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"Young Guns": Zverev, Chung, Coric, Tiafoe und Khachanov sind den Top-Stars auf den Fersen
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Publiziert 27/05/2017 um 16:52 GMT+2 Uhr
Die "Next Generation" um Alexander Zverev ist den Altmeistern Rafael Nadal, Novak Djokovic und Co. auf den Fersen. Toptalente wie Frances Tiafoe, Hyeon Chung oder Karen Khachanov sind fast gänzlich unbekannt, Borna Coric und Zverev geht es da schon anders. Die nächste Generation wird bei den French Open angreifen. Eurosport.de stellt fünf hoffnungsvolle Youngster vor.
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Die "Next Generation" ist auf dem Vormarsch, um die alten Hasen abzulösen. Zverev, Chung oder Coric wollen die Plätze von Nadal, Djokovic und Murray einnehmen - diese fünf Rookies muss man im Auge behalten:
Alexander Zverev: Der Leader
Auf Alexander Zverev ruhen die Hoffnungen der Tennis-Szene in Deutschland - und er ist auf dem besten Wege, diese zu erfüllen.
Mit gerade einmal 20 Jahren wird der Hamburger an Nummer zehn der Weltrangliste geführt. Bereits vier Turniere konnte der jüngere Bruder von Mischa Zverev gewinnen. Nach St. Petersburg im vergangenen Jahr kamen 2017 die Siege in Montpellier und beim Heimturnier in München dazu. Und: der Sensationserfolg vor ein paar Wochen beim Masters in Rom. Gegen Novak Djokovic im Finale. Mit unfassbarer Coolness und Dominanz.
Zverev ist der absolute Top-Leader der NextGen und hat eine große Zukunft vor sich. Die jugendliche Unbekümmertheit nutzt er als Vorteil. Beispiel: Das "Foro Italico" in Rom mit rund 10.400 Zuschauern kann einschüchternd wirken, vor allem, wenn es gegen Lokalmatador Fabio Fognini geht. Zverev macht das nichts aus, mit 6:3 und 6:3 putzte er Fognini im Sechzehntelfinale vom Court - mit einer beeindruckenden Leichtigkeit und Sicherheit.
Das Finale gegen Novak Djokovic sollte noch besser werden. Der zwölfmalige Grand-Slam-Champion aus Serbien war dem Hamburger Jung unterlegen, der dem ehemaligen Weltranglisten-Ersten beim 6:4 und 6:3 keine Chance ließ.
Kurz und knapp: Alexander Zverev ist DAS Versprechen an die Zukunft und wird die Stars gewaltig ärgern - er tut es bereits jetzt.
In der ersten Runde der French Open bekommt es Zverev mit dem spanischen Sandplatz-Spezialisten Fernando Verdasco zu tun.
Hyeon Chung: Koreas starke Beine
Die Sportbrille gehört zu Hyeon Chung wie das Haarband zu Roger Federer. Der junge Koreaner hat aber noch ein anderes Merkmal: extrem durchtrainierte und schnelle Beine.
Hinter der Muskelmasse steckt richtig Power. Die Muskelpakete erzeugen eine grandiose Schnelligkeit und Explosivität, wie auch beim ATP-Turnier in München zu sehen war. Im Achtelfinale warf er den Top-Gesetzten Gaël Monfils mit 6:2 und 6:4 aus dem Turnier. Auf der anschließenden Pressekonferenz konstatierte der Franzose:
Mit einer starken beidhändigen Rückhand und einer glatten Vorhand ausgestattet, bringt Chung seine Gegner an den Rand der Verzweiflung. Trotz voller Streckung und scheinbarem Ungleichgewicht schlägt der Südkoreaner die Bälle aus aussichtslosen Situationen gefährlich übers Netz.
Neben seiner Physis ist die mentale Verfassung seine größte Stärke: Mit Yong-Il Yoon als Trainer an der Seitenlinie bekommen die Gegner des 20-Jährigen keine emotionale Regung zu sehen - und wenn doch, dann eine positive. Trainer und Lehrling pushen sich gemeinsam nach wichtigen Punkten. Ein kurzes "Come on", im Mix aus Englisch und Koreanisch, hallt über den Court.
Für viele Zuschauer dürfte der Mann aus Suwon in Südkorea noch unbekannt sein, doch Vorsicht: Chung wird noch von sich reden machen.
In der ersten Runde in Roland Garros bekommt es Chung mit dem Aufschlag-Riesen Sam Querrey aus den USA zu tun.
Borna Coric: Kroatisches Heißblut
"Borna Coric? Hab' ich doch schon einmal gehört", dürfte sich so mancher Tennis-Fan denken. Der Name des jungen Kroaten geistert bereits seit geraumer Zeit in der Fachpresse umher.
Spätestens seit dem Masters-Turnier in Cincinnati hat sich der 20-Jährige einen Namen gemacht. Glatt mit 6:1 und 6:3 fegte er Rafael Nadal vom Platz. Der spanische Superstar gewann nur vier Spiele. Das kam zuvor nur ganz, ganz selten vor.
