Olympiasieger Alexander Zverev kritisiert neues Davis-Cup-Format: "Sollte man nicht mit Geld kaufen"

Alexander Zverev ist kein Fan des neuen Davis-Cup-Formats, das seit 2019 gespielt wird. In der "ZDF"-Sendung "Das aktuelle Sportstudio" erklärte der 24-Jährige seine Abneigung: "Ich finde, der Davis Cup ist Tennis-Geschichte. Es ist etwas, das man mit Geld nicht kaufen sollte." Anstelle von mehreren K.o.-Runden über das gesamte Jahr wird seit 2019 in einer Finalwoche der Sieger ermittelt.

Alexander Zverev

Fotocredit: Getty Images

Bis zur großen Reform vor zwei Jahren spielten die Nationalteams der Herren in vier über das Jahr verteilte Runden in Heim- und Auswärtsspielen um das Weiterkommen.
Zverev meinte weiter: "Wir haben über 100, 130 Jahre in dem Format gespielt. Wir haben in verschiedenen Ländern gespielt, über das gesamte Wochenende. Wir hatten Heimvorteil oder haben auswärts gespielt, in Spanien oder Australien. Ich finde, der Davis Cup sollte nicht einfach in einer Woche gespielt werden."
Die ITF (Internationaler Tennis-Weltverband), Ausrichter des Davis Cup, soll für das neue Format dank einer Investmentgruppe rund um Fußball-Weltmeister Gerard Piqué über die kommenden 25 Jahre drei Milliarden Euro verdienen.
Seit kurzem ist auch im Gespräch, die Finalrunde in Abu Dhabi auszutragen. Für Zverev ist die Entscheidung klar: "Da ist halt das meiste Geld."

Zverev: Alter Davis Cup "einfach Tennis-Geschichte"

Er betonte auch, dass er nicht generell gegen den Davis Cup sei. "Ich spiele immer gerne für Deutschland und die deutsche Nationalmannschaft. Ich werde im Januar auch beim ATP Cup für Deutschland spielen. Das ist für mich immer eine Freude", erklärte der Olympiasieger von Tokio.
Der Davis Cup in seinem alten Format sei "einfach Tennis-Geschichte und Tennis-Geschichte sollte nicht mit Geld verändert werden", stellte Zverev klar. Bei der letzten Ausgabe vor wenigen Wochen, als Deutschland erst im Halbfinale ausschied, hatte die deutsche Nummer eins auf eine Teilnahme verzichtet.
In der Diskussion um die ewige Nummer eins unter den Big Three hat Zverev zudem einen klaren Favoriten: Novak Djokovic. "Irgendwann kann man Statistiken und Rekorde nicht mehr ignorieren. Es ist einfach so: Er hat alle Rekorde", meinte Zverev: "Wenn du gegen Novak nur zwei Prozent schlechter spielst, als du sonst spielen kannst, hast du keine Chance. Dann gewinnst du keine Spiele und verlierst 1:6, 2:6." Es gebe "keinen Spieler, der das Spiel besser liest als er".

Zverev hofft auf mehr Klarheit bei Peng Shuai

Auch das Thema Peng Shuai lässt den 24-Jährigen nicht kalt. Im "Aktuellen Sportsstudio" sagte Zverev: "Wir leben in 2021 und in Deutschland, und wir denken, so etwas gibt es nicht mehr in der Welt. Aber dieser Fall zeigt natürlich, dass Diktatur in dieser Welt immer noch die Realität ist."
Er hoffe, "dass irgendwann mehr ans Licht kommt und dann hoffentlich auch die ATP dazu etwas sagen und machen wird". Zunächst habe er einfach die Hoffnung, "dass es ihr gut geht und sie sicher und gesund ist".
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Quelle: SNTV

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