Eklat bei Titelverteidiger Schweiz

Die Schweiz ist zwar Titelverteidiger im Davis Cup, doch wohl noch nie zuvor ging der amtierende Davis-Cup-Sieger als krasser Außenseiter in die erste Runde. Nach den Absagen von Roger Federer und Stan Wawrinka und dem verletzungsbedingten Fehlen von Marco Chiudinelli für die Erstrundenpartie in Belgien reiste das Schweizer Team um Kapitän Severin Lüthi mit einem Rumpfteam nach Lüttich.

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Im Vierer-Kader der Eidgenossen stehen Yann Marti, Adrien Bossel, Henri Laaksonen und Michael Lammer.
Aus dem Quartett ist mittlerweile ein Trio geworden. Denn Marti ist nach einem Eklat im Schweizer Team aus Lüttich abgereist. Was ist passiert? Marti, als Nummer 292 der Welt nominell die Schweizer Nummer eins, wurde bei der Auslosung am Donnerstag von Kapitän Lüthi nicht für eines der beiden Einzel am Freitag berücksichtigt.
Neben dem gesetzten Laaksonen (ATP 344) ist Lammer (ATP 576) der zweite Einzelspieler. Der 32-Jährige gehörte im Vorjahr zum siegreichen Davis-Cup-Team und kam in zwei unbedeutenden Einzeln sowie im Doppel in der ersten Runde in Serbien zum Einsatz.
Marti nicht mehr im Team
"Die Entscheidung, Michael Lammer anstelle von Yann Marti spielen zu lassen, habe ich aus taktischen Gründen und aufgrund der größeren Erfahrung von Michael gefällt. Der Einsatz von Yann während der Woche war einwandfrei und ein möglicher anderer Einsatz an diesem Wochenende war zu keiner Zeit ausgeschlossen", wird Lüthi in einer Mitteilung von Swiss Tennis zitiert. Die Entscheidung über die Aufstellung soll bereits am Mittwoch gefallen sein.
Der 26-jährige Marti zeigte sich nach der Nichtberücksichtigung frustriert. "Lüthi hat kein Vertrauen in mich. Das ist die größte Enttäuschung meiner Karriere. Ich habe das Gefühl, dass ich gut trainiert habe. Aber offensichtlich reicht das nicht. Es ist die Entscheidung des Captains, aber ich habe Mühe damit", sagte Marti gegenüber "Le Matin".
Nach eigenen Angaben hat der Schweizer die Heimreise angetreten. Swiss Tennis spricht hingegen davon, dass Marti nach der Auslosung "ein inakzeptables Verhalten an den Tag legte" und sich Lüthi deswegen entschieden habe, "ihn aufgrund des unsportlichen Verhaltens aus dem Team auszuschließen".
"Ich habe schon viel gesehen"
Es ist übrigens nicht der erste Eklat im Schweizer Team in der jüngeren Vergangenheit. Im September 2013 beim Relegationsspiel gegen Ecuador wurde Laaksonen nach einem Streit mit Wawrinka im Training aus dem Team geworfen.
"Ich habe schon viel gesehen, doch wie er sich hier aufgeführt hat, war schon sehr extrem. Es gibt Dinge, die ich nicht akzeptieren kann. Er wurde weggeschickt, weil er sich nicht richtig benommen hat. Der Captain hat sein Verhalten nicht akzeptiert", hatte Wawrinka damals erklärt.
Mittlerweile sind die Wogen wieder geglättet. Laaksonen gehörte letztes Jahr im Viertelfinale zum Kader und ist gegen Belgien nun urplötzlich die Nummer eins der Schweiz.
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