfte Spiel im dritten Satz, als Kenin durch eine Reihe von Fehlern ihrer Gegnerin noch einmal drei Breakbälle ermöglichte: Alle drei wehrte sie mit präzisen Grundschlägen ab, nachdem sie sich Muguruza zuvor mit platzierten Bällen zurechtgelegt hatte.
Im folgenden Spiel schenkte die Spanierin Kenin dann ebenfalls mit einem Doppelfehler das entscheidende Break.
Kenins kometenhafter Aufstieg geht weiter
Die in Moskau geborene Kenin war in Australien lange unter dem Radar geflogen, dabei hatte sie ein gutes Jahr 2019 mit ihren ersten drei Siegen auf der WTA-Tour in Hobart, Mallorca und Guangzhou hinter sich.
Dabei hatte sie auch in Melbourne für Aufmerksamkeit gesorgt, als ihr im Achtelfinale ein Dreisatzsieg gegen Tennis-Wunderkind Cori Gauff (USA) gelang. Im Halbfinale dann besiegte sie zum Entsetzen der Australier die Weltranglistenerste und Lokalmatadorin Ashleigh Barty (Nr. 1/Australien).
Muguruza wäre die erste ungesetzte Siegerin in Melbourne seit Serena Williams (USA) vor 13 Jahren gewesen. Im September 2017 war sie vorübergehend die Nummer eins der Welt, kurz zuvor hatte sie nach den French Open 2016 in Wimbledon gewonnen.
Muguruza klettert in der Weltrangliste
Danach aber rutschte sie in eine Krise, am Jahresende 2019 lag sie in der Weltrangliste nur noch auf Rang 36, für Melbourne war sie daher nicht gesetzt.
In der kommenden Woche wird die Spanierin immerhin auf Rang 16 klettern.
Als Außenseiterin ging Muguruza aber nicht ins Endspiel. Auf dem Weg dorthin hatte sie in Elina Svitolina (Nr. 5/Ukraine), Kiki Bertens (Nr. 9/Niederlande) und zuletzt im Halbfinale Simona Halep (Nr. 4/Rumänien) die Nummern fünf, zehn und vier der bisherigen Weltrangliste besiegt.
Kenin erhält rund 2,5 Millionen Euro
Außerdem schlug sie Kerber-Bezwingerin Anastasia Pavlyuchenkova (Nr. 30/Russland) im Viertelfinale. Im Finale allerdings konnte sie nicht mehr zulegen.
Sie wird in der neuen Weltrangliste ab Montag an Sieben geführt werden. Vor rund vier Jahren war sie noch die Nummer 620 im WTA-Ranking gewesen, ehe ihr rasanter Aufstieg begann.
Für den vierten Turniersieg ihrer Karriere erhält sie ein Preisgeld von 4,12 Millionen Australischen Dollar, umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro.
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