Shapovalov hatte sich zu Beginn des zweiten Satzes unter anderem lautstark darüber beschwert, dass Nadal zu viel Zeit zwischen den Punkten verstreichen lasse und Stuhlschiedsrichter Carlos Bernardes als "korrupt" bezeichnet, weil dieser ihn nicht mit einer Time Violation belegte.
Diese Aussage entschärfte der 22-Jährige in der anschließenden Pressekonferenz zwar, bei seiner Meinung, Nadal bekomme von den Unparteiischen eine Sonderbehandlung, blieb er allerdings.
"Es war definitiv emotional, aber ich stehe zu meiner Meinung. Ich denke, es ist unfair, mit wie viel Rafa davonkommt." Der Spanier werde "zu 100 Prozent" bevorzugt.
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Korruptionsvorwurf: Shapovalov sorgt für Skandal
UPDATE 25/01/2022 UM 09:45 UHR
Der spanische Eurosport-Experte Alex Corretja sieht das anders. "Ich denke, er liegt mit seiner Korruptionsaussage und mit der Ansicht, Rafa bekomme zu 100 Prozent eine Sonderbehandlung, falsch", sagte der 47-Jährige: "Es wundert mich, dass er das über Rafa sagt. Er ist für mich einer der Spieler auf der Tour, der am respektvollsten mit seinen Gegnern umgeht."

Shapovalov kritisiert Bevorzugung von Nadal: "Ein großer Witz"

Corretja: Stuhlschiedsrichter achten besonders auf Nadal

Stattdessen würden die Stuhlschiedsrichter bei Nadal sogar besonders darauf achten und ihn oft ermahnen, schneller zu spielen.
Der Grund: Der 35-Jährige ist dafür bekannt, die Zeitlimits vor seinen Aufschlägen bis zum Äußersten auszureizen. Durch diese Angewohnheit handelte sich Nadal seit Einführung der 25-Sekunden-Shotclock im Jahr 2018 schon einige Verwarnungen ein.

"Ihr seid alle korrupt!" Shapovalov sorgt für Skandal

In der von Shapovalov monierten Szene zu Beginn des zweiten Satzes ging es jedoch darum, dass Nadal den Kanadier bei dessen Aufschlag warten ließ, obwohl dieser schon längst bereit war, zu servieren. Laut dem Regelwerk muss sich nämlich der returnierende Spieler der Geschwindigkeit des Aufschlägers anpassen.
"Wenn der Schiedsrichter sich ganz streng an die Regeln hält, hat Shapovalov recht", sagte auch Eurosport-Experte Boris Becker.

Shapovalov kritisiert Bevorzugung der Top-Stars - Becker: "Hat einen Punkt"

Nadal: "Ich glaube, in diesem Fall liegt Denis falsch"

Laut Corretja reagierte Shapovalov im anschließenden Interview jedoch nur deshalb so emotional, weil die Enttäuschung so tief saß. "Ich liebe seinen Spielstil, aber er hat eine Chance verstreichen lassen. Das hat ihn getroffen", so der zweifache French-Open-Finalist: "Diesen Frust hat er in die Pressekonferenz später mitgenommen."
Auch Nadal lächelte die Kritik weg: "Ich hatte nie das Gefühl, dass ich auf dem Court bevorteilt wurde. Ich glaube, in diesem Fall liegt Denis falsch", sagte der 35-Jährige: "Aber ich denke, er wird es ein wenig später verstehen, dass man ein bisschen mehr Zeit braucht, wenn man seine Klamotten wechselt."
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"Ihr seid alle korrupt!" Was Shapovalov genau zum Schiedsrichter sagte

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