French Open 2025: Warum ein vollautomatisiertes Linienüberwachungssystem noch immer nicht genutzt wird - FFT-Präsident klärt auf

Während bei den Grand-Slam-Turnieren in Australien (Australian Open), den USA (US Open) und bald auch in Wimbledon längst vollautomatisierte Linienüberwachungssysteme wie Hawk-Eye zum Einsatz kommen, bleiben die French Open bei einer altbewährten Methode: Linienrichter, Schiedsrichter - und Ballabdrücke im Sand. Es ist damit das letzte Major, das nicht auf die technischen Hilfsmittel zurückgreift.

Alexander Zverev und Refree Renaud Lichtenstein prüfen einen Ballabdruck im Finale der French Open

Fotocredit: Imago

Die Tenniprofis dürfen Entscheidungen der Schiedsrichter nicht anfechten, auch nicht mithilfe technischer Wiederholungen.
Die Verantwortlichen des Turniers rechtfertigen das mit dem Verweis auf Tradition und den Erhalt menschlicher Entscheidungen.
"Ich denke, es ist richtig, dass wir unsere Schiedsrichter und Linienrichter in Roland Garros behalten", erklärte Gilles Moretton, Präsident des französischen Tennisverbands FFT.
Moretton erklärte zudem: "Die Föderation will das so lange wie möglich beibehalten - und hoffentlich auch in zukünftigen Turnieren."

Technik auf Sandplatz: Kein klares Urteil

Ein Grund für die Skepsis gegenüber der Technik ist der Untergrund: Der Sandplatz von Roland Garros gilt als "lebendige" Oberfläche - der rote Staub verändert sich im Matchverlauf ständig. Kritiker sagen, dass dies die Zuverlässigkeit technischer Systeme beeinträchtige.
Doch Paul Hawkins, der Erfinder des Hawk-Eye-Systems, widerspricht: Nicht die Technik, sondern der Ballabdruck im Sand sei unzuverlässig.
"Die weiße Linie auf dem Platz funktioniert wie eine Klippe. Wenn der Ball die Linie streift, kann er noch ein paar Millimeter weiterrollen, bevor er überhaupt eine sichtbare Spur auf dem Sand hinterlässt", so Hawkins gegenüber "BBC Sport".
"Der Abdruck wirkt dann, als sei der Ball im Aus - obwohl er die Linie noch berührt hat." Trotzdem findet Hawkins, dass Roland Garros womöglich sogar besser ohne Technik fährt. Solange das System mit dem Ballabdruck von allen akzeptiert werde, sei es "fair".
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Frühes Ass: Zverev startet stark gegen Tien

Quelle: Eurosport


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