Australian Open | Novak Djokovic gewinnt Finale gegen Dominic Thiem

Novak Djokovic bleibt der König von Melbourne. Der 32-Jährige verteidigte seinen Titel bei den Australian Open durch einen 6:4, 4:6, 2:6, 6:3 und 6:4-Erfolg im Finale gegen Dominic Thiem. Rekord-Turniersieger Djokovic holte damit in seinem achten Finale beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison den achten Titel. Thiem kassierte dagegen in seinem dritten Major-Endspiel die dritte Niederlage.

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"Gratulation an Novak und sein Team, die Unglaubliches leisten und den Tennissport auf ein neues Level gehoben haben", zeigte sich Thiem als fairer Verlierer.
Djokovic gab auf der Siegerehrung zu, dass Thiem "knapp dran gewesen war, das Match zu gewinnen. Es war eine harte Partie." Im Exklusiv-Interview mit Eurosport ergänzte der Champion:
Beide Spieler erinnerten bei der Siegerehrung überdies an die Opfer der verheerenden Buschbrände. Djokovic gedachte in seiner Rede auch der verstorbenen Basketball-Legende Kobe Bryant.

Novak Djokovic fängt stark an

Das Finale in der Rod Laver Arena begann mit Vorteilen für den Favoriten. Djokovic, der einen Tag mehr Pause vor der Partie hatte und im Turnierverlauf knapp sechs Stunden weniger auf dem Platz stand als Thiem, spielte mit höherer Präzision und holte sich ein frühes Break zum 2:0.
Der Österreicher benötigte indes rund 40 Minuten, um in seinen Rhythmus zu finden - gewann dann aber drei Spiele in Serie, was ihm den Ausgleich (4:4) bescherte.
Bitter für Thiem: Kurz darauf leistete er sich bei Break- und Satzball für Djokovic seinen ersten Doppelfehler.

Dominic Thiem hat Probleme mit der Rückhand

Eurosport-Experte Boris Becker sah bei Thiem aber vor allem Schwächen bei dessen Paradeschlag:
Das funktionierte zu Beginn des zweiten Satzes besser, zumal Djokovic nun deutlich mehr Fehler einstreute und "die Kontrolle über das Match verlor", wie Becker analysierte.

Thiem erhöht die Schlagzahl

Der Serbe haderte nicht nur mit seinem Spiel, sondern beschwerte sich auch über einzelne Zuschauer, die mit ihren Zwischenrufen störten. Die Folge: Thiem durchbrach das Aufschlagspiel des Weltranglistenzweiten zum 2:1.
Djokovic kam zwar wieder auf 4:4 heran, kassierte direkt danach aber ein Break und musste den Satz kurz darauf mit 4:6 abgeben. Thiem war nun deutlich besser drin im Match und konnte seine gefürchtete Kombination aus Rückhand und Vorhand häufiger erfolgreich einsetzen.

"Guter Job": Djokovic verhöhnt Schiedsrichter

Djokovic überzog derweil in der Pause Stuhlschiedsrichter Damien Dumusois mit Vorwürfen, nach dem dieser ihn im zweiten Satz mit einer doppelten Time Violation bestraft hatte. "Guter Job", schleuderte Djokovic dem Franzosen höhnisch entgegen.
Thiem hatte nun das berühmte Momentum auf seiner Seite und ging dank zweier Breaks mit 3:0 in Führung, ehe er nach zwei Stunden und 28 Minuten mit seinem vierten Satzball den Punkt zum 6:2 machte.
"Novak ist aus der Spur. Es nervt ihn wahnsinnig, dass Dominic an jeden Ball herankommt", urteilte Becker, der Djokovic von 2013 bis 2016 trainierte.

Djokovic erkämpft sich fünften Satz

Der Titelverteidiger fokussierte sich im vierten Satz endlich wieder auf das Match, stellte das Lamentieren ab und präsentierte sich gefestigter. Im achten Spiel nahm Djokovic dem Weltranglistenfünften das Service zum 5:3 ab und kam bei eigenem Aufschlag zum Satzausgleich. Das Finale bekam den von vielen Experten erwarteten Fünfsatz-Krimi.
Es war nun ein enges Ringen, in dem sich Djokovic Vorteile verschaffte und diese nutzte, um Thiem zum 2:1 zu breaken. Die Fehlerquote beim Serben, der danach bei eigenem Aufschlag zwei Breakbälle des Österreichers abwehrte, war nun extrem gering. "Djokovic trifft jetzt jeden Return, Thiem bekommt keine freien Punkte mehr", so Becker.
Nach einer Spielzeit von drei Stunden und 59 Minuten war es dann so weit: Djokovic servierte das Finale nach Hause und holte sich seinen insgesamt 17. Grand-Slam-Titel.
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