"Dieses Ambiente ist zwar verlockend, aber wir werden immer schnell zurückgeholt, weil alles auch sehr anstrengend ist. Die ganzen Umstände sind eine besondere Herausforderung", sagte Teamchefin Barbara Rittner vor dem Erstrundenduell mit Gastgeber USA am Samstag (22.00 Uhr MEZ/DAZN) und Sonntag (21.00 MEZ/DAZN).
Der Jetlag nach der knapp 30-stündigen Anreise mit einigen Pannen via London und Vancouver steckte den Routiniers Andrea Petkovic (WTA-Nr. 51) und Julia Görges (57) sowie den Fed-Cup-Debütantinnen Laura Siegemund (38) und Carina Witthöft (77) bei den ersten Trainingseinheiten noch in den Knochen.
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Doch gerade die schwierigen Umstände könnten das Zünglein an der Waage sein: "Denn man darf nicht unterschätzen: Wenn man so weit anreist und diese Opfer bringt, was das mit einem Team macht. Es schweißt unheimlich zusammen", sagte Petkovic und gab sich vor den Duellen im traumhaften Royal Lahaina Resort kämpferisch:
Ich glaube nicht, dass Spielerinnen auf der anderen Seite sind, die komplett unschlagbar sind.
Allerdings strotzt Coco Vandeweghe, die wegen des Fehlens von Serena und Venus Williams die US-amerikanische Nummer eins ist, nach ihrem Halbfinal-Einzug bei den Australian Open vor Selbstvertrauen. "Sie soll ruhig erst mal denken, sie sei die Königin. Bei ihr rechnet das US-Team damit, dass sie die Punkte holt", sagte Rittner über den Erwartungsdruck, der auf der extrovertierten Weltranglisten-20. mit dem Hammer-Aufschlag lastet. Petkovic meinte über Vandeweghe: "Sie spielt derzeit das Tennis ihres Lebens."
Bis Donnerstagabend will Rittner entscheiden, welche zwei Einzelspielerinnen sie aufbietet. Einiges spricht dafür, dass die erfahrenen Petkovic und Görges am ersten Tag auf dem mittelschnellen Hartcourt zum Zuge kommen. Die Auslosung findet am Freitagmittag Ortszeit statt.
Die deutsche Nummer eins Angelique Kerber indes wünschte ihren Teamkolleginnen via WhatsApp "eine gute Vorbereitung" und schrieb: "In Gedanken bin ich bei euch." Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin hatte "schweren Herzens" auf einen Einsatz verzichtet, da sie am WTA-Turnier in Doha (ab Montag) teilnehmen muss. "Ich hoffe und glaube, dass das Team das Fehlen von Angie auch als Chance ansehen wird", meinte Rittner, die für Kerbers Absage "vollstes Verständnis" zeigte.
Als gutes Omen für die DTB-Mannschaft gilt der Höllen-Trip vor knapp drei Jahren nach Brisbane. Damals siegten Kerber, Petkovic, Görges & Co. trotz der Reisestrapazen gegen Gastgeber Australien mit 3:1 und qualifizierten sich fürs Finale. "Das waren ähnlich schwere Umstände wie aktuell. Die Spielerinnen bringen auch jetzt riesengroße Opfer, um danach ihre Saison langfristig gut zu spielen. Da bin ich stolz und dankbar", meinte Rittner über ihr Maui-Quartett, das mehr als 11.000 Kilometer weit weg von Zuhause den Sprung ins Halbfinale schaffen will.
In einer etwaigen Vorschlussrunden-Partie am 22./23. April gegen den Gewinner des Duells zwischen Titelverteidiger Tschechien und Spanien würde das deutsche Team Heimrecht genießen. Bei einer Niederlage auf Hawaii müsste man wie 2016 in die Playoffs um den Klassenerhalt in der Weltgruppe.
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