Die 5 Absteiger des Tennis-Jahres 2015: Grigor Dimitrov, Benjamin Becker, Jan-Lennard Struff und Co.

Im Jahr 2015 lief es für einige Tennisprofis alles andere als rund. Fünf Spieler erlebten in der Weltrangliste einen freien Fall. Wir blicken auf den sportlichen Absturz von Grigor Dimitrov, Ernests Gulbis, Benjamin Becker, Mikhail Youzhny und Jan-Lennard Struff.

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Grigor Dimitrov (von Platz 11 auf 28)
Viele haben erwartet, dass Grigor Dimitrov nach seiner starken letzten Saison mit drei Titeln und der Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon im Jahr 2015 den nächsten Schritt machen und sich in den Top Ten etablieren würde. Doch sportlich machte der Bulgare in dieser Saison wenig Schlagzeilen, zumindest noch zu Beginn des Jahres, als er ein unterhaltsames Australian-Open-Achtelfinale gegen Andy Murray spielte.
Privat sorgte Dimitrov mit der Trennung von Maria Sharapova sowie pikanten Fremdgeh-Gerüchten für Aufsehen. Wegen der sportlichen Krise musste Trainer Roger Rasheed dran glauben. Mit Franco Davin will Dimitrov nun wieder angreifen. "Der Funke ist wieder in mir", sagte der 24-Jährige kürzlich auf der ATP-Webseite.
Ernests Gulbis (von Platz 13 auf 81)
Ähnliches wie bei Grigor Dimitrov muss man auch bei Ernests Gulbis festhalten. Für den Letten ging es jedoch noch in viel rasanterer Form nach unten. Dass er überhaupt noch Mitglied in den Top 100 ist, kann er zwei Turnieren verdanken. In Wien erreichte er das Halbfinale, beim 1000er-Event in Montreal als Qualifikant das Viertelfinale. Dass er zu großen Siegen imstande ist, bewies er in Montreal, als er Novak Djokovic am Rande der Niederlage hatte und zwei Matchbälle vergab. Ansonsten verlor Gulbis in diesem Jahr bei 25 Turnierstarts insgesamt 18-mal in der ersten Runde.
Dass der 27-Jährige auch in der sportlichen Krise sehr unterhaltsam ist, bewies er bei seinem 1:6,-0:6-Debakel in Monte Carlo gegen den Österreicher Andreas Haider-Maurer. "Leider konnte ich nicht gewinnen. Leider konnte ich bloß ein Spiel gewinnen. Beim nächsten Mal gehe ich dann auf zwei Spiele, drei Spiele. Und 2016 gewinne ich vielleicht einen Satz", sagte Gulbis hinterher. 2016 hat er die Chance, es besser zu machen.
Benjamin Becker (von Platz 40 auf 97)
2014 war ranglistentechnisch das beste Jahr in der Karriere von Benjamin Becker. Der Deutsche stürmte bis auf Platz 35 vor. Doch in diesem Jahr war irgendwie der Wurm drin. 17-mal streichte Becker bei einem Turnier die Segel in der ersten Runde. Bei den ersten beiden Grand Slams des Jahres lief es hingegen überraschend gut. Bei den Australian Open bezwang Becker in der zweiten Runde Lleyton Hewitt nach 0:2-Satzrückstand und gewann damit auch zum ersten Mal ein Fünfsatz-Match.
Bei den French Open legte er zwei weitere Fünfsatz-Siege nach, konnte dann aber zu seinem Drittrunden-Match gegen Kei Nishikori nicht antreten. Die vielen Niederlagen brachten den 34-Jährigen zwischenzeitlich aus den Top 100. Ein starker Herbst mit dem Hallfinale beim ATP-Turnier in Kuala Lumpur sowie den Finalteilnahmen bei den Challengern in Mons und Eckental haben jedoch dafür gesorgt, dass Becker seinen Hauptfeld-Platz bei den Australian Open sicher hat.
Mikhail Youzhny (von Platz 48 auf 127)
Am 27. Juli dieses Jahres ging eine beeindruckende Serie zu Ende. Mikhail Youzhny flog aus den Top 100, nachdem er seit dem 29. Januar 2001 Mitglied in diesem Club war – 14,5 Jahre also. Der 33-jährige Russe verlor dieses Jahr 17-mal in der ersten Runde stürzte zwischenzeitlich bis auf Platz 153 ab.
Mit dem Challenger-Titel in Eckental im November stoppte Youzhny die Talfahrt und bekräftigte: "Ich hatte ein schweres Jahr, aber meine Karriere ist noch nicht beendet. Ich genieße es immer noch, Tennis zu spielen, egal wo." Colonel Youzhny will also noch nicht abtreten und seinen Militärgruß im Jahr 2016 nach Siegen wieder öfter zeigen.
Jan-Lennard Struff (von Platz 59 auf 108)
Jan-Lennard Struff ereilte ein ähnliches Schicksal wie das seines Landsmannes Benjamin Becker. Und auch der 25-jährige Warsteiner hat es den Resultaten aus dem Herbst zu verdanken, dass er nicht noch weiter zurückgefallen ist und nun am Wiedereinzug in die Top 100 klopft. Denn Struff verlor trotz guter Leistungen bis zum Herbst sehr viele Matches im entscheidenden Satz.
Der Trainerwechsel zum ehemaligen deutschen Davis-Cup-Kapitän Carsten Arriens brachte den Deutschen zurück in die Spur. Struff gewann zwei Challenger-Turniere in Folge und sollte seinen Aufwärtstrend im Jahr 2016 fortsetzen. Denn der Deutsche gehört von seiner spielerischen Klasse auf jeden Fall in die Top 100.
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