Alexander Zverev überzeugt bei Auftaktsieg in Roland-Garros mit ungewohnter Schlüssel-Kompetenz - Boris Becker erklärt Hintergründe

Alexander Zverev ist seiner Favoritenrolle in der 1. Runde der French Open in Roland-Garros gegen Learner Tien gerecht geworden. Drei Sätze, kein Aufschlagspielverlust, eine Spielzeit von weniger als zwei Stunden - alles wie erwartet also? Nicht ganz, wie Boris Becker bei Eurosport.de erklärt. Er habe eine Stärke beim Weltranglistendritten aus Hamburg ausgemacht, die nur selten zu beobachten sei.

Becker exklusiv: Zverev siegt dank ungewohnter Waffe

Quelle: Eurosport

"Das sage ich bei Sascha Zverev nicht oft", betont Boris Becker und spielt damit auf die Vorhand des 28-Jährigen an, die beim 6:3, 6:3, 6:4 gegen Learner Tien das Prädikat "Weltklasse" verdient habe.
Bemerkenswert, sind Zverevs beste Waffen ansonsten der Aufschlag und die Rückhand. Die Vorhand longline, also die Linie entlang", sei sogar "der Schlag des Tages" gewesen, führt Becker aus.
In der Tat: Zverev trieb seinen Kontrahenten immer wieder auf dessen Rückhandseite nach außen, ehe er den Ballwechsel über die Vorhand abschloss. Er sehe in dieser neuen Klasse "den Schlüssel des Erfolgs", unterstreicht Becker.
Dass es für Zverev ohne Satzverlust in die 2. Runde ging, lag überdies am Aufschlag. Der 28-Jährige konnte sich einmal mehr darauf verlassen - und musste es auch. Denn es war beileibe nicht so, dass Tien sich in sein Schicksal gefügt hätte. Der 19-Jährige spielte couragiert, erarbeitete sich insgesamt vier Breakbälle.

Becker: "Zverev an guten Tagen bester Aufschlagspieler"

Zverev, der im Schnitt über den ersten Aufschlag mit exakt 200 km/h servierte und auf eine satte Punktquote von 89 Prozent kam, machte Tiens Chancen aufs Break allesamt zunichte. "Die Grundlage seines Spiels ist der erste Aufschlag. An guten Tagen, wie heute, ist er der beste Aufschlagspieler der Welt", sagt Becker.
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1. Runde: Zverev liefert blitzsaubere Leistung ab - Highlights

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Zverev blieb im Gespräch mit Eurosport cool. Es sei "alles in Ordnung", versicherte der Vorjahresfinalist. Damit dürfte der Hamburger zum einen seine Gesundheit nach überstandener Magen-Darm-Infektion gemeint haben, zum anderen die geglückte Revanche. Tien nämlich hatte den bis dato einzigen Vergleich mit dem Olympiasieger von 2021 Ende Februar im Achtelfinale von Acapulco gewonnen - allerdings auf Hartplatz.
"Learner ist ein Spieler, der in dieser Saison schon starke Gegner ausgeschaltet hat und auch für mich kompliziert war", räumte Zverev ein. Von daher sei es wichtig gewesen, in drei Sätzen durchzukommen.

Bruder Mischa exklusiv: "Schläge besser als im Training"

Bruder Mischa Zverev hatte es bereits geahnt und vor der Partie auf einen glatten Sieg gesetzt und sich danach bestätigt gesehen.
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Mischa exklusiv zu Zverev-Auftakt: "Sogar besser als im Training"

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"Vorhand longline, cross, es hat eine Menge funktioniert. Die Schläge kamen sogar besser als im Training zuvor. So muss es sein, dass du im Match etwas besser spielst", lässt der 37-Jährige im Gespräch mit Eurosport wissen.
Zverevs "Steigerungslauf" zum ersehnten ersten Grand-Slam-Titel geht nun gegen Jesper de Jong weiter. Der Niederländer ist als Nummer 88 des ATP-Rankings auf dem Papier schwächer einzuschätzen als Tien (67), die Statistik dürfte aber täuschen.

De Jong: Außenseiter ja, aber ...

De Jong fühlt sich im Unterschied zum US-Amerikaner sehr wohl auf Sand. Von elf Titeln in Einzel und Doppel auf der Challenger Tour fuhr der 24-Jährige neun auf dem roten Belag ein. Den einzigen Vergleich mit Zverev 2024 beim Sandplatz-Event in Hamburg verlor er indes klar (2:6, 2:6).
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Longline-Punkt dank Pfostentreffer: Zverev muss lachen

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Es ist keine Frage, dass Zverev der haushohe Favorit ist. Im kommenden Match - und wohl auch danach. In Runde drei könnte zwar der starke Kanadier Félix Auger-Aliassime warten, ein Achtelfinale gegen Francisco Cerúndolo bleibt ihm aber erspart. Der Argentinier, gegen den er auf Sand und insgesamt eine 0:3-Bilanz hat, scheiterte überraschend an der ersten Hürde.

Becker:. Titel ohne Fan-Zuspruch nicht machbar

Und so hat sich die Großwetterlage für Zverev innerhalb von wenigen Tagen komplett verändert. Sprachen zunächst die extrem schwankenden Ergebnisse bei den Vorbereitungsturnieren, die Erkrankung im Vorfeld von Roland-Garros und der verzweifelte Kampf um Platz eins in der Weltrangliste gegen den Hamburger, sieht es nun danach aus, als ob er tatsächlich wieder gute Karten hat im Titel-Poker der Stars.
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Zverev ehrlich: "Bin kein Djokovic oder Nadal

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Dafür spricht ein weiterer Aspekt, der häufig unterschätzt wird: das nicht immer einfache Publikum beim Klassiker in Paris.
Zverev, das zeigte sich gegen Tien, wird geschätzt und gemocht. Das kann zum Plus werden - oder wie Tennis-Legende Becker, der das Turnier nie gewann, es ausdrückt: "Du hast keine Chance, das Turnier zu gewinnen, wenn die Fans gegen dich sind!"
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Rittner analysiert Zverev-Auftakt: "Von Anfang bis Ende dominant"

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