Haas im Interview

Tommy Haas im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de vor dem Davis Cup-Halbfinale in Russland. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren hat das DTB-Team die Chance wieder ins Finale einzuziehen und sich zugleich für die schmerzliche Niederlage von 1995 gegen R

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Wie haben Sie sich in dieser Woche vorbereitet und konnten Sie sich in Moskau auch ein bisschen wohlfühlen?
Tommy Haas: Jeder, der den Davis Cup kennt, weiß, dass wir die meiste Zeit im Hotel sind. Wir lassen uns behandeln, pflegen oder trainieren in der Halle. Alles andere ist Nebensache. Gestern Abend hatten wir unser Teamdinner und sind danach am Roten Platz vorbeigefahren. Das war schon sehr beeindruckend, denn ich finde Moskau ist eine faszinierende Stadt mit sehr vielen schönen Gebäuden, die man einfach gesehen haben muss. Aber das war die Ausnahme, wir sind hier voll konzentriert, um bestmöglich auf unsere Aufgabe vorbereitet zu sein.
Bei Ihrer Ankunft in Moskau waren Sie mit dem Platz sehr unzufrieden. Hat sich das inzwischen verbessert?
Haas: Wir spielen in Russland, die haben Heimvorteil und werden das so machen, wie es ihnen gefällt. Aber ich muss zugeben, dass der Platz jeden Tag ein bisschen besser wird. Am Anfang war er sehr weich, viele Bälle sind versprungen und das hat natürlich tierisch genervt. Ich bin ja ohnehin nicht der Spieler, der gerne auf Sand spielt. Ich bin von dem "Rumgerutsche" nicht angetan, aber jetzt ist es so und ich werde versuchen alle Ärgernisse auszublenden, um zu gewinnen.
Vor zwölf Jahren haben die Russen in einer Nacht- und Nebelaktion den Platz gewässert, sodass er am Freitag bei Spielbeginn sehr weich war. Haben Sie schon Wachen aufgestellt, um das dieses Mal zu vermeiden?
Haas: Ich weiß nicht, ob unser Teamchef jemand organisiert hat, der sich darum kümmert. Aber ich halte die Russen schon für fair, denn auch sie müssen mit dem Platz zurechtkommen.
Sie werden die Partie am Freitag gegen Igor Andreew eröffnen, wie auch schon die anderen Davis-Cup-Begegnungen in diesem Jahr. Ist das ein gutes Omen?
Haas: Ich finde das gut, weil ich weiß, wann ich rausgehen muss. Das ist mir lieber, als lange warten zu müssen. Ich glaube auch, dass das ein wirklich gutes Omen ist, weil ich das in diesem Jahr immer so gemacht habe. Es lief gut, ich habe das Auftaktmatch immer gewonnen und ich hoffe, das wird auch in Moskau wieder so sein.
Wie gut kennen Sie Ihren ersten Gegner Andreew?
Haas: Ich glaube, ich habe noch nie gegen ihn gespielt aber sicherheitshalber werde ich noch mal ins Internet schauen. Aber ich kenne natürlich seine Spielweise: Er ist ein Spieler, der gerne auf Sand spielt, weil er auf diesem Belag viel Zeit hat und mit seiner Vorhand sehr viel Druck machen kann. Andreew spielt mit viel Spin und hat einen sehr guten ersten Aufschlag. Ich muss versuchen dagegen zu halten, selbst aggressiv zu spielen und viel zu variieren.
Ihr zweiter Gegner wird am Sonntag Nikolai Dawidenko sein. Freuen Sie sich auf die Revanche für das verlorene Viertelfinale bei den US Open in diesem Jahr?
Haas: Ja, das muss ich zugeben, denn so schnell werde ich die Möglichkeit wohl auch nicht mehr bekommen. Ich will unbedingt gewinnen und glaube gute Chancen zu haben, zumal Dawidenko im Davis Cup nie besonders gut gespielt hat. Zuletzt hat er gegen Frankreich sein Auftakteinzel verloren.
Sie haben seit einiger Zeit Probleme mit Ihrer operierten Schulter. Können Sie hier schmerzfrei spielen?
Haas: Mittlerweile habe ich mich an diese Geschichte gewöhnt. Ich habe eine sehr gute Betreuung hier in Moskau durch Klaus Eder und Dr. Erich Rembeck, und deshalb ist auch alles in Ordnung. Ich hoffe auch, dass wir irgendwann herausfinden können, was eigentlich genau das Problem ist und wie meine Zukunft dann aussehen kann.
Nach den US Open haben Sie sich von Ihrem Trainer Thomas Hogstedt getrennt. Haben Sie schon einen Nachfolger gefunden?
Haas: Darüber mache ich mich mir momentan keinen Gedanken. Ich konzentriere mich ausschließlich auf den Davis Cup. Ich möchte auch nicht irgendjemand nehmen, der einfach nur dabei ist, sondern möchte mir erst intensiv über meine Zukunft Gedanken machen.
Die Niederlage im Halbfinale 1995 ist allen hier noch lebhaft in Erinnerung. Wie haben Sie dieses Tennisdrama miterlebt?
Haas: Jeder kann sich an Michael Stich und seine neun vergebenen Matchbälle erinnern, auch wenn ich das Match damals nicht live gesehen habe. Leider hat er nicht gewonnen, das tat weh, wir hatten uns alle schon auf das Traumfinale gegen die USA gefreut. Jetzt haben wir vielleicht wieder die Chance. Wir sind mächtig stolz, es bis ins Halbfinale geschafft zu haben. Jetzt versuchen wir einen Schritt weiterzugehen und ich bin sehr zuversichtlich, unseren Traum wahrmachen zu können. Ich werde den Davis Cup jetzt auf jeden Fall schon einmal fotografieren.
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