Laura Siegemund nach historischem Finals-Titel mit Jetlag und Reisestress zum Billie Jean King Cup nach Sevilla

Doppelspezialistin Laura Siegemund hat bei den WTA-Finals deutsche Tennisgeschichte geschireben. Doch Zeit zum Feiern bleibt vor der Finalrunde im Billie Jean King Cup kaum. Denn die 35-Jährige musste direkt nach ihrem Titel beim Jahres-Endturnier in Mexiko eine 14-stündige Flugreise zu dem Wettbewerb in Sevilla antreten. Ein Umstand, der auch Bundestrainerin Barbara Rittner nicht gefällt.

Highlights: Siegemund gewinnt historischen Doppel-Titel

Quelle: SNTV

Die "große Kirsche" auf der Torte, der riesige Sombrero auf dem Kopf: Mit landestypischem Hut bekleidet strahlte Laura Siegemund in der Sonne von Cancun und küsste an der Seite ihrer Partnerin Vera Zvonareva stolz ihren Silberpokal.
Durch den Doppel-Titel bei den WTA-Finals in Mexiko schrieb die 35-Jährige ein kleines Stück deutscher Tennisgeschichte - und hatte im eng getakteten Terminkalender doch kaum Zeit zum Genießen.
"Jetzt haben wir tatsächlich das Ding gewonnen. Das ist eine große Kirsche auf der Torte", sagte Siegemund - kurz nachdem sie als erste deutsche Doppel-Spielerin in der über 50-jährigen Historie des Saisonabschlussturniers triumphiert hatte.
Und kurz bevor sie sich auf den Weg zum Billie Jean King Cup nach Sevilla machte: "Ich hätte nie gedacht, dass wir mit der Trophäe nach Hause kommen würden."

Bundestrainerin erfreut über Siegemund

Dabei war das hart erkämpfte 6:4, 6:4 über das Duo Ellen Perez/Nicole Melichar-Martinez (Australien/USA) im Finale nur die logische Konsequenz einer starken Saison. Einer Saison, in der Siegemund/Zvonareva ihre ganze Erfahrung ausspielten.
"Was uns stark macht, ist, wie wir in den schweren Momenten zusammenhalten", sagte Siegemund zu ihrer 39 Jahre alten Partnerin, der ehemaligen Nummer zwei der Einzel-Weltrangliste.
Bereits 2020 hatte das Duo bei den US Open zusammen den Grand-Slam-Thron erklommen, nun also ließen sie den nächsten großen Titel folgen - den vierten auf der Tour in diesem Jahr.
"Im Prinzip kann sie sich nun Weltmeisterin nennen", freute sich auch Barbara Rittner: "das ist absolute Weltklasse." Der Turniersieg, so die Bundestrainerin, unterstreiche, was für eine "hochklassige Doppelspielerin" Siegemund inzwischen sei. "Das wird uns auch im Team helfen."

Terminstress zwischen ITF und WTA

Dorthin nämlich - zum deutschen Team - sollte es für Siegemund nach der Siegerehrung schnellstmöglich gehen. Am Donnerstag und Freitag (jeweils 10 Uhr) kämpft die DTB-Auswahl in Sevilla in der Endrunde des Billie Jean King Cups gegen Italien und Frankreich um den Einzug ins Halbfinale.
Und die formstarke Siegemund ist eine heiße Kandidatin für einen Einsatz im Team von Kapitän Rainer Schüttler - auch im Einzel.
Zeit zum Feiern bleibt also kaum, der abenteuerlich eng getaktete Terminkalender im Welttennis lässt ein Durchschnaufen nicht zu.
"Das ist ein Trauerspiel, dass die Spielerinnen darunter leiden, dass sich ITF und WTA nicht besser abstimmen können", hatte Rittner bereits am Montag im "SID"-Gespräch kritisiert. Es sei "brutal" und "wirklich nicht mehr zu verstehen".

14 Stunden Flugzeit

Siegemunds Vorbereitung auf den Nationenwettbewerb, bei dem sie an der Seite von Tatjana Maria, Anna-Lena Friedsam, Eva Lys und Jule Niemeier mit Außenseiterchancen um den Titel spielt, ist in der Tat stark beeinträchtigt.
Für Dienstagabend wurde sie in Sevilla erwartet - knapp 8000 km Luftlinie von Cancun entfernt, keine 48 Stunden vor dem ersten Duell und vermutlich mit ordentlichem Jetlag.
Erst gegen 3:30 Uhr deutscher Zeit hatte Siegemund ihre 14-stündige Flugreise in die andalusische Hauptstadt antreten können. Ob es der riesige Sombrero mit ins Handgepäck schaffte, ist nicht überliefert.
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(SID)
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Swiatek schlägt Sabalenka und steht im Finale der WTA Finals

Quelle: Perform

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