Boris Becker exklusiv zu Top-Ten-Problem von Alexander Zverev bei Grand Slams: "Das ist der Grund"

Alexander Zverev hat bei den French Open ein Ausrufezeichen gesetzt und bewiesen, dass er wieder zur Spitze gehört. Soweit die gute Nachricht. Auffällig ist, dass der Hamburger bei den Major-Events eine schwache Bilanz gegen Top-10-Profis hat. "Das ist der Grund, warum er noch kein Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, schlicht und ergreifend", sagt Boris Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball.

Becker widerspricht Zverevs Rasen-Aussage: "Es ist nicht die Größe"

Quelle: Eurosport

Alexander Zverev stand bereits sechsmal im Halbfinale eines Grand-Slam-Wettbewerbs, einmal schaffte er den Sprung ins Finale (US Open 2020). Nah dran am großen Coup war der 26-Jährige also schon häufig, auch an der Klasse und am Talent gibt es keinen Zweifel.
Bislang hat es für Zverev allerdings noch nicht zum Grand-Slam-Titel gereicht. Was die Sache noch komplizierter macht: Jüngere Spieler wie Carlos Alcaraz, der im vergangenen Jahr die US Open gewann, sind längst auf der Überholspur unterwegs.
"Du kommst nicht an einem Top-10- oder Top-5-Spieler im Laufe eines Grand-Slam-Turniers vorbei. Den musst du schlagen, um eine Runde weiterzukommen oder das Finale zu gewinnen", erklärt Tennis-Legende Boris Becker im Pocast-Gespräch mit Eurosport-Moderator Matthias Stach. "Das ist der Grund, warum bei ihm jetzt dreimal im Halbfinale Schluss war in Paris, einmal hat er sich dabei verletzt."
Tatsächlich steht Zverevs Gesamtbilanz gegen Top-10-Profis bei den vier Grand-Slam-Turnieren bei 1:13. Einzig im Viertelfinale der French Open 2022 gelang dem Olympiasieger ein Erfolg gegen Alcaraz, damals die Nummer sechs im ATP-Ranking.

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Es sei bislang "immer einer da gewesen, der etwas höher oder ebenfalls hoch stand - und da hat er verloren", sagt Becker. Erklärbar sei das nicht. "Bei den Masters-Veranstaltungen, also bei den normalen Turnieren, da bezwingt er sie regelmäßig, im ATP-Finale schlägt er sie in einer Woche. Also all das kann er sportlich."

Becker über Zverev: "Es ist verrückt, wenn ..."

Was die Sache noch merkwürdiger mache, sei die Tatsache, dass bei den Grand Slams die längere Distanz gespielt werde. "Normalerweise ist Best-of-five besser für den besseren Spieler, weil du mehr Chancen hast, ins Spiel zurückzukommen. Saschas Fünf-Satz-Bilanz ist ja gut, es liegt nicht daran, dass er nicht fit wäre oder im fünften Satz irgendwie keine Nerven hätte", unterstreicht der 55-Jährige.
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Becker lobt Zverev: "Er kam auf Halbmast nach Paris, aber ..."

Quelle: Eurosport

Es müsse aber "irgendeinen Grund" dafür geben, dass "ihn etwas behindert oder stört, weshalb er nicht seine Leistung abrufen kann, wenn er gegen einen Top-Ten-Spieler antritt im Laufe eines Grand-Slam-Turniers. Es ist verrückt, wenn man überlegt, wie gut er sonst immer ist, aber es gibt irgendeinen Grund und den kennt wahrscheinlich nur er selbst."
Die Aussichten, dass Zverev in den kommenden Wochen eine Wende herbeiführen kann, sind überschaubar. Denn: Es beginnt die Rasensaison mit dem Höhepunkt in Wimbledon. Beim Klassiker an der Church Road ist er nie über das Achtelfinale hinausgekommen, der grüne Belag behagt Zverev generell nicht.

Zverevs Problem auf Rasen - für Becker nicht nachvollziehbar

"Ich bin zu groß für den Belag", ließ der 1,98-m-Schlaks unlängst wissen. Eine Sichtweise, die Becker nicht so recht nachvollziehen kann. "An der Größe liegt es nicht. Dann dürften ja Raonic und andere nie irgendwas auf Rasen gewonnen haben - und ich will nicht anfangen von Ivanisevic, Krajicek und allen großen Spielern jenseits der 1,95 Meter."
Es sei wohl eher so, dass Zverev auf Rasen "noch nicht seine Spielweise gefunden" habe. "Er fühlt sich auf Rasen von allen Belägen am unwohlsten. Das hat was mit der Beinarbeit und der Spielweise zu tun. Rasentennis hat mit Sandplatztennis nichts gemein, das musst du erstmal akzeptieren. Dann die Frage: Will ich da überhaupt gut spielen? Bin ich bereit, richtig zu trainieren, alles dafür zu geben, um mir meine Chancen zu wahren oder die Chancen zu erhöhen?", gibt Becker zu bedenken.
Grundsätzlich bringe Zverev eine Menge mit, um in Wimbledon eine entscheidende Rolle zu spielen. "Sascha ist einer der besten Aufschläger der Welt. Aufschlag ist auf Rasen wichtig, ebenso der Return und das Volleyspiel - das kann er. Insofern hätte er eigentlich die Grundvoraussetzung, auf Rasen gut zu spielen."
Zverev müsste diese Fähigkeiten eigentlich nur noch auf den Platz bringen, theoretisch ...
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Becker exklusiv: "Djokovics Traum noch lange nicht zu Ende geträumt"

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