An diesem Tag hat Coric gezeigt, was er im Stande ist zu leisten. Salopp gesagt: Der Kroate brennt wie eine Fackel. Ihm ist scheinbar egal, wer auf der Gegenseite steht. Die aktuelle Nummer 40 der Welt geht auf den Platz, um zu gewinnen. Und wenn er dafür Stunden bräuchte. Heißblütig hadert er in schwachen Phasen mit sich selbst und wirft auch mal den Schläger - oder auch häufiger, wenn es richtig schlecht läuft.
Coric wird, im Gegensatz zu Alexander Zverev, der jugendliche Ehrgeiz noch ab und zu zum Verhängnis. Um Missverständnissen vorzubeugen: An Kampfgeist und Mut mangelt es dem Jungprofi nicht. Manchmal ist er jedoch etwas ungestüm und will zu viel. Kontrolliertes Tempo fehlt in gewissen Phasen.
Dennoch ist Coric ein Spieler mit extrem viel Potential. Seine bisherige Saison beweist das: Trotz vieler unnötiger Niederlagen, unter anderem gegen Chung in Chennai, gelang ihm ein Turniersieg in Marokko gegen Philipp Kohlschreiber im Finale.
Coric bezahlt im Moment noch Lehrgeld, ist aber auf dem besten Wege, diese "Investitionen" in Erfolg umzuwandeln.
Coric bekommt es zum Auftakt der French Open mit dem Lokalmatador Mathias Bourgue zu tun.
Frances Tiafoe: Das Küken
Da war doch was. Stimmt: eine kuriose Szene beim Challenger-Turnier in Sarasota. Während der Partie zwischen Tiafoe und Mitchell Krueger war lautes Gestöhne auf dem Platz zu hören - Quelle unbekannt. Tiafoe reagierte lässig und schrie in die Menge:
Eben das macht den jungen Amerikaner aus. Neben seinem enormen Vorhand-Griff und extremen Spin-Schlägen fällt der 19-Jährige durch seine Lässigkeit auf. Immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und gebührender Respekt für seinen Gegner.
Der jüngste Spieler der "Next Generation" ist vor allem auf der Challenger-Tour unterwegs (zwei Turniersiege in 2017), um Punkte und Spielpraxis zu sammeln. Seine Weltranglistenposition 66 kommt allerdings nicht von ungefähr. Wenn er bei den großen Turnieren auftritt, hinterlässt er einen bleibenden Eindruck. Bereits in diesem Alter kann er das Tempo der Top-Stars mitgehen und Winner produzieren. Allein an der Konstanz hapert es noch.
So brachte er "Maestro" Roger Federer beim Masters in Miami in die Bredouille. Im ersten Satz der zweiten Runde zwang er den Schweizer in den Tiebreak, den er mit 2:7 verlor. Im zweiten Satz ging dann die Luft aus und Tiafoe verabschiedete sich vom Turnier - mit gewonnener Erfahrung.
Dass in ihm noch eine jugendliche Seite steckt, war bei den US Open 2016 zu sehen. Gegen Landsmann John Isner lieferte er sich einen Fight über fünf Sätze und 3:28 Stunden. Tiafoe verlor. Beim Gang zum Netz passierte etwas selten Gesehenes im toughen Tennissport: Beim Handshake legte Tiafoe seinen Kopf auf Isners Brust. Als dieser weggehen wollte, umklammerte ihn der Jüngere der beiden.
Isner blieb stehen, nahm seinen Landsmann in den Arm und hielt ihn fest. Eine tolle Geste.
Tiafoe, in Hyattsville geboren, ist ein sympathisches Toptalent mit großem Potential. Zusammen mit seinem Team wird er eine gute Entwicklung nehmen und weiter nach oben klettern.
In Paris wartet in der ersten Runde ein schweres Duell mit dem Italiener Fabio Fognini.
Karen Khachanov: Russische Power
Der 21-jährige Russe geht im Mittelfeld der Top 100 etwas unter. Sein Name ist weitgehend unbekannt. Aber wie kann die Nummer 54 der Welt, der vor Spielern wie Andreas Seppi (83), Dustin Brown (75) oder Kevin Anderson (62) gesetzt ist, unbekannt sein?
Der junge Russe spielt spektakuläres Tennis. Der 1,98-Meter-Riese fackelt nicht lange. Mit einem krachenden Aufschlag ausgestattet, geht er voll durch die Bälle. Die Tempo-Entwicklung seiner Rückhand- und Vorhand-Schläge ist enorm. Vom Return weg sucht Khachanov das Risiko. Zudem verfügt er trotz seiner Größe über schnelle Beine und eine starke Athletik.
Auch bei tiefen Bällen aus dem Halbfeld kann der Russe Winner und gefährliche Schläge an die Linien produzieren. Dabei verfügt er über seinen ganz eigenen Stil. Die Bälle mit der Vorhand nimmt er meist im Aufsteigen und benutzt dabei einen extremen Griff. Die Rückhand wird glatt durchgezogen.
Seine Stärke bescherte ihm 2016 seinen ersten Titel auf der ATP Tour. In chinesischen Chengdu schlug er auf dem Weg zum Titel unter anderem Feliciano López, Viktor Troicki und im Finale Albert Ramos-Viñolas. Allesamt Spieler, die vor ihm platziert sind. Auf den 21-Jährigen wird in Zukunft zu achten sein.
Khachanov hatte bei der Auslosung der ersten Runde in Paris Losglück und trifft auf einen Qualifikanten.
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