French Open 2017 - Rafael Nadal schlägt Stan Wawrinka und schafft die "Décima"

Rafael Nadal hat Geschichte geschrieben. Der Spanier gewann das Finale von Roland Garros gegen Stan Wawrinka mit 6:2, 6:3, 6:1 und holte damit die Décima, den zehnten Titel bei den French Open. Ein Leistung, wie es sie in der Open Era des Tennis-Sports noch nie gegeben hat. 2005 hatte Nadal den Sandplatz-Klassiker zum ersten Mal gewonnen, insgesamt steht seine Matchbilanz in Paris bei 79:2.

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"Das ist wirklich unglaublich, hier im Finale zu stehen und die Décima zu holen. Ein sehr bewegender Moment für mich. Unmöglich, meine Gefühle zu beschreiben. Die French Open sind das wichtigste Turnier meiner Karriere", erklärte Nadal direkt nach seinem Coup.
"Es ist etwas ganz besonderes, gegen Rafa in so einem Finale zu stehen. Glückwunsch", so Wawrinka. Nadal sei einfach "zu stark" gewesen, um ihn zu bezwingen. "Heute war es nicht einfach für mich, aber ich hatte zwei tolle Wochen in Roland Garros."

Wawrinka ohne Chance

Nadal spielte zu Beginn zwar nicht überragend, hielt Wawrinka auf Court Philippe-Chatrier aber trotzdem klar in Schach. Der Schweizer fand lange nicht in die Partie, leistete sich zu viele Fehler. Nadal nutzte das zu zwei Breaks, die ihm nach 42 Minuten die Satzführung bescherten.
Dem Schweizer gelang wenig, zeitweise war Wawrinka komplett von der Rolle. Nadal zog derweil sein Power-Spiel gnadenlos durch. Der zweite Satz war ganze 12 Minuten alt, da führte der Mallorquiner schon wieder mit 3:0. Im neunten Spiel ließ Wawrinka seinem Frust dann freien Lauf und zertrümmerte sein Racket. Wenige Sekunden später war der zweite Durchgang dann mit 3:6 weg.
Nadal ließ keinen Deut nach, gab Wawrinka nicht kleinste Chance, ins Match zurückzufinden. Der Sandkönig spielte im dritten Satz nahe an der Perfektion, holte erneut ein frühes Break und die 3:1-Führung. Eurosport-Experte Boris Becker zeigte sich begeistert und staunte:
Wawrinka versuchte alles, kämpfte um jeden Punk und jedes Aufschlagspiel. Allein: Es war kein Kraut gewachsen gegen einen sensationellen Rafael Nadal, der das Endspiel nach nur zwei Stunden und fünf Minuten mit dem zweiten Matchball zu seinen Gunsten entschied.
"Einmalig, das gab es in der Tennis-Geschichte noch nie", schwärmte Becker. "Aber auch Stan Wawrinka kann stolz auf seine Leistung sein. Er hatte dieses Marathon-Match gegen Andy Murray im Halbfinale - vielleicht ein Grund, weshalb er im Finale nicht ganz so stark war."

Ära von Onkel Toni endet mit Triumph

Wawrinka verpasste seinen zweiten French-Open-Coup nach 2015 und seinen insgesamt vierten Grand-Slam-Erfolg. Zuvor hatte der frühere Davis-Cup-Sieger noch kein Major-Finale verloren. Nadals Titel war auch aus einem anderen Grund ein besonderer: Zum letzten Mal in Roland Garros gehörte Onkel Toni zum Trainerteam. Der 57-Jährige, von dem der kleine "Rafa" einst glaubte er habe magische Kräfte, will sich nach der Saison der Arbeit in der "Nadal Academy" auf Mallorca widmen.
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