Alexander Zverev hat sich in Madrid mit einem Paukenschlag in der Weltspitze zurückgemeldet. Mit Rafael Nadal, Dominic Thiem und Matteo Berrettini schlug er beim Masters in der spanischen Hauptstadt hintereinander weg drei Top-Ten-Spieler und leistete sich im gesamten Turnierverlauf überhaupt nur einen Satzverlust (im Finale – ein Tiebreak).
Für Boris Becker Grund genug, Zverev nun zum Favoritenkreis der am 30. Mai startenden French Open (live bei Eurosport) zu zählen.
"Nadal auf Sand in Spanien deutlich schlagen – das kann nicht jeder", sagte Becker im Eurosport-Podcast Das Gelbe vom Ball und zeigte sich beeindruckt: "Danach hat er Thiem und auch noch Berrettini geschlagen, der im Finale eineinhalb Sätze fast wie ein Wahnsinniger gespielt hat. Doch Zverev ist cool geblieben und war im Finale dann auch im dritten Satz der Stärkere. Also ich habe ihn für Paris auf der Liste."
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Mischa Zverev ging im Podcast vor allem auf das Spiel seines Bruders gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal (6:4, 6:4) ein. Der ältere Zverev-Bruder analysierte, dass sich Alexanders Spiel weiterentwickelt habe.

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Nadal habe versucht, Zverev "mit viel Spin auf die Vorhand zu spielen" und ihn danach weit hinter die Grundlinie zu treiben. "In Madrid habe ich jetzt gesehen: Sascha hat das nicht viel ausgemacht. Seine Vorhand ist stabiler geworden, die Beinarbeit ist sauberer geworden."
Alex Zverev habe kleine Nuancen umgestellt, "die das Spiel auf einmal komplett verändern. Und da muss sich Rafa dann auch Sorgen machen. Denn wenn es dann mal Einstand steht, kann Sascha zweimal den Aufschlag mit 220 servieren und gewinnt das Spiel. Rafa auf der anderen Seite serviert bei Sascha auf die Vorhand, der Ball kommt zurück und man hat eine lange Rally. Wenn das über 60 oder 90 Minuten passiert, verändert sich die Dynamik."

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Auch Becker sieht Zverev gewappnet, in Paris um den Titel zu kämpfen – allein, weil der 24-Jährige bei den vergangenen Grand Slams schon nahe dran war.

Becker: "Er kann es schon riechen"

"Das verlorene US-Open-Finale (im Tiebreak des fünften Satzes gegen Thiem, Anm. d. Red.) steckt noch ganz tief im Herzen. Auch das Spiel in Melbourne gegen Novak Djokovic (Viertelfinale über vier Sätze, Anm. d. Red.), der später den Titel holt, hätte er gewinnen können. Er kann es schon riechen, schon schmecken - er kann es vielleicht auch schon hören", so Becker.

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Am Ende sei es aber auch "eine Frage von Kleinigkeiten, wie der Auslosung oder der Physis - wie übersteht man die erste Runde, wer ist der erste hochgesetzte Gegner? All das spielt eine Rolle, aber ich habe ihn absolut auf der Liste, dass er Paris gewinnen kann", meinte der Eurosport-Experte im Podcast.
Zumal Nadal, Thiem und Djokovic aktuell nicht in Bestform sind. "Tsitsipas finde ich sehr stark, Rublev finde ich sehr stark. Thiem ist für mich noch nicht in Tritt. Da ist irgendwas noch nicht ganz rund. Djokovic hat auch in Monte-Carlo früh und in Belgrad verloren. Er ist auch noch nicht auf seinem höchsten Niveau. Für den ist das Turnier in Rom enorm wichtig", meinte Becker.

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Mischa Zverev: "Sascha ist da merkwürdig ..."

Auch Zverev ist seit dieser Woche in Rom am Start – dem zweiten Masters direkt nach Madrid. Sorgen über eine Überbelastung kurz vor den French Open macht sich Bruder Mischa aber nicht.
"Sascha ist da merkwürdig. Manchmal spielt er sein bestes Tennis, wenn er eigentlich müde ist, weil er dann nicht viel nachdenkt und einfach im Rhythmus drin ist", berichtete er: "Eine Belastung von 80, 85 Prozent - das ist gut für ihn."
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