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Medvedev exklusiv über angefressene Gegner: "Wir werden keine Freunde mehr"

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Daniil Medvedev

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
03/07/2020 Am 12:12 | Update 03/07/2020 Am 12:12

Daniil Medvedev gehört zu den großen Gewinnern der vergangenen Jahre. Der Russe hat sich in der Weltspitze etabliert und dabei als Bad Boy einen Namen gemacht. "Einige Spieler verstehen nicht, warum ich so bin. Ich mache ja manchmal schlechte Dinge auf dem Platz, aber sie können nicht zwischen dem Tennis-Leben und dem normalen Leben unterscheiden", so Medvedev im Exklusiv-Interview mit Eurosport.

Daniil Medvedev hat keine Angst davor, auf dem Court Emotionen zu zeigen und zu polarisieren. So legte er sich bei den US Open im vergangenen Jahr mit den Zuschauern an, sorgte mit einer Mittelfingergeste für Wirbel und bedankte sich nach dem Match sarkastisch für die Buhrufe von den Rängen.

Und auch seine Gegner provoziert der 24-Jährige immer wieder. "Wir werden dann keine Freunde mehr. Außerhalb des Tennisplatzes wäre das auch normal, aber eben da bin ich ein ganz anderer Typ. Nur: Meine Gegner nehmen das, was auf dem Court passiert, sehr persönlich. Das ist schon okay und es stört mich auch nicht", so Medvedev im Gespräch mit Eurosport-Expertin Barbara Schett über die schwierigen Beziehungen zu einigen seiner Konkurrenten.

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Der sportlichen Entwicklung tun die Spannungen keinen Abbruch. 2018 stieß Medvedev erstmals in die Top 30 vor, im Jahr darauf war er bereits Top-Ten-Spieler und erreichte das Finale der US Open. Aktuell ist er die Nummer fünf im ATP-Ranking.

"Kleine Details waren mir einfach nicht wichtig"

Ein Erfolg, der nicht nur aufgrund von Talent und sportlicher Klasse möglich wurde, wie der Russe verrät. "Ich habe vor drei Jahren entschieden, mich generell professioneller zu verhalten. Ich war auch vorher schon Profi, stand in den Top 100 der Welt und habe viel trainiert", betont Medvedev. Abseits des Tennis-Courts habe er die Dinge aber schleifen lassen. "Ich bin manchmal zu spät ins Bett gegangen, war aus. Kleine Details waren mir einfach nicht wichtig."

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Das habe sich gravierend geändert. Er verzichte längst darauf, "zwei Tage vor einem Match mit Freunden in eine Bar zu gehen und um zwei Uhr morgens ins Bett zu fallen", sagt Medvedev. "Ich habe damals begonnen, mich in allen Bereichen professioneller zu verhalten - und das hat ziemlich gut funktioniert. Deshalb bleibe ich dabei."

Medvedevs Schlüsselerlebnis: Eingeschlafen beim Frühstück

Als Schlüsselerlebnis bezeichnet Medvedev einen Vorfall bei einem Turnier, das schon länger zurückliege. "Meine Freunde und ich haben, so etwa drei Tage vor meinem Match, ein Computerspiel gespielt. Das ging so von acht Uhr abends bis zum nächsten Morgen um sieben Uhr. Die sind dann schlafen gegangen und ich habe gesagt: 'Jungs, ich muss jetzt frühstücken, denn um acht Uhr beginnt mein Training. Ich bin dann während des Frühstücks für 20 Minuten eingeschlafen und anschließend direkt zum Training. Das Turnier nahm kein gutes Ende für mich und ab dem Moment habe ich mein Verhalten komplett verändert."

Das Resultat kann sich mehr als sehen lassen, Medvedev gehört längst zum Kreis der vier, fünf Spieler, denen die Nachfolge der sogenannten Big 3 um Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic ernsthaft zugetraut wird. Es wäre dem Tennissport fast zu wünschen, denn langweilig wird es mit Daniil Medvedev ganz gewiss nie.

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