Davis Cup: Von USA nach China - deutsches Tennis-Team schießt gegen Weltverband: "Planung ist eine Katastrophe"
VonLukas Fegers
Publiziert 09/09/2024 um 15:35 GMT+2 Uhr
Am Samstag noch im Doppel-Finale der US Open, am Dienstag schon im Davis Cup gefordert: Das deutsche Duo Kevin Krawietz und Tim Pütz kann in diesen Tagen kaum durchatmen. Dabei bereitet dem Gespann der eng getaktete Kalender nicht aus sportlicher, sondern vor allem aus logistischer Sicht mächtig Ärger. Denn die Gruppenphase des Nationenwettbewerbs findet in China statt - am anderen Ende der Welt.
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Quelle: Perform
"Die Planung ist eine Katastrophe", kritisierte Krawietz den vom Tennis-Weltverband ITF gewählten Austragungsort, der für viele Beteiligten eine wahre Odyssee bedeutet.
Noch am Samstag hatte der Doppel-Spezialist mit seinem Partner in Flushing Meadows das Finale bestritten und dort gegen die Australier Max Purcell/Jordan Thompson beim 4:6, 6:7 (4:7) das Nachsehen gehabt. Drei Tage später nun müssen die beiden Deutschen im chinesischen Zhuhai ihre Schläger schwingen.
Rund 16 Stunden dauert der Flug aus New York nach Hongkong, von dort geht es mit einem Shuttle weiter in Richtung Spielort. Auf der Reise verliert das Davis-Cup-Duo durch die Zeitverschiebung zusätzlich einen halben Tag.
"Wir können es leider nicht ändern, wir haben da keinen Einfluss drauf", betonte Krawietz und unterstrich, dass es aus Spielersicht "schlecht" sei.
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Kevin Krawietz und Tim Pütz kritisieren die Reisestrapazen.
Fotocredit: Getty Images
China beim Davis Cup gar nicht dabei
Ähnlich sieht es auch Teamchef Michael Kohlmann, der die Vergabe der Gruppenphase nach China erneut scharf kritisierte.
Alle Teams vor Ort seien sich einig darüber, "dass es mehr oder minder Quatsch ist, hier zu spielen", echauffierte sich der 50-Jährige: "Wir haben uns alle über unsere Reiserouten unterhalten und wie schwierig es für einige war, hier auch wirklich anzukommen."
Das Paradoxe: Gastgeber China, im Davis Cup nur drittklassig, ist gar nicht dabei. Neben der Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) schlagen die Slowakei, Chile und die USA in Zhuhai auf.
Dass der chinesische Verband dennoch die Gruppenphase ausrichten darf, ist - natürlich - auf ökonomische Gründe zurückzuführen. Der chinesische Markt bietet "die Möglichkeit, das Wachstum weiter zu steigern", erklärte ein ITF-Sprecher auf Anfrage der "dpa".
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Krawietz/Pütz werden erst am Montagabend in China erwartet, wenig später sind sie dann schon gefordert. "Wir versuchen, so professionell und frisch wie möglich am Dienstag auf dem Platz zu stehen", sagte Krawietz: "Wir spielen gerne für Deutschland, wir spielen gerne Davis Cup."
Insbesondere auf das starke Doppel könnte es diesmal ankommen, denn im Einzel fehlt unter anderem Top-Spieler Alexander Zverev. Die neue Nummer zwei der Welt hatte für den Davis Cup in China frühzeitig abgesagt - wegen Reisestress, wie "Sport1" berichtet.
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