French-Open: Marco Cecchinatos wundersame Erfolgsgeschichte

Bei seinen ersten vier Grand-Slam-Anläufen gewann Marco Cecchinato kein einziges Match. Jetzt steht er plötzlich im Halbfinale der French Open. Sichtlich bewegt lag er auf dem roten Sand von Paris, Tränen des Glücks kullerten ihm über die Wangen. Erst als der unterlegene Novak Djokovic angelaufen kam und ihm mit einer herzlichen Umarmung gratulierte, erhob sich der Italiener.

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"Glückwunsch, sie sind im Halbfinale", sagte der Stadionmoderator wenig später. Ein spürbar befreiter Cecchinato darauf:
Dass der 25-Jährige derzeit daran zweifelt, wach zu sein, scheint nur allzu verständlich. Zu unwirklich ist seine wundersame Reise auf der Anlage Roland Garros bereits jetzt. Bevor er in diesem Jahr nach Paris kam, hatte er bei vier Grand-Slam-Teilnahmen stets in Runde eins verloren, war zudem neunmal bereits in der Qualifikation gescheitert. Dann schlug er plötzlich Topspieler wie David Goffin (Belgien/Nr. 8) und Pablo Carreño Busta (Spanien/Nr. 10) und jetzt eben den früheren Dominator Djokovic.

Heroischer Tiebreak

Cecchinatos Viertelfinale gegen den ehemaligen Weltranglistenersten aus Serbien war eines der spektakulärsten Matches im bisherigen Turnierverlauf. Nachdem der Underdog überraschend die ersten beiden Sätze gewonnen hatte, schien die Partie zu kippen. Im vierten Satz führte Djokovic bereits 5:2, ehe Cecchinato zurückkam. Was folgte, war ein spektakulärer und mitreißender Tiebreak, an dessen Ende der 6:3, 7:6 (7:4), 1:6, 7:6 (13:11)-Erfolg für den Italiener stand.
berichtete Cecchinato von seinem verwandelten Matchball:

Nächste Hürde: Dominic Thiem

Der Sizilianer, als Nummer 72 der Weltrangliste nach Paris gereist, kennt auch die Untiefen des Profidaseins. Erst vor vier Wochen gewann er als Lucky Loser in Budapest erstmals ein Turnier auf der ATP-Tour. Nun spielt er am Freitag in einem Major-Halbfinale gegen Dominic Thiem (Österreich), den Bezwinger von Deutschlands Hoffnungsträger Alexander Zverev.
Cecchinato hat ein einnehmendes Lachen und verfügt über einen feinen Humor, der selbst in seinem extrem gebrochenen Englisch immer wieder durchscheint. Was es bedeute, dass er durch seinen French-Open-Lauf unter die Top 30 der Welt katapultiert werde und damit in Wimbledon sogar zu den gesetzten Spielern gehöre, wurde er gefragt. Mit seiner Antwort hatte er die Lacher auf seiner Seite:
Doch Cecchinatos Geschichte hat auch ein dunkles Kapitel. 2016 war er vom italienischen Verband wegen einer vermeintlichen illegalen Ergebnisabsprache bei einem Spiel auf der zweitklassigen Challenger-Tour für 18 Monate gesperrt worden. Letztlich wurde er zwar freigesprochen und die Strafe nach einem halben Jahr aufgehoben, doch Zweifel blieben. Wird er darauf angesprochen, verschwindet das Lachen aus seinem Gesicht. "Darüber möchte ich nicht reden", sagt er dann.
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