Final-Traum geplatzt: Deutschland chancenlos gegen Russland

Deutschland ist Davis-Cup-Halbfinale mit 1:2 an Russland gescheitert. Jan-Lennard Struff verlor gegen Daniil Medvedev 4:6, 4:6, zuvor war Dominik Koepfer gegen Andrej Rublev beim 4:6, 0:6 chancenlos. Im bedeutungslosen Doppel sorgten Kevin Krawietz und Tim Pütz mit dem 4:6, 6:3, 6:4 gegen Karen Khachanov/Aslan Karatsev für einen versöhnlichen Abschluss und blieben im Davis Cup ungeschlagen.

Jan-Lennard Struff

Fotocredit: Getty Images

Deutschland, das ohne Olympiasieger Alexander Zverev antrat, muss auch nach dem ersten Halbfinale seit 14 Jahren auf den vierten Titel im Davis Cup warten.
"Wir haben uns vorgenommen, die Russen zu schlagen, auch wenn es eine richtig harte Aufgabe war. Das ist natürlich nicht geglückt, das ist sehr schade. Deswegen sind wir alle sehr traurig", sagte Jan-Lennard Struff bei "Servus TV".
Dennoch zeigte er sich auch stolz: "Dass wir zum ersten Mal seit 2007 ein Halbfinale erreicht haben, ist natürlich super."
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat den wichtigsten Teamwettbewerb im Männertennis bisher 1988, 1989 sowie 1993 gewonnen und seither kein Endspiel mehr erreicht.

Medvedev nutzt Chancen gegen Struff eiskalt

Im Sommer hatte Struff Medvedev in Halle/Westfalen bereits geschlagen - und auch am Samstag agierte er gegen den großen Favoriten aggressiv und mutig, mit seinem Serve-and-Volley-Spiel hielt er den Druck hoch.
Da auch Medvedev in seinen Aufschlagspielen souverän war, blieb die Partie lange offen.
Sobald sich bei Struff aber leichte Fehler einschlichen, packte der Weltranglistenzweite eiskalt zu.
Mit dem Break zum 3:2 im zweiten Satz war Medvedev endgültig auf der Siegerstraße. "Ich wollte aggressiv vorgehen, aber dafür hat er halt eine brutale Klasse. Da waren die zwei drei Fehler pro Satz einfach zu viel", so Struff.

Koepfer auf verlorenem Posten gegen Rublev

Koepfer lief indes gegen den zuletzt überspielt wirkenden Rublev früh einem Rückstand hinterher, weil sein Gegner seine gewaltige Power gut ausspielte und hervorragend servierte.
Der Schwarzwälder riskierte viel und kämpfte, stand aber permanent unter Druck - der unwiderstehliche Rublev erwischte einen Sahnetag und entschied das Match schon nach 49 Minuten. "Er war einfach zu aggressiv für mich, um ins Match reinzukommen", gab Koepfer zu.
Deutschland traf bereits zum vierten Mal im Halbfinale auf eine russische Mannschaft, die als Folge der Sanktionen nach dem Staatsdopingskandal offiziell unter dem Namen "Russischer Tennisverband" aufläuft, und verlor alle Partien.
Medvedev und Co. spielen am Sonntag im Endspiel gegen Kroatien um den Titel, das am Freitag Serbien um Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic ausgeschaltet hatte.
(SID)
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