Ons Jabeur kritisiert französischen Tennis-Präsidenten für Herren-Spiele in der Night Session: "Haben keine Töchter"

Ons Jabeur hat den Präsidenten des französischen Tennis-Verbandes, Gilles Moretton, für den Fokus auf Herren-Spiele in den Night Sessions der French Open kritisiert. Nach ihrem Erstrunden-Aus gegen Magdalena Frech (6:7, 0:6) erklärte die Tunesierin auf der Pressekonferenz: "Es ist traurig, dass wir das immer noch erleben. Ich glaube, dass die, die diese Entscheidung treffen, keine Töchter haben."

Jabeur wütend auf Veranstalter: "Immer noch traurig"

Quelle: Eurosport

Die 30-Jährige führte aus: "Ich glaube nicht, dass er seine Töchter so behandeln würde. Es ist ein bisschen ironisch. Sie zeigen kein Damentennis und sagen dann: Ja, aber die Zuschauer schauen hauptsächlich Herren-Matches. Natürlich schauen sie mehr Herren-Matches, weil man mehr Männer-Tennis zeigt."
An den ersten sechs Turniertagen wurden in der Night-Session jeweils Partien aus dem Herren-Einzel angesetzt, keine aus dem Damen-Einzel.
Der Präsident des französischen Tennis-Verbandes, Gilles Moretton, hatte diese Entscheidung am Montag gerechtfertigt: "Manchmal müssen wir überlegen, was besser für die Zuschauer ist. Manchmal müssen wir das bessere Match in die Night-Session nehmen."
Jabeurs Reaktion: "Ich bin mir nicht sicher, welche Art von Fans er damit meint. Ich weiß, dass ich ein Fan bin. Ich würde mir ein Damen-Match ansehen."
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French Open: Magdalena Frech vs Ons Jabeur - Highlights

Quelle: Eurosport

French Open: Moretton bleibt unverbindlich

Der 67-jährige Moretton ließ die Entscheidung für die kommenden Turniertage offen: "Vielleicht werden wir auch einige Damen-Spiele in der Night-Session haben, ich weiß es nicht. Das hängt vom Spielplan ab, wer gegen wen spielt, welches das beste Match ist."
Jabeur konterte auch hier ohne Verständnis: "Eines der möglichen Matches war Naomi Osaka gegen Paula Badosa. Das war ein unglaubliches Spiel. Das hätte gezeigt werden sollen. Wie im letzten Jahr, als Iga Swiatek und Naomi Osaka hätten gezeigt werden sollen."
Seit 2021 gibt es bei Roland-Garros ein Spiel ab 20:15 Uhr auf dem Court Philippe Chatrier. 2022 und 2023 wurde jeweils ein Damen-Spiel von insgesamt zehn in der Night-Session angesetzt. 2024 gab es gar kein Frauen-Duell am Abend.
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Jabeur wütet: "Eine Schande für den Verband"

Jabeur führte ihre Kritik aus: "Es ist eine Schande für den Verband und eine Schande für 'Prime', oder wie auch immer der Sender heißt, dass sie einen solchen Vertrag abgeschlossen haben ('Amazon Prime Video' übertragt das Turnier in Frankreich, Eurosport in Deutschland, Anm. d. Red.). Es gibt eine Menge großartiger Spielerinnen, die es verdient haben."
Schon 2024 hatte die 30-Jährige die Veranstalter an den Pranger gestellt: "Ehrlich gesagt, ein Viertelfinale um 11 Uhr morgens zu spielen, ist wirklich sehr anstrengend. Am Nachmittag zu spielen ist besser. Dann schauen uns mehr Leute zu und die Stadien sind voll", sagte sie damals nach ihrer 4:6, 6:2, 6:3-Niederlage gegen Coco Gauff.
Und kam auch da schon auf die Übertragung zurück: "Zehn Abendspiele bei denen keine Frauen spielen - ich hoffe wirklich, dass ich den mit 'Prime' ausgehandelten Vertrag sehen kann. Ich verstehe wirklich nicht, warum das so ist, selbst für die Männer. So spät nach Mitternacht zu spielen, ist auch für Männer nicht wirklich gut."
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Quelle: Eurosport


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