Ex-Federer-Coach Annacone kritisiert Weltrangliste wegen Zverev und Alcaraz - "Da ist ein Fehler im System"

Paul Annacone, ehemaliger Trainer von Roger Federer, hat sich im Podcast des "Tennis Channel" kritisch über die Weltranglistenposition von Alexander Zverev geäußert. Nicht, weil der Deutsche Platz zwei zum Jahresende nicht verdient hätte - der 61 Jahre alte US-Amerikaner hätte nur lieber Carlos Alcaraz nach dessen zwei Grand-Slam-Erfolgen 2024 dort gesehen. "Da ist ein Fehler im System", meint er.

Paul Annacone (r.) trainierte Roger Federer von 2010 bis 2013

Fotocredit: Getty Images

Das Jahresranking der ATP ist eindeutig: Wer binnen eines Jahres am meisten gewinnt, steht oben. So grüßt Jannik Sinner (Italien) zum Jahresausklang 2024 auch verdient mit 11.830 Punkten von der Spitze.
Dahinter: der Deutsche Alexander Zverev. 7915 Zähler hat der 27-Jährige binnen eines Jahres gesammelt und somit seine persönlich höchste Weltranglistenposition eingestellt. Zverev stellte damit auch Carlos Alcaraz (Spanien) in den Schatten, der "nur" 7010 Punkte sammeln konnte.
Genau das ist der Stein des Anstoßes für Paul Annacone, 61, Trainer-Legende. Der ehemalige Coach von Roger Federer äußerte im Podcast des "Tennis Channel" sein Unbehagen mit dieser Situation.
"Zverev hatte ein herausragendes Jahr, keine Frage, und die Punkte lügen nicht", findet der US-Amerikaner eigentlich. Zverev habe "unglaubliches Tennis" gespielt, so Annacone. Das große 'Aber' für ihn lautet jedoch: "Ein anderer hat zwei Grand Slams gewonnen und ist nicht mal die Nummer zwei in der Welt. Da ist ein Fehler im System."

Zverev mit zwei Turniersiegen 2024

Gemeint ist eben jener Alcaraz, der laut Annacone allein wegen der Grand-Slam-Leistungen über Zverev stehen sollte, es aber nicht tut.
Das liegt am Punktesystem der ATP, das eben auch diejenigen begünstigt, die viele Turniere spielen und über das ganze Jahr hinweg bei Masters (1000 Siegerpunkte), 500er oder gar 250er Turnieren erfolgreich sind.
Stellt man die Leistungen von Zverev und Alcaraz gegenüber, ist die Weltrangliste natürlich höchst transparent. Zverev gewann dafür die Masters in Rom und Paris. Zudem stand er bei den French Open und in Hamburg (500) im Finale. Bei den Australian Open, den Masters von Miami und Cincinnati sowie bei den ATP Finals reichte es immerhin bis ins Halbfinale. Insgesamt gelangen Zverev 69 Match-Siege bei 21 Niederlagen.
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Highlights: Zverev verliert erneut gegen Fritz nach Dreisatzkrimi

Quelle: Perform

Alcaraz gewann French Open und Wimbledon

Der Deutsche spielte binnen eines Jahres insgesamt 21 Turniere, Alcaraz verletzungsbedingt nur 18, bei denen er auf eine Bilanz von 54:13-Matchgewinne kam. Der Spanier siegte bei den French Open (gegen Zverev) und Wimbledon, wofür er je 2000 Weltranglistenpunkte einstrich, sowie beim Masters in Indian Wells. Zudem gewann er das Turnier von Peking (500). Diese vier Turniersiege reichten dennoch nicht, um vor Zverev im ATP Ranking zu stehen.
Was Annacone vom erst 21 Jahre aten Alcaraz hält, machte er vor einiger Zeit schon mal in einem Podcast klar. Da sagte er: "Wenn Alcaraz gesund bleibt, wird er viele Grand Slams gewinnen - vielleicht keine 20, aber man kann nie wissen. Die athletischen Voraussetzungen dazu hat er."
Insgesamt steht der Spanier bereits bei vier Grand-Slam-Erfolgen. Zverev hat dagegen noch kein Major gewonnen. Annacone selbst war als Spieler in den 80er Jahren mal die Nummer zwölf der Welt. Später coachte er die Tennis-Größen Pete Sampras (1995-2001, 2002), Tim Henman (2004) und Roger Federer (2010-2013).
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Finale: Alcaraz besiegt Zverev in fünf Sätzen - Highlights

Quelle: Eurosport


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