Rafael Nadal und Stan Wawrinka kämpfen um den Grand-Slam-Titel bei den French Open

Die besten beiden Spieler der French Open 2017 stehen sich im Finale gegenüber: Rafael Nadal trifft auf Stan Wawrinka. Ein Match, das kaum mehr Spannung versprechen könnte. Der neunmalige Champion Nadal trifft auf 2015-Sieger Wawrinka. Doch welcher der beiden Stars wird die Nase vorne haben? Eines ist sicher: Die Tennis-Welt darf sich auf einen Leckerbissen freuen.

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Rafael Nadal und Stan Wawrinka also. Der Spanier und der Schweizer bilden das Final-Duo der French Open 2017.
Vor dem Turnierstart hatten Wawrinka nur wenige auf dem Zettel. Spätestens nach der Gala-Vorstellung gegen den Weltranglistenersten Andy Murray im Halbfinale änderte sich das. Das 6:7 (6:8), 6:3, 5:7, 7:6 (7:3) und 6:1 demonstrierte die absolute Willensstärke des 32-Jährigen.
Wawrinka sagte nach dem Match:
Doch wie lief das Halbfinale des Sandplatzkönigs Nadal? Es war eine klare Angelegenheit. Der erhoffte Kracher gegen Dominic Thiem wurde zur "One-Man-Show". Der Mallorquiner dominierte seinen 23-jährigen Kontrahenten nach Belieben und ließ ihm beim 6:3, 6:4 und 6:0 keine Chance. Der "Stier aus Manacor" steht in seinem zehnten Finale in Roland-Garros - noch nie hat er eins verloren.
Eurosport-Experte Boris Becker resümiert:
Auf seiner Mission zum zehnten Titel, zum "La Décima", kann ihn nur noch Wawrinka stoppen. Doch hat der Schweizer die Mittel dazu?

"Mr. Finale" trifft auf Rekord-Champion

Der fünfte Satz des Schweizers gegen Murray sprach Bände. Wawrinka strotzte vor Selbstvertrauen und schlug Winner um Winner. Ein wichtiger Faktor neben der starken physischen Verfassung war die mentale Stärke des dreimaligen Grand-Slam-Champions. Es wirkte, als habe er nie am Sieg gezweifelt. Und er tat es auch nicht. Es war ein Fingerzeig in Richtung Nadal.
Wie eine Urgewalt peitschte er die Vorhand mit durchschnittlich 80 km/h übers Netz. Die Rückhand war wie immer eine Klasse für sich - longline, cross. Egal wie.
An diese Schläge wird sich Nadal mit Sicherheit erinnern. Im Australian-Open-Finale 2014 standen sich beide bereits in einem Grand-Slam-Endspiel gegenüber. Und Nadal musste sich geschlagen geben. Im ersten Satz sah er gegen Wawrinka kein Land, im zweiten Durchgang verletzte er sich am Rücken, spielte weiter, unterlag aber deutlich in vier Sätzen. Es war der erste Streich von Wawrinka - zwei weitere sollten folgen.
2015 gewann er die French Open, 2016 legte er mit den US Open nach. Wawrinka gewann alle seiner drei Grand-Slam-Finals und trägt seitdem den Titel "Mr. Finale". Zurecht.

Nadal im direkten Vergleich vorn

Sein Finalgegner hat dagegen schon mehr Erfahrung. Insgesamt nennt er 14 Grand-Slam-Titel sein Eigen. In sieben Finals ging er als Verlierer vom Platz. Den größten Vorteil am Sonntag wird jedoch das enorme Selbstvertrauen des Spaniers sein. In Paris ging er lediglich in drei Matches als Verlierer vom Platz (2009, 2015 und 2016). In diesem Jahr verlor er im gesamten Turnierverlauf nur 29 (!) Spiele. Damit egalisierte er den Rekord von Björn Borg.
Im direkten Vergleich sieht die Sache klar aus: Nadal führt mit 15:3 gegen Wawrinka. Zum letzten Mal trafen beide beim Masters in Monte Carlo 2016 aufeinander, in dem sich der Spanier auf Sand klar mit 6:1 und 6:4 durchsetzte.
Dass Wawrinka brandgefährlich ist, weiß auch Nadal, der nach dem Halbfinale gegen Thiem konstatierte:

Rückhand-Peitsche gegen Topspin

Von der Spielweise könnten Spin-Künstler Nadal und Rückhand-Ästhet Wawrinka nicht unterschiedlicher sein. Der Mallorquiner agiert mit enormen Spin auf der Vorhand und entwickelt mit der Rückhand einen starken Drall. Mit diesen Waffen treibt er seine Gegner weit aus dem Platz und eröffnet sich somit Räume.
Wawrinka hingegen wählt das Tempo. Egal, ob Vorhand oder mit der einhändigen Rückhand - der Schweizer geht volles Tempo. Auch aus schwierigen Lagen feuert der 32-Jährige die Winner in die gegnerische Hälfte. Kein Zweifel: Auch Nadal ist als Defensiv-Künstler bekannt und produziert aus unmöglichen Situationen direkte Gewinnschläge.

Druck? Nicht mit Wawrinka!

Der Druck ist klar auf Seiten Nadals. Der Spanier hat die historische Chance, einen Grand-Slam-Titel in Paris zum zehnten Mal zu gewinnen. Keinem anderen Spieler ist das jemals zuvor gelungen. Dass diese Möglichkeit eine gewisse Erwartungshaltung beim Mallorquiner aufbaut, ist klar. Seit Wochen sind die Augen auf ihn gerichtet. Ein Sieg in Paris wird von Nadal erwartet.
Wawrinka kann hingegen im Endspiel befreit aufspielen. "Stan The Man" flog unter dem Radar durch das Turnier und konnte sich still und heimlich ins Endspiel schieben. Der Schweizer kann nur gewinnen.
Eines ist jedoch klar: Nadal spielt in Paris in seinem Wohnzimmer. Getragen von der Euphorie, ist er nur schwer zu schlagen.
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