Australian Open 2025: Eva Lys erobert die Herzen von Melbourne - Barbara Rittner blickt auf deutschen Youngster

Eva Lys hat ihr Märchen bei den Australian Open 2025 am Donnerstag fortgesetzt und den sensationellen Einzug in die dritte Runde perfekt gemacht. Die 23-jährige Deutsche, die als Lucky Loserin ins Hauptfeld nachgerückt war, hat Melbourne in ihren Bann gezogen. Eurosport-Expertin Barbara Rittner sieht Lys auf dem richtigen Weg - und fühlt sich an eine frühere Wimbledon-Finalistin erinnert.

Mama Lys exklusiv zum Coup ihrer Tochter: "Es ist ein Märchen"

Quelle: Eurosport

Es lief der dritte Satz, als eine leicht angepasste Variante der berühmten Pop-Coverversion von "Hey Baby" des österreichischen Sängers DJ Ötzi über Court 6 hallte.
"Hey - hey, Eva! I wanna know, if you'll be my girl", stimmten einige Fans an jenem Platz an, der bei den Australian Open aufgrund der angrenzenden Bar mittlerweile als "Party Court" bekannt ist.
Nach einem beeindruckenden Auftritt gegen die Französin Varvara Gracheva (6:2, 3:6, 6:4) steht die Deutsche Eva Lys zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere in Runde drei eines Grand-Slam-Turniers.
Die Fans bei den Australian Open sind aber nicht die einzigen, die in den Bann der 23-Jährigen gezogen wurden. Eurosport-Expertin Barbara Rittner hat Lys schon seit Jahren auf dem Radar - und sieht in ihr die Qualitäten einer früheren Wimbledon-Finalistin.

Lys macht auch mal die Extrameile

Vor etwa zehn Jahren kreuzten sich die Wege von Rittner und Lys erstmals. "Das war bei den Deutschen Jugendmeisterschaften, da war Eva 13 Jahre alt", erinnerte sich Rittner.
Damals stand noch Lys' ältere Schwester Lisa Matviyenko im Mittelpunkt. "Sie war bei mir in den Lehrgängen", erklärte Rittner. "Da war aber eben auch die kleine Eva dabei. Von Anfang an meinte ich, dass ich sie adoptiere. Sie war so niedlich."
In den folgenden Jahren folgte sie ihrem Pfad nach oben, den Balanceakt zwischen Schule und Sport meisterte Lys dabei mit Bravour - auch wenn das so manche Extrameile bedeutete.
"Während der Corona-Zeit hatten wir ein paar Lehrgänge. Und das fiel genau in jene Zeit, in der sie ihr Abitur gemacht hat", gab Rittner einen Einblick. "Damals legte sie mit ihrem Fitnesstrainer immer Sondereinheiten ein, weil sie für das Abitur Kugelstoßen üben musste."
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Lys v Gracheva - Australian Open highlights

Quelle: Eurosport

Rittner: Lys ist "eine absolute Perfektionistin"

Ihre Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt und spiegelt sich auch heute in ihrer Arbeitsweise wider. "Sie ist eine absolute Perfektionistin", so Rittner.
Die Liebe zum Detail macht häufig den Unterschied aus, kann aber auch nur allzu oft zur Belastung werden. Diesen Effekt habe Lys laut der 51-Jährigen aber im Griff. "Eva macht sich über alles Gedanken, ist sich darüber aber im Klaren und versucht, das abzustellen. Seit Jahren arbeitet sie mit einem Mentaltrainer zusammen."
Bei den Australian Open scheint sich Lys psychologisch im Vorteil zu befinden. Nachdem sie unverhofft als Lucky Loserin ins Hauptfeld nachgerückt war, spielt sie völlig befreit auf - alles was jetzt kommt, ist ein Bonus.

Lys und das Vertrauen in ihr Team

"Ich habe mir nicht einmal erwartet, noch ein Match zu bekommen. Jetzt stehe ich in der dritten Runde und bin wortlos glücklich", schwärmte Lys nach ihrem Sieg über Gracheva bei Eurosport. In Melbourne kann sie auf Menschen bauen, zu denen sie ein ganz besonderes Verhältnis pflegt - auch wenn ihr Vater und Trainer bereits vor ihrem Glückslos abgereist ist.
"Ihre Mutter spielt eine sehr, sehr große Rolle", erläuterte Rittner. "Sie ist eine riesige Vertrauensperson, die Eva gut kennt und genau weiß, wann sie im Match etwas zu sagen hat - gerade, um sie mental zu unterstützen."
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Lys überwältigt nach Sieg: "Habe jede Sekunde genossen"

Quelle: Eurosport

Den zweiten Erfolgsfaktor, der Lys den Einzug in die nächste Runde ermöglicht hat, bezeichnet Rittner indes als glückliche Fügung. Nach der Abreise ihres Vaters rückte kurzerhand Bundestrainer Torben Beltz in ihre Box - mit dem sie bereits eine gemeinsame Geschichte verbindet.
Während der Babypause von Angelique Kerber arbeitete Lys nämlich für einige Wochen bereits mit Beltz zusammen. In Australien profitiert sie nun von dieser besonderen Verbindung. "Das hat natürlich zur Folge, dass er sie gut kennt und für sie ein Vertrauter ist. Es gibt der Familie ein gutes Gefühl, dass sie mit Torben eine Vertrauensperson hat, die ihr vor allem bei solchen Matches helfen kann", so Rittner.

Lys erinnert Rittner an Lisicki

Ob durch die Unterstützung der australischen Fans, ihren psychologischen Vorteil oder den Einfluss von Bundestrainer Beltz - Lys läuft in Melbourne zur Höchstform auf.
"Das frühe Nehmen und die Position auf der Grundlinie sind klare Stärken von ihr", analysierte Rittner ihren Spielstil. "Sie muss das auch machen, um ihre Körpergröße auszugleichen."
Gewisse Aspekte ihres Spiels erinnern Rittner sogar an eine frühere Wimbledon-Finalistin aus Deutschland: "Sie hat saubere, satte Treffpunkte. Bereits früh habe ich zu Andrea Petkovic gemeint, dass sie mich in der Hinsicht an Sabine Lisicki erinnert."
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"Eineinhalb perfekte Sätze": Rittner analysiert zweiten Lys-Streich

Quelle: Eurosport

Im Frühling 2024 machte Lys eine rheumatische Autoimmunerkrankung öffentlich, schon vier Jahre zuvor sei bei ihr Spondyloarthritis diagnostiziert worden. Ein Umstand, an dem sie aber laut Rittner gereift ist. "Das gibt ihr auch die Erfahrung, ihren Körper besser kennenzulernen und Ausfälle zu vermeiden", meinte sie.
Von ihrem Durchbruch in Australien ließ sich Lys jedenfall nicht abhalten. Was hält die Zukunft noch für sie bereit? "Ich glaube schon, dass sie eine ist, die sich in die Top 50 spielen wird."
Den nächsten Schritt kann Lys in Runde drei machen. Im Kampf um das Achtelfinale trifft sie auf die Rumänin Jaqueline Cristian.

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Schiedsrichterin berührt Ball mit der Hand: "Darf sie nicht"

Quelle: Eurosport


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