Billie Jean King Cup - Eva Lys über Stalking, Mordfantasien im Netz und Hasskommentare: "Sie werden mich finden"
Update 15/11/2025 um 10:18 GMT+1 Uhr
Eva Lys ist die erfolgreichste deutsche Tennisspielerin, sie wird das Jahr 2025 auf Weltranglistenplatz 40 beenden. Besser war sie noch nie positioniert, zum Saisonabschluss will sie auch beim Billie Jean King Cup auftrumpfen. Der sportliche Erfolg wird allerdings getrübt: Die gesamte Saison über musste Lys mit Hasskommentaren, Stalkern und heftigen Gewaltfantasien umgehen, wie sie nun berichtete.
Lys über neue Rolle als Deutschlands Nummer eins: "Sehr besonders"
Quelle: SID
Hassnachrichten, Drohungen, Stalking: Eva Lys hat eindringlich die Schattenseiten ihres Lebens als Tennisprofi geschildert.
"Ich hatte zuletzt auch mit Stalkern zu tun, die sich die Adressen von Trainingsplätzen, Hotels und sogar die Zimmernummern besorgt hatten", sagte die deutsche Nummer eins in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" und gab zu: "Manche schreiben, sie werden mich finden und dann dieses oder jenes mit mir machen. Da wird mir mulmig."
"Die waren offenbar besessen von mir. Das hat jegliche Grenze überschritten", so Lys weiter. Zusammen mit dem Tourverband WTA hätten sie und ihr Team dafür gesorgt, die Personen zumindest von den Turnieren und den Plätzen fernzuhalten.
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"Aber auch diese Sicherheitsmaßnahmen haben Grenzen", so Lys. Schon zuvor hat die 23-Jährige mehrfach über Hassnachrichten im Netz gesprochen.
Lys: "Es wird detailliert beschrieben, wie man mich vergewaltigt"
Auch weitere Spielerinnen sprechen die große Problematik offen an, die Schweizerin Belinda Bencic und die Britin Katie Boulter zählen dazu.
"Zunächst bin ich sehr froh, dass auch andere Spielerinnen das machen. Das Problem wurde lange totgeschwiegen", so Lys, die damit schon als 16-Jährige konfrontiert war: "Je mehr darüber gesprochen wird, umso besser. Aber leider ist das Erste, das mir durch den Kopf geht: Überrascht mich überhaupt nicht. Es ist für uns Teil des Lebens als Tennisprofis geworden."
Sie selbst habe ein "tolles Team, das auf mich aufpasst", so die Weltranglisten-40., die an diesem Wochenende mit dem deutschen Team im Billie Jean King Cup in Ismaning um den Klassenerhalt kämpft: "Kein Mensch ist dafür gemacht, sich eingehender damit zu beschäftigen. Es wird detailliert beschrieben, wie man mich vergewaltigt. Wie man meine Mutter vergewaltigt. Und wie man meine Familie umbringt."
Sie habe alles gelesen, was man Schlimmes über sich und seine Familie lesen kann, sagte Lys. Sie müsse damit umgehen: "Es ist der Alltag. Leider."
Lys will mit WTA nach einer Lösung suchen
Auf dem Platz könne sie die Kommentare allerdings komplett ausblenden, verriet die beste deutsche Tennisspielerin: "Die Kommentare sind das Letzte, woran ich denke, wenn ich spiele. Irgendwie schaffe ich es, die meisten Nachrichten an mir abperlen zu lassen. Aber es macht mich trotzdem wahnsinnig sauer."
Eine Lösung für das Problem, habe sie dagegen selbst noch nicht gefunden. Sie versuche aber, "ein Bewusstsein, für das Problem zu schaffen." Zudem hoffe Lys, dass man sich mit der WTA zusammensetzen und "über weitere Maßnahmen" nachdenken könne.
Bis dahin werde sie auf ihre bewährte Methode zurückgreifen und entsprechende User "blocken, blocken, blocken. Ich blocke alles."
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(mit SID)
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