Im Sommer des vergangenen Jahres kam für Carla Suárez Navarro der Tag, an dem sie mit einem Begriff konfrontiert wurde, der ihr Leben verändern sollte: Hodgkin-Lymphom.
Die landläufig als Lymphdrüsenkrebs bekannte Erkrankung traf die Tennisspielerin schwer, warf sie aber nicht um.
Im Gegenteil: Suárez Navarro stellte die richtigen Fragen, unterzog sich einer Chemotherapie und will sich noch in diesem Jahr einen Tennis-Traum erfüllen.
Tennis
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29/01/2021 AM 12:01
In der Serie Players' Voice auf Eurosport.de erzählt Suárez Navarro am heutigen Weltkrebstag, wie sie auf die Diagnose reagiert hat und welche Bedeutung der Tennissport in dieser schweren Zeit für sie hatte.

Von Carla Suárez Navarro

Liebe Eurosport-User,
diese Worte willst du niemals hören, aber wenn die Reihe an dir ist, dann ist das einfach so.
Wie alles anfing? Im vergangenen Sommer fühlte ich mich während des Trainings immer müde - und mir war schlecht. Ich dachte an Corona, habe einen PCR-Test machen lassen. Das Ergebnis war zum Glück negativ. Ich ging also zum Arzt, der zunächst an eine Magenschleimhautentzündung dachte.
Nur: Das Unwohlsein hielt an. Ich konsultierte weitere Mediziner, bis einer dieses Wort aussprach: Lymphom. Ich ließ Tests und Biopsien am ganzen Körper vornehmen, bis das Ergebnis feststand. Ich hatte Lymphdrüsenkrebs.
Meine Reaktion? Um ehrlich zu sein weiß ich heute gar nicht mehr, was ich in dem Moment damals gedacht habe. Nur so viel: Ich habe sofort die Frage gestellt, wie ich wieder gesund werden kann. Was die Krankheit bedeutet, warum ich sie bekommen habe? Danach habe ich nicht gefragt. Ich wollte einfach nur wissen, was nötig ist, den Krebs zu besiegen.
Ich bin fest davon überzeugt, dass mir meine Erfahrung als Tennisprofi geholfen hat. Wir sind es gewohnt, mit gesundheitlichen Rückschlägen umzugehen.

Carla Suárez Navarro bei den Qatar Total Open 2020

Fotocredit: Getty Images

Ich habe im Internet gar nicht erst nach mehr Informationen zum Hodgkin-Lymphom gesucht, weil ich sicher war, dass ich es sowieso nicht verstehen würde. Die Ärzten hatten mir erklärt, was ich dazu wissen muss - vor allem aber haben sie mir Hoffnung und Zuversicht geschenkt. Das war eine echte Hilfe für mich.
Es war schwieriger, die Erkrankung physisch zu bewältigen. Auf der psychischen Ebene war mir klar, was passiert ist und dass ich lernen kann, mit der Situation umzugehen. Die physischen Auswirkungen haben mir mehr Sorgen bereitet. Ich wusste ja nicht, wie mein Körper reagieren würde. Es gab Tage, an denen ich körperlich nicht gut drauf war, aber psychisch konnte ich mit der Diagnose Krebs sehr gut umgehen.
Einige mögen sich gewundert haben, dass ich meine Krankheit öffentlich gemacht habe, aber das war mir sehr wichtig. Der Grund? Wir Tennisprofis sind ganz normale Menschen und wollen über die Dinge sprechen, die uns bewegen. Außerdem haben die Leute mitbekommen, dass ich eine Weile nicht trainiert hatte und mein Fehlen bei den US Open und in Roland-Garros wäre natürlich aufgefallen.
Inzwischen ist meine Genesung fast abgeschlossen. Am 25. Januar habe ich die letzte Chemotherapie-Sitzung hinter mich gebracht, ein paar Strahlentherapie-Sitzungen warten aber noch. Ich hoffe wirklich, dass danach alles vorbei ist.
Keine Frage, das Hodgkin-Lymphom hat meine Pläne kräftig durcheinandergewirbelt. Ich wollte meine Karriere eigentlich im vergangenen Jahr beenden, aber ich möchte mich auf dem Platz von meinem Sport, dem Team, den Fans und Kolleginnen verabschieden. Meine Laufbahn soll auf keinen Fall im Krankenhaus enden.
Ich bin sehr optimistisch, dass das klappt und ich im Sommer in Tokio antreten kann. Die Olympischen Spielen sind für uns alle der große Traum. Ob es für mich klappt, hängt letztlich von der Weltrangliste ab. Für den Einzelwettbewerb kann jede Nation vier Spielerinnen melden.
Wenn Garbiñe Muguruza, Paula Badosa, Sara Sorribes und Aliona Bolsova zu Beginn dieser Saison gute Ergebnisse liefern, bin ich wohl draußen. Ich hoffe aber, dass ich zusammen mit Garbiñe im Doppel aufschlagen kann. Das ist mein Traum, dafür kämpfe ich.
Ich möchte Euch allen für die vielen Grüße, die Liebe und die Unterstützung in einer schweren Zeit danken.
Eure Carla
Folgt Carla Suárez Navarro doch auf Twitter (@
) und Instagram (@carlasuareznava).

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